14. Juni 2022

documenta fifteen: „Lichtblick in schwierigen Zeiten“

Lichtblick documenta: Das Gastgewerbe ist Gewinner der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg. Der Klimaindex für die Branche steigt im Frühsommer auf 124,4 Punkte. Über alle Branchen hinweg liegt der Wert in Nordhessen und dem Kreis Marburg bei 94,4 Punkten. Noch vor einem Jahr befand sich das Gastgewerbe mit 26,1 Punkten auf einem historischen Tiefpunkt.
Zu Jahresbeginn hellte sich die Geschäftserwartung etwas auf. Doch die damaligen 57,4 Punkte bewegten sich immer noch deutlich unter der Grenze von 100 Punkten, die die Schwelle hinein in den positiven Bereich markiert. Eine detaillierte Auswertung, auch zu anderen Branchen, gibt es unter www.ihk.de/kassel-marburg/konjunktur.   

Der Vorsitzende des IHK-Ausschusses für ländlichen Raum und Tourismus, Fabian von Berlepsch (Schloss Berlepsch, Witzenhausen), sieht in der am 18. Juni beginnenden 100-tägigen Weltkunstausstellung in Kassel neben coronabedingten Nachholeffekten einen möglichen Grund für den zuversichtlichen Zukunftsblick der Gastrobranche. Fabian von Berlepsch spricht von einem „Lichtblick in schwierigen Zeiten“. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Rainer Holzhauer (Renthof in Kassel und Der Grischäfer in Bad Emstal) ergänzt, die documenta ist für Kassel das, "was die Buchmesse für Frankfurt ist. Der Renthof ist in dieser Zeit immer sehr gut gebucht, auch bis Bad Emstal kommen die Übernachtungsgäste.“ Allerdings wisse man vorher nie genau, wie viele es sein werden, so Holzhauer: „Wegen des Kriegs in der Ukraine und der Pandemie in China könnte es in diesem Jahr sein, dass aus Asien und Osteuropa weniger Gäste kommen.“

Vor allem der ländliche Raum könnte allerdings nach Meinung von Fabian von Berlepsch noch stärker von den Ausgabenimpulsen der documenta partizipieren. Sein Vorschlag lautet: „Ein Hebel dafür ist die MeineCardPlus. Sie verfolgt das Ziel, nordhessenweit touristische Ziele miteinander zu verknüpfen, unter anderem durch kostenlose ÖPNV-Nutzung und reduzierte Eintrittspreise. Die teilnehmenden Übernachtungsbetriebe geben die Karte an ihre Gäste aus, die durch diese die Möglichkeit gewinnen, die Gegend über ihr eigentliches Reiseziel hinaus zu erkunden. Zur documenta eröffnen sich dadurch neue Chancen“, erläutert von Berlepsch. „Mehrtagesreisende können von Kassel aus die GrimmHeimat entdecken oder beispielsweise die Gäste des Edersees für einen Tag nach Kassel zur Kunstausstellung fahren – eine Win-win-Situation.“  Ausschussvorsitzender Fabian von Berlepsch ruft dazu auf, bei den documenta-Gästen für die Vorzüge der Region zu werben: „Dadurch profitiert unsere GrimmHeimat NordHessen nicht nur in den kommenden drei Monaten von der Kunstschau, sondern weit darüber hinaus.“
„Die deutliche Erholung im Gastgewerbe geht zwar sicher mit den Corona-Lockerungen einher“, ordnet IHK-Konjunkturfachmann Thomas Rudolff die Ergebnisse des aktuellen Konjunkturberichts ein. Der Anstieg falle aber größer aus als in anderen IHK-Bezirken, so Rudolff: „Das ist aus meiner Sicht ein klarer Beleg dafür, dass die documenta das heimische Gastgewerbe stimuliert.“
 
Den vollständigen IHK-Konjunkturbericht mit Informationen zu weiteren Branchen finden Sie unter www.ihk.de/kassel-marburg/konjunktur