Bildungsmarketing wird immer wichtiger

Ausbildungsbilanz 2022 mit leichtem Plus

Im Jahr 2022 haben die Unternehmen im IHK-Bezirk Kassel-Marburg 4453 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 215 Verträge mehr als im Vorjahreszeitraum, was einer Steigerung von 5,1 Prozent entspricht.
Hessenweit stieg die Zahl der Neuverträge bei den IHKs um 3,1 Prozent. „Angesichts der Corona-Krise und der ungebrochenen Studierneigung ist das ein gutes Ergebnis“, kommentiert Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung, die Ausbildungsbilanz 2022.
Am Grundproblem ändert dies jedoch nichts: Auf die offenen Ausbildungsplätze bewerben sich nach wie vor nicht genügend potentielle Auszubildende. Langfristig wird dieser Trend den Mangel an Fachkräften weiter verstärken. Deshalb ist es umso wichtiger, jungen Menschen die Karrierechancen aufzuzeigen, die ihnen Ausbildung bieten kann. Und diese seien, so Dr. Fölsch, heute besser denn je: „Die duale Berufsausbildung verbindet Theorie und Praxis auf einmalige Art und Weise. Aktuell gibt es keinen effektiveren Karrierestart als über Arbeit und Ausbildung: Auszubildende können dank Fort- und Weiterbildung genauso in Führungspositionen aufsteigen wie Studierende nach ihrem Abschluss – mitunter sogar schneller.“ Die Werbetrommel für die duale Ausbildung dürfe also nicht stillstehen: Gerade jetzt sei ein gutes, effizientes Bildungsmarketing unabdingbar.
Innerhalb des IHK-Bezirks verlief die Entwicklung der Anzahl der Ausbildungsplätze regional unterschiedlich. Die Spitzenposition teilen sich dieses Mal der Landkreis Kassel und der Kreis Waldeck-Frankenberg, die jeweils ein Plus von 9,6 Prozent im Vorjahresvergleich verzeichnen konnten. Dicht dahinter folgt der Landkreis Marburg mit einem Plus von 8,6 Prozent, der Schwalm-Eder-Kreis erreichte eine Steigerung um 6,8 Prozent.
Der Werra-Meißner-Kreis meldet einen Anstieg von 4,1 Prozent, die Stadt Kassel ein Plus von 2,2 Prozent. Lediglich im Landkreis Hersfeld gingen die Neueintragungen um 6,5 Prozent zurück.
Auch in den einzelnen Berufsgruppen gab es Unterschiede. Hier führen die gewerblich-technischen Berufe das Feld an und verzeichnen eine Steigerung von 6,2 Prozent. Die kaufmännischen Berufe kommen auf ein Plus von 4,3 Prozent.
Die Bildungsberater der IHK unterstützen Unternehmen im gesamten Kammerbezirk bei Fragen zur dualen Ausbildung und helfen Jugendlichen bei der Berufswahl. Auf letztere haben auch die Eltern oft einen maßgeblichen Einfluss. Für Dr. Fölsch ist es daher sehr wichtig, auch Akademikereltern die Vorteile einer dualen Ausbildung zu verdeutlichen: „Wir müssen Schülern, Schülerinnen und Eltern gleichermaßen zeigen, dass eine betriebliche Berufsausbildung genauso gute Karrierechancen bietet wie ein Studium. Schon früh im Betrieb mitzuarbeiten, ein gutes berufliches Netzwerk aufzubauen und sich das Vertrauen von Vorgesetzten und Kollegen zu verdienen, ist die beste Basis für eine steile Berufskarriere“, so Fölsch abschließend.
Unternehmen und Jugendliche können sich direkt an die Bildungsberatung (0561- 7891-288) der IHK-Kassel-Marburg wenden.