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Vielfalt unternehmen
- Gründung und Selbstständigkeit neu gedacht - Vielfalt unternehmen
- Die Gründungsbegleitung der IHK Karlsruhe
- IHK und Bürgschaftsbank unterstützen bei Unternehmenssicherung
- DIHK zur EU Inc. - Eine Rechtsform für Europa
- Gründerwohnzimmer im K2 AbbaHus
- Workshopreihe von IHK und Handwerkskammer
- Elevator Pitch Regionalcup Karlsruhe
- Gründen für die Energiezukunft
- Start-up BW Pre-Seed
- KfW Award Gründen 2026
Gründung und Selbstständigkeit neu gedacht - Vielfalt unternehmen
Gründung bedeutet längst nicht mehr nur Start-up, Pitchdeck und Wachstumskapital. Immer mehr Menschen wählen andere Wege in die Selbstständigkeit: im Nebenerwerb, durch Unternehmensnachfolge, aus der Forschung heraus, mit internationaler Erfahrung oder nach einigen Jahren Berufspraxis. Unternehmertum beginnt heute vielfältiger, schrittweiser und oft näher an konkreten Herausforderungen des Marktes.
Für die Region Karlsruhe kann genau diese Vielfalt zum Standortvorteil werden. Hier treffen Wissenschaft, Technologie, Mittelstand, Handwerk, internationale Erfahrung und Gründergeist aufeinander. Neue Unternehmen entstehen nicht nur aus einer digitalen Idee, sondern auch aus dem reellen Bedarf heraus und dem Wunsch, Arbeit anders zu gestalten.
Unser Titelthema zeigt, wie unterschiedlich Unternehmertum heute aussehen kann. Wir stellen Gründerinnen und Gründer aus der Region vor, blicken auf aktuelle Zahlen und Entwicklungen und zeigen Netzwerke und Projekte, die den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern.
Die Gründungsbegleitung der IHK Karlsruhe
Erste Anlaufstelle auf dem Weg in die Selbstständigkeit!
Der Schritt in die Selbstständigkeit beginnt oft mit vielen Fragen: Welche Voraussetzungen brauche ich? Welche Rechtsform passt? Wie finanziere ich mein Vorhaben? Die IHK bietet hier ein umfassendes Unterstützungsangebot für angehende Gründerinnen und Gründer, beginnend mit der Gründungshotline, über das monatlich stattfindende Tagesseminar „Start in die Selbstständigkeit“ bis hin zur individuellen 1:1‑Beratung.
Die Gründungshotline der IHK Karlsruhe ist der ideale erste Kontaktpunkt. Wer anruft, erhält schnell und unkompliziert Antworten auf grundlegende Fragen und Hinweise zu den nächsten Schritten. Sie dient als zentrale Anlaufstelle, um Anliegen zu klären, Unsicherheiten abzubauen und passende Angebote der IHK zu vermitteln.
Ein zentraler Baustein der Gründungsbegleitung ist das Tagesseminar „Start in die Selbstständigkeit“. Es vermittelt kompakt und praxisnah das notwendige Grundlagenwissen für eine erfolgreiche Gründung. Teilnehmende erhalten einen Überblick über Geschäftsmodellentwicklung, Rechtsformen, Steuern, Buchführung, Finanzierung, Fördermöglichkeiten sowie Marketing und Vertrieb.
Das Seminar richtet sich an Gründungsinteressierte aller Branchen und bietet die Möglichkeit, Fragen direkt mit Expertinnen und Experten der IHK zu besprechen. Mit rund 50 Teilnehmenden pro Tagesseminar entsteht ein lebendiges Umfeld, das viel Raum für Networking und den Austausch mit anderen Gründungsinteressierten bietet.
Die Gründungsbegleitung der IHK Karlsruhe wird durch Marius‑Ravel Scheib und Lucinda Egner betreut. Sie stehen Gründungsinteressierten als feste Ansprechpersonen zur Seite, koordinieren die Angebote der IHK und sorgen dafür, dass jede Gründerin und jeder Gründer genau die Unterstützung erhält, die zum jeweiligen Vorhaben passt.
Im Anschluss an Hotline und Seminar bieten die beiden zudem 1:1‑Beratungsgespräche an, in denen persönliche Fragestellungen vertieft werden können. Ob Businessplan, Finanzplanung, Förderprogramme oder formale Anforderungen: die individuelle Beratung unterstützt dabei, die eigene Idee strukturiert weiterzuentwickeln und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Info: lucinda.egner@karlsruhe.ihk.de, marius-ravel.scheib@karlsruhe.ihk.de, die kostenfreie Hotline ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr erreichbar unter Telefon (07 21) 174‑200, Das gesamte Angebot finden Sie unter: www.ihk.de/karlsruhe/gruendungsbegleitung
IHK und Bürgschaftsbank unterstützen bei Unternehmenssicherung
„FinanzierungsCheck“ für Unternehmen
Die IHK Karlsruhe hat gemeinsam mit vier weiteren IHKs ein Pilotprojekt gestartet. In Kooperation mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg bietet sie einen FinanzierungsCheck zur Vorsorge und Sicherung von Unternehmen an.
Kleine und mittlere Unternehmen, die etwa von rückläufigen Umsätzen oder Erträgen, zunehmender Verschuldung oder Liquiditätsengpässen betroffen sind, können sich an ihre IHK wenden und erhalten schnelle, konkrete Unterstützung durch IHK und Bürgschaftsbank.
„Die wirtschaftliche Lage ist derzeit in einigen Branchen sehr angespannt. Bei vielen Unternehmen in der Region sind die Auswirkungen spürbar: sinkende Nachfrage, steigende Kosten und fehlende Fachkräfte“, sagt Bianca Schmid, Referentin Gründung, Wachstum, Nachfolge bei der IHK Karlsruhe. „Unser Ziel ist es, Unternehmen schon zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu unterstützen“, so Schmid weiter. „Nach der Pilotphase soll der FinanzierungsCheck im kommenden Jahr landesweit in allen zwölf IHKs angeboten werden.“
Der Service richtet sich an etablierte Unternehmen, die Mitglied der IHK sind. Bislang wurden bereits vier Unternehmen über den FinanzierungsCheck unterstützt.
Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg hat im Jahr 2025 ein deutlich wachsendes Neugeschäft verzeichnet. Das Bürgschafts- und Garantievolumen stieg auf 404,8 Millionen Euro und lag damit 13,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden 2.037 Bürgschaften und Garantien genehmigt, ein Zuwachs von 14,2 Prozent. Damit wurde ein Finanzierungsvolumen von gut 620 Millionen Euro gemeinsam mit der Kreditwirtschaft mobilisiert. Ein klarer Schwerpunkt lag erneut auf der Finanzierung von Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen. Die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft verzeichnete im Jahr 2025 einen leichten Rückgang bei der Anzahl der begleiteten Vorhaben (93, Vorjahr 106). Das Beteiligungsvolumen übertraf hingegen mit 21,4 Millionen Euro das Vorjahresniveau um 1,6 Prozent. Positive Impulse kamen insbesondere aus den Bereichen Expansion und Unternehmenssicherung sowie aus dem Bereich Venture Capital. Gleichzeitig blieb die Investitionsbereitschaft bei den Unternehmen insgesamt eher verhalten. Dirk Buddensiek, Mitglied der MBG-Geschäftsführung, begründet das mit der herausfordernden Gesamtlage.
Info: Zum Finanzierungscheck www.ihk.d:e/karlsruhe, Nr. 6790828, Ansprechpartnerin bei der IHK Karlsruhe: Bianca Schmid, E-Mail: bianca.schmid@karlsruhe.ihk.de, Telefon: (07 21) 174-179.
DIHK zur EU Inc. - Eine Rechtsform für Europa
Mit der geplanten „EU Inc.“ will die Europäische Kommission Unternehmensgründungen in Europa einfacher und grenzüberschreitend praktikabler machen. Am 18. März 2026 legte sie den Vorschlag für ein sogenanntes 28. Regime vor: einen freiwilligen, digitalen europäischen Rechtsrahmen, der neben die bestehenden nationalen Gesellschaftsformen treten soll. Ziel ist es, Unternehmen die Gründung, Tätigkeit und Expansion innerhalb der EU zu erleichtern.
Der Hintergrund ist die bislang stark fragmentierte Rechtslandschaft im Binnenmarkt. Wer in Europa gründen oder skalieren will, muss sich derzeit mit 27 nationalen Rechtssystemen und mehr als 60 gesellschaftsrechtlichen Formen auseinandersetzen. Nach Darstellung der Kommission kann diese Komplexität Gründungen um Wochen oder Monate verzögern. Die EU Inc. soll dagegen vollständig digital gegründet werden können – innerhalb von 48 Stunden und zu Kosten von höchstens 100 Euro.
Die DIHK bewertet den Vorschlag grundsätzlich positiv. DIHK-Chefjustitiar Stephan Wernicke bezeichnete das 28. Regime als „Leuchtturmprojekt“ mit möglicher Signalwirkung für den europäischen Binnenmarkt. Aus Sicht der DIHK könnte eine europaweit einheitliche Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die unkompliziert und digital gegründet werden kann, Gründungen Rückenwind geben. Entscheidend sei jedoch, dass die neue Rechtsform praxistauglich und breit zugänglich ausgestaltet werde.
Nicht nur für bestimmte Gruppen
Wichtig ist der DIHK dabei, dass die EU Inc. nicht nur für bestimmte Gruppen von Unternehmen offensteht. Sonderregeln etwa nur für „innovative“ Unternehmen würden aus ihrer Sicht neue bürokratische Hürden schaffen. Die neue Gesellschaftsform soll freiwillig sein und grundsätzlich auch bestehenden Unternehmen offenstehen. Im Mittelpunkt müsse stehen, Gründung, Wachstum und grenzüberschreitende Tätigkeit im Binnenmarkt zu vereinfachen.
Noch handelt es sich um einen Vorschlag, nicht um geltendes Recht. Die DIHK verweist darauf, dass das Projekt im Gesetzgebungsverfahren nicht durch zusätzliche Anforderungen aus Arbeits-, Insolvenz- oder Finanzierungsrecht überfrachtet werden sollte. Entscheidend sei ein fairer Wettbewerb mit bestehenden nationalen Rechtsformen. Dann könnte die EU Inc. zu einem Baustein werden, um Europa als Gründungs- und Wachstumsstandort attraktiver zu machen – gerade für junge Unternehmen, die von Anfang an europäisch denken.
Gründerwohnzimmer im K2 AbbaHus
Zwischen Schweden-Regal und Geschäftsmodell
Die Sofas im Gründerwohnzimmer stehen laut Wegweisern zwischen den Ikea-Regalen 5 bis 8. Dazu Abba-Reminiszenzen an den Theaterwänden des K2 und natürlich der Name AbbaHus machen die positiven Schweden-Vibes komplett. Im zweiten Spielort des Kammertheaters wird bei der von Baden TV live übertragenen Talkshow „Gründerwohnzimmer“ allerdings weder über skandinavische Landschaften noch über Möbel gesprochen, sondern über Mut, und Durchhaltevermögen.
Moderiert wurde der Abend von Michael Schulze, Inhaber der Wirtschaftskanzlei Schulze in Karlsruhe. Schulze ist auf Finanzen, Strategie und Gründungsberatung spezialisiert und führte entsprechend praxisnah durch das Programm.
Einer der Gäste war der Karlsruher Unternehmer Hubert Idzko. Er hat die HI PKV GmbH gegründet, die sich auf private Krankenversicherungen spezialisiert hat. Idzko sieht genau darin den entscheidenden Punkt: Der Markt brauche heute stärker Spezialisten als Generalisten. Früher hätten viele Versicherungsmakler zahlreiche Themen parallel betreut. Sein Unternehmen konzentriert sich dagegen ausschließlich auf die private Krankenversicherung.
Im Mittelpunkt seines Auftritts stand vor allem seine App, die Privatversicherten kostenlos Orientierung im oft unübersichtlichen Tarif- und Leistungsdschungel geben soll. Nutzerinnen und Nutzer können ihren Versicherungsschein hochladen. Das System analysiert die Unterlagen und beantwortet sowohl allgemeine Fragen zur privaten Krankenversicherung als auch tarifbezogene Fragen zu individuellen Bedingungen und Sonderregelungen. Nach Angaben Idzkos sind alle Gesellschaften und Tarife seit 1978 hinterlegt.
Führung beginnt beim Menschen
Nadine Ketterer brachte eine andere Perspektive auf Selbstständigkeit und Unternehmertum ein. Sie ist Psychologin und Unternehmensberaterin und arbeitet unter der Marke „Lead with Positivity“. Ihr Schwerpunkt liegt auf positiver Psychologie, stärkenorientierter Führung und mitarbeiterzentrierten Arbeitskulturen.
Ketterer begleitet Azubis, Führungskräfte, kleine und mittlere Unternehmen, Einzelunternehmer sowie Organisationen aus dem Non-Profit-Bereich. In ihrer Arbeit geht es unter anderem um Stress, Resilienz, Schlafgesundheit und Führungsverhalten. Besonders interessiere sie, was Menschen im Inneren antreibt: Was beschäftigt jemanden wirklich? Wo entstehen Belastungen? Und wie lässt sich Veränderung so anstoßen, dass sie nicht nur im Beruf, sondern auch privat trägt?
Ihr Ansatz verbindet psychologisches Fachwissen mit praktischer Berufserfahrung. Ketterer hat selbst mehr als zehn Jahre Führungserfahrung, hat auch einen kaufmännischen Background und kann deshalb verschiedene Blickwinkel zusammenführen. Coaching funktioniere allerdings nur, wenn Menschen auch bereit seien, etwas zu verändern.
Gerade für Gründerinnen und Gründer ist dieser Punkt zentral. Wer ein Unternehmen aufbaut, beschäftigt sich oft zuerst mit Produkt, Markt, Finanzierung und Vertrieb. Ketterers Perspektive erinnert daran, dass auch die eigene Belastbarkeit, Führungsfähigkeit und innere Klarheit Teil des Geschäftsmodells werden können.
Selbstständigkeit auf der Bühne
Auch Michele Mahn kennt den Weg in die Selbstständigkeit. Die Sängerin, Songwriterin und Entertainerin lebt in Baden-Baden und tritt unter „Michele Mahn Entertainment“ bei Firmenevents, Hochzeiten und Galas auf.
Bekannt wurde sie früh: Mit 14 war sie Kandidatin bei „The Voice Kids“ und schaffte es bis in die Battles. Die Erfahrung sei aufregend gewesen und habe ihr bei den ersten Karriereschritten geholfen. Den ganz großen Erfolg habe die Show aber nicht automatisch gebracht. Danach ging es weiter mit viel Eigeninitiative, Auftritten, Kontakten und Arbeit an der eigenen Stimme.
Heute steht Mahn regelmäßig live auf der Bühne, bildet junge Menschen aus und unterrichtet unter anderem an der Europa-Park Talent Academy. Von ihrer Musik kann sie leben. Gleichzeitig bleibt die Selbstständigkeit in der Kulturbranche schwer planbar. Wo sie in einem Jahr stehe, könne sie nicht genau sagen.
Auch das gehört zum Gründen: Sichtbarkeit allein reicht nicht. Talent braucht Struktur, Ausdauer und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Mahn formulierte es sinngemäß so: Durchhalten wird belohnt.
Vom Hühnerstall zum Maschinenbaubetrieb
Eine besonders bodenständige Gründungsgeschichte erzählte Dirk G. Rothweiler. Er leitet Rothweiler Feinwerkmechanik in Pfinztal, ein Unternehmen für CNC-Lösungen, Prototypenbau und Präzisionstechnik. Zugleich ist er in der Gründerszene als Mentor für technische Start-ups aktiv.
Seine eigene Gründung begann nicht mit Investoren, Pitchdeck oder Förderprogramm. 2003, in einer schwierigen Phase des Maschinenbaus, war Rothweiler arbeitslos. Mit rund 900 Euro Startkapital baute er zunächst einen Hühnerstall um, später folgte eine Halle. Als frisch gebackener Meister startete er in der Garage seiner Eltern. Zwölf bis vierzehn Stunden Arbeit am Tag seien damals normal gewesen; die Familie habe mitgeholfen.
Über viele Jahre investierte Rothweiler vor allem in den eigenen Betrieb. Er beschreibt einen Weg, der stark von Verzicht, Sparen und schrittweisem Aufbau geprägt war. Heute habe sich das Umfeld deutlich verändert. Start-ups seien stärker im Blick von Investoren, allerdings sieht Rothweiler Europa im internationalen Vergleich weiter im Rückstand. In den USA und China werde deutlich mehr Kapital in junge Unternehmen investiert.
Seit 2019 begleitet er Start-ups, vor allem aus den Bereichen Maschinenbau, Engineering und Innovation. Viele Gründerinnen und Gründer kämen mit akademischem Hintergrund und einer guten Idee. Entscheidend sei dann, daraus ein tragfähiges Projekt zu machen. Rothweilers Rat blieb entsprechend klar: machen, für die Sache brennen und Energie hineinstecken.
Dirk G. Rothweiler (Rothweiler Feinwerkmechanik): „Einfach machen. Man muss für die Sache brennen und Energie hineinstecken.“
Nachhaltigkeit als gemeinsame Frage
In der Abschlussfrage ging es um Nachhaltigkeit: Rothweiler sprach über Kreislaufwirtschaft, Regionalität und die Frage, wie Energie und Werkstoffe bewusster eingesetzt werden können. Ketterer bezog Nachhaltigkeit auf den Arbeitsalltag: Was Menschen stärkt, müsse dauerhaft integrierbar sein. Idzko verwies auf die digitale App, die Papier spare, und auf ein Gesundheitsnetzwerk innerhalb der Anwendung. Michele Mahn nannte den Wunsch, einen guten Hit zu schreiben in der Musik vielleicht die nachhaltigste Währung überhaupt.
Das „Gründerwohnzimmer“ zeigte damit sehr unterschiedliche Wege in die Selbstständigkeit: Versicherung, Psychologie, Musik und Maschinenbau. Gemeinsam war allen Geschichten, dass Gründen selten geradlinig verläuft. Es braucht Fachwissen, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit und Menschen, die unterstützen. Dazu zählen auch Netzwerker und Förderer wie Ulrich Kammerer, die solche Formate begleiten.
Nadine Ketterer (Lead with Positivity): „Gründen braucht nicht nur eine Geschäftsidee, sondern auch die Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung.“
Workshopreihe von IHK und Handwerkskammer
Von der Gründerin zur Unternehmerin
Der Schritt in die Selbstständigkeit ist geschafft, doch nach der Gründung beginnt für viele Unternehmerinnen die nächste Herausforderung: Das eigene Unternehmen muss strukturiert geführt, wirtschaftlich gesteuert und am Markt weiterentwickelt werden. Genau hier setzt die Workshopreihe „Von der Gründerin zur Unternehmerin“ an, die die IHK Karlsruhe gemeinsam mit der Handwerkskammer Karlsruhe organisiert.
Das Angebot richtet sich an Jungunternehmerinnen, die ihre unternehmerischen Kompetenzen ausbauen und ihr Geschäft professioneller aufstellen möchten. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Themen aus dem Unternehmensalltag: Zeitmanagement, Kundengewinnung, betriebswirtschaftliche Auswertung und Kundenkommunikation.
Viele Gründerinnen bringen eine starke fachliche Grundlage mit. Für den langfristigen Erfolg braucht es jedoch zusätzlich unternehmerisches Wissen: Wie lassen sich Aufgaben sinnvoll priorisieren? Wie gelingt gezielte Akquise? Welche Aussagen liefert die BWA? Und wie können Kundengespräche klar und professionell geführt werden?
Die vierteilige Reihe vermittelt dafür konkrete Werkzeuge und bietet zugleich Raum für Austausch und Vernetzung.
Workshopreihe: Von der Gründerin zur Unternehmerin
Die IHK Karlsruhe und die Handwerkskammer Karlsruhe bieten 2026 vier praxisnahe Termine für Jungunternehmerinnen an:
19. Mai 2026, IHK Karlsruhe: Zeitmanagement – mehr Fokus, weniger Stress
14. Juli 2026, Handwerkskammer Karlsruhe: Akquise – mehr Kunden gezielt gewinnen
8. September 2026, IHK Karlsruhe: BWA verstehen und richtig kalkulieren
10. November 2026, Handwerkskammer Karlsruhe: Erfolgreiche Kundenkommunikation
Info: bianca.schmid@karlsruhe.ihk.de, bzw. nicole.wiederhold@karlsruhe.ihk.de
Elevator Pitch Regionalcup Karlsruhe
Drei Minuten für die Geschäftsidee
Innovative Geschäftsideen sichtbar machen, Gründende vernetzen und junge Unternehmen beim Wachstum unterstützen: Das ist das Ziel des Start-up BW Elevator Pitch. Am 12. Juni 2026 findet der Regionalcup Karlsruhe live in den Räumen der IHK Karlsruhe statt. Teilnehmen können Gründerinnen und Gründer in der Vorgründungsphase sowie Unternehmen, deren Gründung höchstens fünf Jahre zurückliegt. Beim Regionalcup treten zehn bis maximal zwölf Projekte gegeneinander an. Sie präsentieren ihre Geschäftsidee in einem kompakten Pitch vor Publikum und Expertenjury.
Das Format ist bewusst reduziert: Jedes Team hat drei Minuten Zeit, um Idee, Nutzen, Marktpotenzial und Umsetzung verständlich auf den Punkt zu bringen. Digitale Präsentationen sind nicht zugelassen; erlaubt sind dagegen Prototypen, Fotos, Modelle, Requisiten oder Flipcharts. Anschließend folgt eine dreiminütige Fragerunde mit der Jury.
Bewertet werden unter anderem Innovationsgrad, Marktpotenzial, Umsetzbarkeit, Skalierbarkeit, Teamkompetenz und Klarheit der Präsentation. Der Wettbewerb bietet den Teilnehmenden nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch die Möglichkeit, Kontakte zu regionalen Institutionen, potenziellen Investoren, Geschäftspartnern und Kunden zu knüpfen. Der oder die Gewinnerin des Regionalcups erhält ein Ticket für das Landesfinale am 16. Juli 2026 in Freiburg beim Käpsele Innovation Festival. Dort können die besten Teams um Preisgelder von bis zu 4.000 Euro pitchen.
Info: bianca.schmid@karlsruhe.ihk.de
Gründen für die Energiezukunft
Start-ups machen Innovation in Karlsruhe greifbar
Ideen, die nach Zukunft klingen, Technologien, die morgen Realität werden können, und Gründerinnen und Gründer, die genau daran arbeiten: Beim AXEL Startup Demo Day in Karlsruhe wurde sichtbar, wie viel Innovationskraft in der Energiewende steckt. Im FZI House of Living Labs präsentierten junge Unternehmen ihre Lösungen für zentrale Herausforderungen der Energiebranche.
Vor Fachpublikum, Investorinnen und Investoren, Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Start-up-Szene und Wirtschaft zeigten zehn Start-ups aus Baden-Württemberg, wie vielfältig Gründungsideen im Energiesektor heute sind. Zwei der Teams kamen aus Karlsruhe. Die vorgestellten Ansätze reichten von KI-gestützten Anwendungen über neue Speicherlösungen und automatisierte Effizienzanalysen bis hin zu Technologien für Wasserstofftransport, CO₂-Speicherung und mobile Batteriesysteme.
Der Demo Day machte deutlich: Gründen bedeutet hier nicht nur, eine Idee zu entwickeln. Es geht darum, Lösungen greifbar zu machen, Geschäftsmodelle zu schärfen und den Weg in die praktische Anwendung zu finden. Nach den Pitches entstanden intensive Gespräche über Umsetzung, Skalierbarkeit, Wettbewerb und Marktperspektiven.
Genau an dieser Schnittstelle setzt AXEL – Der Energie-Accelerator an. Das Programm begleitet junge Unternehmen auf dem Weg von der Idee zum Markteintritt und bietet Zugang zu Coachings, erfahrenen Mentorinnen und Mentoren sowie zum Netzwerk von fokus.energie e.V. Seit 2018 haben bereits 281 Teams mit mehr als 680 Gründerinnen und Gründern diese Unterstützung genutzt.
Im Finale überzeugte das Karlsruher Start-up Blade Breakwaters Jury und Publikum. Das Team will ausgediente Rotorblätter von Windkraftanlagen im Küstenschutz weiterverwenden und verbindet damit Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und wirtschaftliches Potenzial. Als Gewinner erhält Blade Breakwaters nun zwölf Monate gezieltes Mentoring und individuelle Unterstützung im „Team Development“-Programm von AXEL.
Start-up BW Pre-Seed
Zwei Karlsruher Gründungen ausgewählt
Zwei junge Unternehmen aus Karlsruhe haben in der ersten Auswahlrunde 2026 des Landesprogramms Start-up BW Pre-Seed überzeugt: Die exceit GmbH und die FastCast Ceramics GmbH können sich nun um eine Förderung in dem Frühphasenprogramm des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg und der L-Bank bewerben.
Mit Start-up BW Pre-Seed unterstützt das Land innovative Gründungsvorhaben in einer sehr frühen Unternehmensphase. Für die ausgewählten Start-ups geht es um eine finanzielle Unterstützung von zunächst bis zu 320.000 Euro, die je zur Hälfte vom Land und einem Co-Investor getragen wird. In Einzelfällen kann die Förderung später auf bis zu 640.000 Euro erweitert werden. Voraussetzung ist nun eine vollständige Bewerbung bei der L-Bank, die über die Zuteilung der Mittel entscheidet.
Die exceit GmbH aus Karlsruhe entwickelt eine neue Generation besonders effizienter und langlebiger blauer OLED-Pixel. Grundlage ist die sogenannte IMTS-Technologie, mit der schädliche interne Anregungszustände bereits bei ihrer Entstehung gezielt unterdrückt werden sollen. Damit adressiert das Unternehmen ein zentrales technologisches Thema in der Weiterentwicklung organischer Leuchtdioden.
Ebenfalls aus Karlsruhe kommt die FastCast Ceramics GmbH. Das Start-up entwickelt, produziert und vertreibt offenporige technische Keramiken. Mit einem eigens entwickelten Keramikschlicker konnte das Unternehmen die Herstellungsdauer von Keramikschalen für den Feinguss deutlich reduzieren und damit einen Ansatz für effizientere industrielle Produktionsprozesse schaffen.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bezeichnete Start-up BW Pre-Seed als wichtigen Eckpfeiler der Gründungsförderung. Gefördert würden junge Unternehmen mit aussichtsreichen Geschäftsideen, die das Potenzial hätten, den Strukturwandel in der baden-württembergischen Wirtschaft voranzutreiben. Auch L-Bank-Vorstandsvorsitzende Edith Weymayr betonte die Bedeutung des Programms für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Landes.
Info: www.startupbw.de/pre-seed, www.l-bank.de/pre-seed
KfW Award Gründen 2026
Gründerinnen, Gründer und junge Unternehmen können sich ab dem 1. April 2026 für den KfW Award Gründen 2026 bewerben. Ausgezeichnet werden Start-ups und junge Unternehmen aus ganz Deutschland, die mit innovativen Ideen, kreativen Geschäftsmodellen oder besonderen Wegen in der Unternehmensführung überzeugen.
Insgesamt vergibt die KfW 35.000 Euro Preisgeld. In jedem Bundesland wird ein Unternehmen mit 1.000 Euro ausgezeichnet. Diese Landessiegerinnen und Landessieger konkurrieren anschließend um den Bundespreis in Höhe von 9.000 Euro. Zusätzlich gibt es einen Sonderpreis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge über 5.000 Euro sowie einen Publikumspreis, der ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert ist. Bewertet werden unter anderem Innovationsgrad, Kreativität, wirtschaftlicher Erfolg, gesellschaftlicher Mehrwert, soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit und ein integratives Arbeitsumfeld.
Info: www.kfw-awards.de
Kontakt
Bianca Schmid
IHK Karlsruhe
Bereich Gründung, Wachstum, Nachfolge
Marius-Ravel Scheib
IHK Karlsruhe
Bereich Gründung, Wachstum, Nachfolge
Lucinda Egner
IHK Karlsruhe
Bereich Gründung, Wachstum, Nachfolge
