4. Februar 2026

Kommunalwahlen 2026 IHK legt kommunalpolitische Positionen vor

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg veröffentlicht im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen im März 2026 kommunalpolitische Positionen. Aufgrund der wirtschaftlichen und strukturellen Umbrüche seit den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2021 wurden die Positionen grundlegend überarbeitet und neu gefasst.
„Mit unseren kommunalpolitischen Positionen liegt eine gute Grundlage für den Dialog mit kommunalpolitischen Vertretern vor. Sie spiegeln das aktuelle Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft wider. Diesen Dialog führen wir gern vor, während und nach der Wahl. Von zentraler Bedeutung ist es für uns, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu stärken und die Basis für neue Wachstumsimpulse zu legen“, betont IHK-Präsidentin Désirée Derin-Holzapfel.

Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Eine starke regionale Wirtschaft entstehe nicht zufällig, unterstreicht Johannes Seyffarth, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Schwalm-Eder: „Investitionen, Beschäftigung und Wohlstand hängen unmittelbar von verlässlichen kommunalen Weichenstellungen ab. Dazu zählen unter anderem kommunale Steuern und Abgaben, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, die lokale Verkehrserschließung, der digitale Ausbau sowie Angebote der Kinderbetreuung, Beschulung und Berufsorientierung. Diese Standortfaktoren müssen so gestaltet sein, dass die Wirtschaft gestärkt aus der strukturellen Krise hervorgehen kann.“
In ihren aktualisierten Positionen benennt die IHK Kassel-Marburg für die Region neun vorrangige Handlungsfelder:
  • Fachkräftesicherung
  • Ausbau der Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur
  • Gründung und Nachfolge stärken – Verwaltung digitalisieren
  • Gemeinschaftsaufgabe Energiewende
  • Die Region zukunftsfest aufstellen
  • Kommunale Steuern und Abgaben
  • Zentren stärken
  • Leben und Wohnen
  • Tourismus stärken und weiterentwickeln
Schwerpunkt Fachkräftesicherung
Der Schwalm-Eder-Kreis ist stark vom Fachkräftemangel betroffen. Demografischer Wandel, eine alternde Belegschaft und die Abwanderung junger Menschen in urbane Zentren verschärfen die Lage branchenübergreifend. „Schon heute bleiben Ausbildungs- und Arbeitsplätze unbesetzt. Ohne Gegenmaßnahmen drohen Einbußen bei Investitionen, Innovationen und der regionalen Wertschöpfung“, betont Eugen Knoth, Leiter des IHK-Servicezentrums Schwalm-Eder.
Ein zentraler Ansatz zur Fachkräftesicherung ist eine frühe und systematische Berufsorientierung. „Hier setzt das Projekt ‚Wirtschaft–Schule‘ der Regionalversammlung Schwalm-Eder an. Die enge Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen führt Jugendliche frühzeitig an Betriebe und Ausbildungsberufe heran“, heißt es. Das stärke die Ausbildungsreife, reduziere Passungsprobleme und fördere die regionale Bindung.
Aus Sicht der regionalen Wirtschaft reicht punktuelles Engagement nicht aus. „Das Projekt muss langfristig gesichert, ausgebaut und fest in kommunale Strategien zur Fachkräftesicherung verankert werden“, betont Seyffarth. Die Kommunen seien gefordert, Berufsorientierung, Praxisangebote und regionale Netzwerke zu stärken, um Fachkräfte zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhalten.