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Manni war das Maskottchen der Maskenbildner
„Schminke ist die letzte und persönlichste Rüstung, die ein Schauspieler anlegt.“ Mit diesem Zitat von Schauspieler Ben Kingsley unterstrich Gabriele Krellmann, Schulleiterin der Louis-Lepoix-Schule, die Bedeutung des Berufs der Maskenbildner. Im Baden-Badener Palais Biron der IHK Karlsruhe wurden Ende Juni 15 Absolventinnen und Absolventen dieses Ausbildungsberufs verabschiedet. Die Feier machte sichtbar, wie viel Können, Leidenschaft und Persönlichkeit in dieser Ausbildung stecken. Denn Maskenbildnerinnen und Maskenbildner schaffen weit mehr als Frisuren, Schminke, Perücken, Narben oder Bärte. Sie machen Figuren glaubwürdig. Sie helfen, Geschichten zu erzählen. Und sie geben Menschen vor dem Auftritt Sicherheit.
Ein hohes Niveau
Erstmals hat mit Charline Baumann vom Schauspielhaus Zürich eine frisch gebackene Maskenbildnerin die Traumnote 1 erreicht. Eine Seltenheit angesichts der strengen Kriterien in diesem Ausbildungsberuf. Anna Luise Lünswilken vom Badischen Staatstheater Karlsruhe erzielte das beste Ergebnis in der schriftlichen Prüfung. Aber auch insgesamt hagelte es Preise für eine Klasse auf besonders hohem Niveau.
In ihrem Grußwort erinnerte Nicole Munk, Leiterin des Geschäftsbereichs Aus und Weiterbildung der IHK Karlsruhe, daran, wie viele große Auftritte ohne die Arbeit der Maske nur halb so eindrucksvoll wären. Was wäre Jack Sparrow ohne kajalumrahmte Augen? Was wäre Alastor Moody ohne Narben, magisches Auge und durchdringenden Blick? Und was wäre manche Bühnenfigur ohne genau jene letzte Verwandlung, die erst in der Maske entsteht?
Munk würdigte den Beruf als eine besondere Verbindung aus Kreativität, Präzision, handwerklichem Können und Vorstellungskraft. Maskenbildnerinnen und Maskenbildner könnten Menschen verwandeln, Charaktere sichtbar machen und Emotionen verstärken, noch bevor der erste Satz gesprochen sei. Gleichzeitig sei ihre Arbeit anspruchsvoll. Sie verlange Geduld, technisches Wissen, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, auch dann ruhig zu bleiben, wenn hinter der Bühne die Zeit knapp wird.
Koalition der Kreativität
Auch Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer und Gabriela Krellmann gratulierten den Absolventinnen und dem einzigen männlichen Absolventen zu ihrem hervorragenden Abschluss. Krellmann betonte, dass sich die jungen Fachkräfte ihren Platz in den Betrieben erkämpft hätten. Die Anforderungen seien hoch: handwerklich, künstlerisch und theoretisch. Die Schulleiterin sprach von einer „überregionalen Koalition der Kreativität aus ganz Deutschland. Die Talente reichten weit über das Berufliche hinaus. Es gab Sängerinnen, Cartoonistinnen und Salsatänzerinnen unter den Absolventinnen.
Dass diese Klasse eine besondere Gemeinschaft war, wurde in den Rückblicken des Klassenleiters Thomas Schrumpf deutlich. Er sprach von einer „super Mannschaft“, die in anderen Zeiten losgesegelt und nach drei Jahren gemeinsam zurückgekehrt sei. Es sei ein wahnsinnig schönes Geschenk gewesen, diesen Weg begleiten zu dürfen.
Dass diese Klasse eine besondere Gemeinschaft war, wurde in den Rückblicken des Klassenleiters Thomas Schrumpf deutlich. Er sprach von einer „super Mannschaft“, die in anderen Zeiten losgesegelt und nach drei Jahren gemeinsam zurückgekehrt sei. Es sei ein wahnsinnig schönes Geschenk gewesen, diesen Weg begleiten zu dürfen.
Der Rückblick war entsprechend lebendig. Da waren Ausflüge, Workshops, Nähmaschinen, Museumsbesuche, Eimer mit Wasser, Grinsekatzen und Sprichwörtermasken zu sehen. Und dann gab es noch Elefant Manni, das gezeichnete Klassenmaskottchen, das gemeinsam mit größeren Mengen von Döner und Pizza für gute Stimmung sorgte. „Fast Food war die tragende Säule der Energieversorgung“, so Krellmann. Besonders eindrücklich blieb die Erinnerung an die Abschlussprüfung bei 36 Grad. Wer unter solchen Bedingungen konzentriert arbeiten, gestalten, kleben, knüpfen, schminken und modellieren kann, ist wohl tatsächlich für manches im Berufsleben gerüstet.
Die Absolventinnen und Absolventen kamen aus Betrieben aus ganz Deutschland und darüber hinaus, unter anderem vom Schauspielhaus Zürich, dem Badischen Staatstheater Karlsruhe, dem Gärtnerplatztheater München, dem Nationaltheater Mannheim, dem Saarländischen Staatstheater, dem Theater Erfurt, dem Staatstheater Mainz, dem Staatstheater Stuttgart, dem Landestheater Württemberg Hohenzollern, dem Stadttheater Konstanz, der Bayerischen Staatsoper, dem Mainfranken Theater Würzburg, dem Theater Heilbronn, dem Stadttheater Gießen und dem Theater Trier. Diese überregionale Zusammensetzung machte sichtbar, welche Bedeutung die Ausbildung in Baden Baden für die Theater und Kulturbranche hat.
Ein solcher Abschluss ist auch für die Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie die Mitglieder des Prüfungsausschusses ein besonderer Moment. Sie haben begleitet, erklärt, korrigiert, ermutigt und mitgefiebert. Ihr Einsatz trägt dazu bei, dass aus Begabung Beruf wird und aus handwerklichem Lernen künstlerische Sicherheit.
Das Motto der Präsentation „Gewusst, gekonnt, geschafft“ könnte gut über diesem Jahrgang stehen.
Das Motto der Präsentation „Gewusst, gekonnt, geschafft“ könnte gut über diesem Jahrgang stehen.
Abschlussfoto der frisch gebackenen Maskenbildnerinnen und Maskenbildner vor dem Palais Biron
Kontakt
Silvia Henker
IHK Karlsruhe
Bereich Ausbildung
Diana Grimm
IHK Karlsruhe
Bereich Ausbildung
Prüfungskoordinatorin Ausbildung
Daniela Richter
IHK Karlsruhe
Bereich Ausbildung
