3. Februar 2026

Kommunalwahlen 2026: IHK legt kommunalpolitische Positionen vor

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg veröffentlicht im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen im März 2026 kommunalpolitische Positionen.
Aufgrund der wirtschaftlichen und strukturellen Umbrüche seit den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2021 wurden die Positionen grundlegend überarbeitet und neu gefasst.
„Mit unseren kommunalpolitischen Positionen liegt eine gute Grundlage für den Dialog mit kommunalpolitischen Vertretern vor. Sie spiegeln das aktuelle Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft wider. Diesen Dialog führen wir gern vor, während und nach der Wahl. Von zentraler Bedeutung ist es für uns, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu stärken und die Basis für neue Wachstumsimpulse zu legen“, betont Désirée Derin-Holzapfel, Präsidentin der IHK Kassel-Marburg und Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Werra-Meißner.
Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Eine starke regionale Wirtschaft entstehe nicht zufällig, unterstreicht Désirée Derin-Holzapfel: „Investitionen, Beschäftigung und Wohlstand hängen unmittelbar von verlässlichen kommunalen Weichenstellungen ab. Dazu zählen unter anderem kommunale Steuern und Abgaben, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, die lokale Verkehrserschließung, der digitale Ausbau sowie Angebote der Kinderbetreuung, Beschulung und Berufsorientierung. Diese Standortfaktoren müssen so gestaltet sein, dass die Wirtschaft gestärkt aus der strukturellen Krise hervorgehen kann.“
In ihren aktualisierten Positionen benennt die IHK Kassel-Marburg für die Region Werra-Meißner neun vorrangige Handlungsfelder:
  • Die Region zukunftsfest aufstellen
  • Fachkräftesicherung
  • Gründung und Nachfolge stärken – Verwaltung digitalisieren
  • Kommunale Steuern und Abgaben
  • Erhalt und Ausbau der Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur
  • Tourismus stärken und weiterentwickeln
  • Stärkung der Zentren
  • Leben und Wohnen
  • Gemeinschaftsaufgabe Energiewende
Schwerpunkt Fachkräftesicherung
Die IHK-Regionalversammlung Werra-Meißner sieht gute Voraussetzungen, die anstehenden Transformationsprozesse erfolgreich zu meistern. Entscheidend sind klare regionale Zukunftsstrategien, die Stärkung des ländlichen Raums, wirtschaftsnahe politische Entscheidungen und eine digital gut aufgestellte Verwaltung. „Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und zügige Genehmigungen. Wenn Politik und Verwaltung diesen Weg mitgehen, bleibt der Werra-Meißner-Kreis ein attraktiver Industriestandort mit sicheren Arbeitsplätzen und Perspektiven für die nächste Generation“, betont Derin-Holzapfel.
Damit Perspektiven für Beschäftigte und Unternehmen spürbar werden, ist die Standortattraktivität entscheidend. „Kundennähe, gute Erreichbarkeit und qualifizierte Mitarbeitende, kombiniert mit digitaler Infrastruktur, funktionierendem Nahverkehr und lebenswerten Ortskernen, sorgen dafür, dass Menschen sich für die Region entscheiden“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Bernd Jaeger.
Um die Standortqualitäten langfristig zu sichern, fordert die Wirtschaft eine stärkere Einbindung in politische Entscheidungsprozesse. „Frühzeitige Beteiligung – etwa bei Flächenentwicklung, Infrastruktur und Klimastrategien – schafft Planungssicherheit. Wer Wachstum will, muss Investitionen ermöglichen und interkommunal denken“, betont der stellvertretende Vorsitzende Christian Köhler.
Eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen dieser Vorhaben ist die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. „Digitale, schlanke und verlässliche Prozesse entlasten Unternehmen spürbar und senden zugleich ein klares Signal an die Wirtschaft: Wir im Werra‑Meißner‑Kreis sehen den ländlichen Raum als Zukunftsraum“, unterstreicht Natalia Franz, Leiterin des IHK‑Servicezentrums Werra‑Meißner