29. Januar 2026
Kommunalwahlen 2026: IHK legt kommunalpolitische Positionen vor
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg veröffentlicht im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen im März 2026 kommunalpolitische Positionen. Aufgrund der wirtschaftlichen und strukturellen Umbrüche seit den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2021 wurden die Positionen grundlegend überarbeitet und neu gefasst.
„Mit unseren kommunalpolitischen Positionen liegt eine gute Grundlage für den Dialog mit kommunalpolitischen Vertretern vor. Sie spiegeln das aktuelle Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft wider. Diesen Dialog führen wir gern vor, während und nach der Wahl. Von zentraler Bedeutung ist es für uns, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu stärken und die Basis für neue Wachstumsimpulse zu legen“, betont Désirée Derin-Holzapfel, Präsidentin der IHK Kassel-Marburg.
Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Eine starke regionale Wirtschaft entstehe nicht zufällig, unterstreicht Horst Müller, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Hersfeld-Rotenburg: „Investitionen, Beschäftigung und Wohlstand hängen unmittelbar von verlässlichen kommunalen Weichenstellungen ab. Dazu zählen unter anderem kommunale Steuern und Abgaben, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, die lokale Verkehrserschließung, der digitale Ausbau sowie Angebote der Kinderbetreuung, Beschulung und Berufsorientierung. Diese Standortfaktoren müssen so gestaltet sein, dass die Wirtschaft gestärkt aus der strukturellen Krise hervorgehen kann.“
In ihren aktualisierten Positionen benennt die IHK Kassel-Marburg für die Region Hersfeld-Rotenburg neun vorrangige Handlungsfelder:
- Fachkräftesicherung
- Erhalt und Ausbau der Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur
- Die Region zukunftsfest aufstellen
- Stärkung der Zentren
- Gründung und Nachfolge stärken – Verwaltung digitalisieren
- Kommunale Steuern und Abgaben
- Gemeinschaftsaufgabe Energiewende
- Leben und Wohnen
- Tourismus stärken und weiterentwickeln
Schwerpunkt Fachkräftesicherung
Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg verfügt über einen stabilen Arbeitsmarkt mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten Hessens, steht aber zugleich vor Herausforderungen durch Fachkräfteengpässe, demografischen Wandel und wirtschaftliche Unsicherheiten. „Entscheidend ist eine frühe, praxisnahe Berufsorientierung sowie die enge Verzahnung von Schule, Wirtschaft und Hochschulen“, betont Alexandra Nieding, Leiterin des IHK-Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg
Ein zentrales Instrument der Berufsorientierung und Fachkräftesicherung ist die AzubiMesse Plus, die von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der IHK organisiert wird. „Die breite Beteiligung von Schulen aus dem gesamten Kreisgebiet ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, frühzeitig mit regionalen Ausbildungsbetrieben in Kontakt zu treten. Sie erhalten so konkrete Einblicke in Berufsbilder, Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege“, erklärt Nieding.
Ergänzend stärkt die enge Zusammenarbeit der IHK-Regionalversammlung mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) die Fachkräftesicherung. „Duale Studienangebote binden Studierende früh an regionale Unternehmen, ermöglichen passgenaue Qualifizierung und erhöhen die Chance, dass Fachkräfte langfristig in der Region bleiben“, ist Müller überzeugt. Dieser Ansatz werde durch kreisübergreifende Kooperationen in der Berufsschulplanung und internationale Ausbildungsakquise ergänzt. Wichtig sei zudem, Konzepte für Azubi-Wohnen voranzutreiben, um die Region als attraktiven Standort zu stärken und die Fachkräftesicherung zu gewährleisten.
