5. Februar 2026

Kommunalwahlen 2026: IHK legt kommunalpolitische Positionen vor

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg veröffentlicht im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen im März 2026 kommunalpolitische Positionen.
Aufgrund der wirtschaftlichen und strukturellen Umbrüche seit den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2021 wurden die Positionen grundlegend überarbeitet und neu gefasst.
„Mit unseren kommunalpolitischen Positionen liegt eine gute Grundlage für den Dialog mit kommunalpolitischen Vertretern vor. Sie spiegeln das aktuelle Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft wider. Diesen Dialog führen wir gern vor, während und nach der Wahl. Von zentraler Bedeutung ist es für uns, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu stärken und die Basis für neue Wachstumsimpulse zu legen“, betont IHK-Präsidentin Désirée Derin-Holzapfel.
Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Eine starke regionale Wirtschaft entstehe nicht zufällig, unterstreicht Ralph Hübschmann, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Waldeck-Frankenberg: „Investitionen, Beschäftigung und Wohlstand hängen unmittelbar von verlässlichen kommunalen Weichenstellungen ab. Dazu zählen unter anderem kommunale Steuern und Abgaben, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, die lokale Verkehrserschließung, der digitale Ausbau sowie Angebote der Kinderbetreuung, Beschulung und Berufsorientierung. Diese Standortfaktoren müssen so gestaltet sein, dass die Wirtschaft gestärkt aus der strukturellen Krise hervorgehen kann.“
In ihren aktualisierten Positionen benennt die IHK Kassel-Marburg für die Region Waldeck-Frankenberg neun vorrangige Handlungsfelder:
  • Fachkräftesicherung
  • Ausbau der Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur
  • Energie
  • Leben und Wohnen
  • Tourismus stärken und weiterentwickeln
  • Die Region zukunftsfest aufstellen
  • Gründung und Nachfolge stärken – Verwaltung digitalisieren
  • Zentren stärken
  • Kommunale Steuern und Abgaben
Schwerpunkt Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur
Die unzureichende Anbindung Waldeck-Frankenbergs an das Autobahnnetz bremst die Wirtschaft: Transportzeiten verlängern sich, Logistikkosten steigen. „Vor allem Unternehmen im südlichen Teil des Landkreises benötigen deutlich mehr Zeit, um Kunden oder wichtige Umschlagplätze zu erreichen als Betriebe mit direktem Anschluss an die A 7 oder A 44“, erklärt Eduard Faber, Leiter des IHK-Servicezentrums Waldeck-Frankenberg. Die Wirtschaft fordert deshalb die Aufnahme der B 508n (Frankenberg–Hattenbach) in den Bundesverkehrswegeplan 2040. Auch die B 252 stoße an ihre Grenzen: „Ortsdurchfahrten und fehlende Überholmöglichkeiten verlangsamen den Verkehr, führen zu Staus und erhöhen das Unfallrisiko.“
Zudem sein ein verlässlicher Nahverkehr für Fachkräfte entscheidend, besonders für Auszubildende und Menschen ohne Führerschein, betont Hübschmann. Auch die digitale Infrastruktur hinke hinterher: Nur 15,4 Prozent der Haushalte haben Glasfaser – hessenweit das Schlusslicht. Auch der Mobilfunkausbau ist unzureichend. „Für Unternehmen, egal ob Handel, Industrie oder Tourismus, im Landkreis Waldeck-Frankenberg entscheiden Erreichbarkeit, Verlässlichkeit und Geschwindigkeit, ob Investitionen getätigt und Fachkräfte gewonnen werden. Leistungsfähige Verkehrs- und Telekommunikationsnetze sind zentrale Faktoren für Wirtschaftskraft und Krisenfestigkeit der Region“, unterstreicht Hübschmann.