IHK-Magazin WIMA
Nr. 6951084
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Umwelttechnikpreis mit Preisträger aus der Region

Mit dem alle zwei Jahre vergebenen Umwelttechnikpreis 2025 würdigt das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft marktfähige Produkte, die durch eine besondere Umweltleistung überzeugen. Der Preis ist insgesamt mit 122.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien sowie einem Sonderpreis der Jury vergeben.
Die Preisverleihung fand am 11. November 2025 in der Schwabenlandhalle in Fellbach statt. Der Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg zeigt, wie stark Innovationskraft, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit miteinander verknüpft sind. Die ausgezeichneten Unternehmen belegen, dass Umwelttechnik „made in Baden-Württemberg“ nicht nur einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet, sondern auch zukunftsfähige Geschäftsmodelle hervorbringt und damit den Standort insgesamt stärkt.
Unter den Preisträgern befinden sich auch zwei Unternehmen aus der Region, die mit innovativen Lösungen zur Bewältigung zentraler Umweltfragen beitragen. Das Karlsruher Unternehmen heliopas.ai GmbH belegte mit seinem Produkt „RiverFox“ den 3. Platz in der Kategorie „Digitalisierung; Künstliche Intelligenz (KI), Mess-, Steuer- und Regeltechnik“ des Umwelttechnikpreises 2025.
„Diese Platzierung ist für uns eine wertvolle Anerkennung der Arbeit, die unser Team, unsere Beraterinnen und Berater sowie die Landwirtinnen und Landwirte leisten, die früh an unsere Technologie geglaubt haben. Sie bestärkt uns in unserer Mission: mit digitalen Werkzeugen Transparenz schaffen und leistungsfähige Technologie in die Hände derer legen, die täglich für sichere Lebensmittelproduktion, Bodengesundheit und Wasserschutz arbeiten. Wir wollen dazu beitragen, die Resilienz der Landwirtschaft in Baden-Württemberg – und darüber hinaus – nachhaltig zu stärken.“ So Felipe Barreto, Chief Business Development Offiver (CBDO) der heliopas.ai GmbH, der stellvertretend für das ganze Team den Preis von Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann entgegennahm.
Das Bewässerungsmanagementsystem „RiverFox“ ist eine KI-gestützte Plattform, die basierend auf Satellitendaten die optimale Bewässerungsmenge bestimmt. Einzigartig sei hierbei die Bodenfeuchteanalyse mit einer räumlichen Genauigkeit von zehn mal zehn Metern, so dass nur die Pflanzen bewässert werden, die auch wirklich Wasser benötigen.
Mit „RiverFox“ bietet heliopas.ai den Landwirten erstmals ein Bewässerungsmanagementsystem an, das sie als App oder direkt im Browser nutzen können, um ihren Wasser- und Energieeinsatz effizienter zu gestalten. Das System ermöglicht den Landwirten auch die Einbindung eigener Bewässerungsdokumentationen und Daten aus anderen Systemen.
Die heliopas.ai GmbH mit Sitz in Karlsruhe, 2020 von den zwei KIT-Alumni Ingmar Wolff und Benno Ommerborn Avino gegründet, ist ein Deep-Tech-Unternehmen, das sich auf die großskalige Analyse und Modellierung von Wetter-, Satelliten- und Pflanzendaten spezialisiert hat.
In der Kategorie „Zirkuläres Wirtschaften und Vermeidung von Umweltbelastungen“ wurde das Karlsruher Unternehmen Wasser 3.0 mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Umweltstaatssekretär Dr. Andreas Baumann überreichte die Urkunde an Gründerin und Geschäftsführerin Dr. Katrin Schuhen.
Ausgezeichnet wurde das Verfahren Wasser 3.0 PE-X®, ein weltweit neuartiger Ansatz zur Entfernung von Mikroplastik aus Wasser – filterfrei, energieeffizient und wirtschaftlich. Ungiftige Hybridkieselgele verklumpen Mikroplastikpartikel zu größeren Aggregaten, die an die Wasseroberfläche steigen und dort abgeschöpft werden können. Auf energieintensive Filtertechnik oder problematische Chemikalien wird dabei verzichtet.
Nach Angaben des Unternehmens erreicht das Verfahren eine Entfernungsrate von über 95 Prozent, reduziert die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Filtrationsmethoden um bis zu 75 Prozent und senkt den CO₂-Fußabdruck um rund 96 Prozent.
Die Jury würdigte insbesondere den zirkulären Gesamtansatz von Wasser 3.0. Dieser umfasst nicht nur die Entfernung von Mikroplastik, sondern auch dessen Detektion und Wiederverwertung. Mit einer eigens entwickelten Analytik lassen sich Mikroplastikbelastungen deutlich schneller und kostengünstiger erfassen als mit bisherigen Verfahren. Die abgeschöpften Kunststoffpartikel werden anschließend als Sekundärrohstoffe wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt.
Das Verfahren ist bereits in der Praxis erprobt. Seit 2020 laufen Pilotprojekte auf Kläranlagen, unter anderem in Landau-Mörlheim, sowie Anwendungen in der Kunststoffindustrie, um Mikroplastikemissionen direkt an der Quelle zu reduzieren.
Info: heliopas.ai, wasserdreinull.de

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