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Zweites Netzwerktreffen der Business Women IHK
Zwischen Gold, Zweifel und Zuversicht
Kanu-Weltmeisterin Judith Hörmann
In unseren Köpfen ist selten nur eine Stimme am Werk. Mal übernimmt die Selbstbewusste das Kommando, mal meldet sich die Zuversichtliche, mal drängt sich die Unsichere in den Vordergrund. Wie in Pixars Animationsfilm „Alles steht Kopf“ herrscht in der inneren Schaltzentrale also nicht immer Einigkeit. Diese Parallele zog auch Kanu-Weltmeisterin Judith Hörmann in ihrer Keynote „Die drei Seiten meiner Medaille“ bei der zweiten Netzwerkveranstaltung der Business Women IHK im IHK Haus der Wirtschaft.
15.631 Trainingsstunden in 18 Jahren Leistungssport: Umgerechnet entspricht das etwa neuneinhalb Jahren in einem Vollzeitjob. Doch für Judith Hörmann war Kanurennsport nie einfach nur Arbeit. Schon als Zehnjährige träumte sie davon, einmal bei Olympischen Spielen im Mannschaftsboot auf dem Podest zu stehen. Dafür ging es auch morgens bei drei Grad und Regen aufs Wasser.
Die Leistungssportlerin nahm die Teilnehmerinnen mit auf ihre spannende Reise voller Höhen und Tiefen. Hörmann beschrieb, wie sie zwischen stärkenden und kritischen inneren Stimmen pendelte, im Training, im Wettkampf und später im Berufsleben. Was zunächst wie ein ständiges Selbstgespräch wirkte, wurde mit der Zeit zu einem bewussten Blick auf das eigene „innere Team“. Der Begriff geht auf den Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun zurück. Sein Modell beschreibt die unterschiedlichen Stimmen und Persönlichkeitsanteile, die unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Bei Judith Hörmann meldeten sie sich während ihrer 18 Jahre im Leistungssport besonders laut zu Wort, vor wichtigen Wettkämpfen, nach großen Siegen und in Momenten, in denen Verletzungen, Rückschläge oder Entscheidungen von außen ihre Ziele infrage stellten.
Erfolge und Rückschläge gehören zusammen
Mit 14 Jahren gewann Hörmann ihre erste Goldmedaille bei Deutschen Meisterschaften. Zahlreiche weitere Titel folgten, darunter bei Europameisterschaften sowie Gold- und Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften. Doch ihre Laufbahn verlief keineswegs geradlinig: Ein Handgelenksbruch, verpasste Qualifikationen und schwierige Auswahlentscheidungen warfen sie immer wieder zurück.
Besonders prägend war die Heim-Weltmeisterschaft 2007 in Duisburg. Nachdem sie ihren Platz im Vierer verloren hatte und sich aussortiert fühlte, konzentrierte sie sich neu auf den Zweier. Gemeinsam mit ihrer Partnerin kämpfte sie sich im Finale an die führenden Ungarinnen heran und gewann Gold.
Besonders prägend war die Heim-Weltmeisterschaft 2007 in Duisburg. Nachdem sie ihren Platz im Vierer verloren hatte und sich aussortiert fühlte, konzentrierte sie sich neu auf den Zweier. Gemeinsam mit ihrer Partnerin kämpfte sie sich im Finale an die führenden Ungarinnen heran und gewann Gold.
Der große Kindheitstraum von den Olympischen Spielen erfüllte sich dennoch nicht. Nach einem Vereinswechsel und einem langwierigen Infekt verpasste Hörmann auch die Qualifikation für Peking. Schließlich beschloss sie, nicht länger ihr gesamtes Leben dem Sport unterzuordnen, und beendete ihre Karriere.
Diese Entscheidung war kein einfacher Schlussstrich, denn 18 Jahre lang hatte Hörmann ihren Wert stark über Leistung definiert. Heute arbeitet sie selbstständig in der systemischen Organisationsentwicklung und als Coach. Die Erfahrungen aus dem Leistungssport prägen ihren Blick auf Menschen und Teams bis heute.
Denn auch in Unternehmen gibt es selbstbewusste, zuversichtliche und kritische Stimmen. Manche stärken, andere bremsen. Entscheidend sei, sie wahrzunehmen und so zu führen, dass aus Unsicherheit wieder Handlungsfähigkeit und aus dem Gefühl, übersehen zu werden, neue Wirksamkeit entstehen könne.
Wer steckt eigentlich hinter der IHK?
Nach der Keynote hat die Organisatorin des Netzwerks, IHK-Fachberaterin für Finanzierung, Förderung und Wachstum, Bianca Schmid, einem bei der Auftaktveranstaltung geäußerten Wunsch der Netzwerkpartnerinnen entsprochen: Die Teilnehmerinnen wollten die Menschen und Aufgaben hinter der IHK Karlsruhe besser kennenlernen.
Mit Fotos, Zahlen und kleinen Ratespielen stellten sich die verschiedenen IHK-Teams vor. Die Teilnehmerinnen erfuhren, wer sich um Gründung, Wachstum und Unternehmensnachfolge kümmert, welche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Betriebe bei Aus- und Weiterbildung unterstützen und wer bei Themen wie Digitalisierung, Energie, Recht, Branchenentwicklung oder Kommunikation weiterhilft.
Mit Fotos, Zahlen und kleinen Ratespielen stellten sich die verschiedenen IHK-Teams vor. Die Teilnehmerinnen erfuhren, wer sich um Gründung, Wachstum und Unternehmensnachfolge kümmert, welche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Betriebe bei Aus- und Weiterbildung unterstützen und wer bei Themen wie Digitalisierung, Energie, Recht, Branchenentwicklung oder Kommunikation weiterhilft.
Beim anschließenden Ausklang blieb ausreichend Zeit, um Fragen zu stellen, Kontakte zu vertiefen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Damit griff der Abend den Grundgedanken der Business Women IHK auf: vorhandene Kompetenz zusammenzubringen, Frauen sichtbarer zu machen und einen gemeinsamen Tisch für Austausch und gegenseitige Unterstützung zu schaffen.
Kontakt
Bianca Schmid
IHK Karlsruhe
Bereich Gründung, Wachstum, Nachfolge
