IHK-Magazin WIMA
Nr. 7151978
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Stadtwerke Karlsruhe für 30 Jahre EMAS gewürdigt

Seit drei Jahrzehnten arbeiten die Stadtwerke Karlsruhe nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS. Zum Jubiläum würdigte das Bundesumweltministerium das langjährige Engagement des Unternehmens für Umwelt- und Klimaschutz.
Bereits 1996, lange bevor Nachhaltigkeit zum gesellschaftlichen Mainstream wurde, entschieden sich die Stadtwerke Karlsruhe für einen konsequenten Weg des Umwelt- und Klimaschutzes. Seit nunmehr 30 Jahren arbeiten sie nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS, dem „Eco-Management and Audit Scheme“.
Anlässlich des Jubiläums besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit die Stadtwerke Karlsruhe. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Klimaschutzinstitutionen blickte das Unternehmen auf drei Jahrzehnte systematischen Umweltmanagements und mehr als 550 umgesetzte Umweltmaßnahmen zurück.
Seit der Aufnahme in das EMAS-System am 11. April 1996 ist Umwelt- und Klimaschutz fester Bestandteil der Unternehmensentwicklung. Die Maßnahmen reichen von Investitionen in eine klimafreundliche Wärmeversorgung und der Nutzung industrieller Abwärme bis hin zu Energieeffizienzprojekten und der Modernisierung der Infrastruktur.
Die Wirkung zeigt sich in konkreten Zahlen: Die Karlsruher Fernwärme stammt nach Angaben der Stadtwerke bereits zu rund 90 Prozent aus Abwärme und Kraft-Wärme-Kopplung. Dadurch werden jährlich rund 150.000 Tonnen CO₂ gegenüber einer Wärmeerzeugung mit Erdgas vermieden. Am Verwaltungsstandort konnten seit der energetischen Sanierung und der Optimierung der Gebäudetechnik im Jahr 2019 zudem rund 50 Prozent des Wärmeverbrauchs und 38 Prozent des Stromverbrauchs eingespart werden.

Kein Selbstzweck

Die Stadtwerke nutzen EMAS nach eigener Aussage nicht als Selbstzweck, sondern als Instrument, um Umwelt- und Klimaschutz dauerhaft in Investitions- und Infrastrukturentscheidungen zu verankern. Die Fortschritte werden regelmäßig in den Umwelterklärungen des Unternehmens veröffentlicht und von unabhängigen Umweltgutachtern überprüft.
Im Rahmen des Festakts überreichte Rita Schwarzelühr-Sutter den Stadtwerken eine Jubiläumsurkunde. „Die langjährige Teilnahme am Umweltmanagementsystem EMAS lohnt sich doppelt: für den Umwelt- und Klimaschutz sowie den unternehmerischen Erfolg“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin. Die zahlreichen Effizienzmaßnahmen hätten beträchtliche Mengen an Energie, Ressourcen und Treibhausgasemissionen eingespart, Betriebskosten gesenkt und Abhängigkeiten vom globalen Energiemarkt reduziert.
Auch die Karlsruher Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Gabriele Luczak-Schwarz, würdigte das Engagement: Die Stadtwerke zeigten seit drei Jahrzehnten, dass Versorgungssicherheit, wirtschaftlicher Erfolg und Klimaschutz gemeinsam gedacht werden könnten. Als kommunales Unternehmen leisteten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Stadt.
Für Markus Schleyer, Leiter des Umweltschutzes und Umweltmanagementbeauftragter der Stadtwerke, steht das Jubiläum vor allem für Haltung und Durchhaltewillen. EMAS fordere Transparenz und messbare Fortschritte und gebe dem Unternehmen einen verlässlichen Rahmen, sich kontinuierlich zu verbessern.
Geschäftsführerin Iman El Sonbaty betonte die Bedeutung langfristiger Strategien: „Klimaschutz entsteht nicht durch einzelne Projekte, sondern durch konsequente Entscheidungen über Jahrzehnte hinweg.“ EMAS helfe den Stadtwerken, Verantwortung messbar zu machen und Nachhaltigkeit dauerhaft in unternehmerisches Handeln zu übersetzen.
Die Stadtwerke Karlsruhe wurden außerdem für den Umweltpreis für Unternehmen Baden-Württemberg 2026 nominiert. Damit zählt das Unternehmen zu den 17 Unternehmen, die eine Fachjury aus 121 Einreichungen für die finale Preisrunde ausgewählt hat. Die Stadtwerke treten in der Kategorie „Industrieunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden“ an - gemeinsam mit der Stuttgarter „LAPP Holding SE“ und dem Unternehmen TRUMPF aus Ditzingen.

Dr.Claudia Rainfurth
IHK Karlsruhe