11 min
Lesezeit
Klimaresilienz in der Wirtschaft
Bruchfest werden
Bruchfest werden
Hitze im Büro, Starkregen auf dem Betriebsgelände, Hagel auf dem Dach oder Trockenphasen, die Wasser zur strategischen Ressource machen: Der Klimawandel ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern kommt im Alltag der Unternehmen an. Er betrifft die Gesundheit der Beschäftigten ebenso wie Gebäude, Infrastruktur, Produktionsprozesse und Lieferfähigkeit. Klimaresilienz heißt deshalb nicht, ständig den Ernstfall auszurufen, sondern klug vorzusorgen, Risiken besser zu kennen und dort robuster zu werden, wo Betriebe besonders verwundbar sind.
Unser Titelthema zeigt, was unsere Unternehmen schon leisten und wie sie pragmatisch ins Handeln kommen: mit mehr Bewusstsein für klimabelastete Arbeitsplätze, mit besserem Schutz vor Naturgefahren und mit einem vorausschauenden Blick auf Wasserverbrauch, Kreisläufe und Versorgungssicherheit.
Was erwartet die Unternehmen und wie können sie handeln?
Der Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und ist längst keine Zukunftsangst mehr. Seine Auswirkungen sind durch Extremwetterereignisse, veränderte UV-Strahlung oder steigende Temperaturen deutlich spürbar geworden. Wie der Gesundheitsreport 2025 der Techniker Krankenkasse in Kooperation mit IFBG zeigt, ist diese Entwicklung bereits mitten im betrieblichen Alltag angekommen.
IFBG hat über 1.000 Beschäftigte und rund 350 Unternehmensverantwortliche zu dem Thema befragt und sieht ein deutliches Bild: 60,0 Prozent der Teilnehmenden nehmen bereits heute Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit wahr. Die Hälfte der Beschäftigten (51,8 Prozent) ist bspw. schon heute von extremer Hitze betroffen, die das Arbeiten zur Mittagszeit beeinträchtigt. Diese Betroffenheit spiegelt sich auch in der Gefühlslage der Beschäftigten wider: Über zwei Drittel der Befragten (69,2 Prozent) geben an, mit Blick auf den Klimawandel ziemlich oder sogar sehr besorgt zu sein. Das betrifft auch die Arbeitgeber. Denn wer wenig Hoffnung oder gar Ängste bezüglich des Umgangs mit den Klimaveränderungen durch sein Unternehmen verspürt, schätzt die eigene psychische Gesundheit schlechter ein.
IFBG hat über 1.000 Beschäftigte und rund 350 Unternehmensverantwortliche zu dem Thema befragt und sieht ein deutliches Bild: 60,0 Prozent der Teilnehmenden nehmen bereits heute Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit wahr. Die Hälfte der Beschäftigten (51,8 Prozent) ist bspw. schon heute von extremer Hitze betroffen, die das Arbeiten zur Mittagszeit beeinträchtigt. Diese Betroffenheit spiegelt sich auch in der Gefühlslage der Beschäftigten wider: Über zwei Drittel der Befragten (69,2 Prozent) geben an, mit Blick auf den Klimawandel ziemlich oder sogar sehr besorgt zu sein. Das betrifft auch die Arbeitgeber. Denn wer wenig Hoffnung oder gar Ängste bezüglich des Umgangs mit den Klimaveränderungen durch sein Unternehmen verspürt, schätzt die eigene psychische Gesundheit schlechter ein.
Besonders deutlich wird die Betroffenheit der Unternehmen, wenn es um die Gesundheit und die damit verbundene Produktivität der Belegschaft geht. Fast die Hälfte der Arbeitgeber (46,7 Prozent) sieht erhöhte Fehlzeiten schon jetzt als spürbare Auswirkung des Klimawandels.
Was können Unternehmen tun?
Vor diesem Hintergrund stellt sich für Unternehmen die Frage, was sie tun können. Aus Sicht der Beschäftigten gibt es hierfür klare Schwerpunkte: Während sich 37,5 Prozent der Befragten wünschen, dass ihr Arbeitgeber aktiv Bewusstsein für ein nachhaltigeres Verhalten schafft (bspw. regelmäßig für das Thema sensibilisieren), fordern 34,7 Prozent konkrete bauliche Maßnahmen zur Klimaanpassung.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass für die Beschäftigten neben der reinen Anpassung an die Folgen auch der aktive Klimaschutz und die Nachhaltigkeit ihres Arbeitgebers einen hohen Stellenwert besitzen. Letztlich macht die Studie deutlich, dass Unternehmen heute mehr denn je gefordert sind, den Klimawandel in Bezug auf die Gesundheit ihrer Belegschaft ernst zu nehmen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet dabei die ideale Schnittstelle, um eine zeitgemäße Gesundheitsförderung eng mit einer klimabewussten Organisationskultur zu verzahnen.
Autorin Maren Beer, Lead, Team Analysen & Studien, IFBG GmbH
Info: maren.beer@ifbg.eu
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass für die Beschäftigten neben der reinen Anpassung an die Folgen auch der aktive Klimaschutz und die Nachhaltigkeit ihres Arbeitgebers einen hohen Stellenwert besitzen. Letztlich macht die Studie deutlich, dass Unternehmen heute mehr denn je gefordert sind, den Klimawandel in Bezug auf die Gesundheit ihrer Belegschaft ernst zu nehmen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet dabei die ideale Schnittstelle, um eine zeitgemäße Gesundheitsförderung eng mit einer klimabewussten Organisationskultur zu verzahnen.
Autorin Maren Beer, Lead, Team Analysen & Studien, IFBG GmbH
Info: maren.beer@ifbg.eu
BGV startet neue Informationsplattform „Elementa“
BGV startet Extremwetter-Infoplattform
Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser und Hagel nehmen auch in Baden zu. Der BGV reagiert darauf mit dem neuen Online-Angebot „Elementa – Zentrum Naturgefahren“. Die kostenlose Plattform unterstützt Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, Bauherrschaften sowie Planerinnen und Planer dabei, Gebäude besser gegen Naturgefahren zu schützen.
Elementa bündelt erstmals deutschlandweit zentrale Informationen zu Naturgefahren an einem Ort. Kernstück ist ein adressgenaues Risiko-Radar, das Gefährdungen durch Flusshochwasser, Starkregen und Hagel sichtbar macht. Grundlage sind öffentlich verfügbare Gefahrenkarten von Bund und Ländern sowie eine hochauflösende Hagel-Risikokarte des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Ergänzt wird das Angebot durch praxisnahe Ratgeber zur baulichen Prävention und ein deutschlandweit exklusives Bauteilregister. Dieses listet geprüfte und zertifizierte Bauelemente, die die Widerstandsfähigkeit von Wohngebäuden erhöhen – darunter hagelsichere Dachziegel, Dachfenster und Fassadenlösungen. Das Register wird kontinuierlich erweitert.
„Mit Elementa sensibilisieren wir als öffentlicher Versicherer für die wachsenden Risiken durch Naturgefahren und zeigen konkret auf, wie Gebäude besser geschützt werden können – insbesondere schon in der Planungsphase. Damit leisten wir für Versicherungsnehmer, Kommunen und Partner einen wichtigen Beitrag zur Prävention“, sagt Matthias Kreibich, Vorstandsvorsitzender des BGV.
Entwickelt wurde Elementa gemeinsam mit der Gruppe der öffentlichen Versicherer und dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e.V. (IFS). Neben individueller Prävention berücksichtigt die Plattform auch Aspekte der öffentlichen Vorsorge und stellt bewährte Schutzmaßnahmen sowie aktuelle Forschungserkenntnisse vor.
Mit Elementa leistet der BGV zusammen mit den anderen öffentlichen Versicherern einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel und zur langfristigen Stärkung der Gebäudesicherheit in Deutschland.
Info: www.elementa.org
Info: www.elementa.org
L'Oréal: Mehr als ein Logistikzentrum
Ein Logistikzentrum ist ein Ort der Bewegung, geprägt von Effizienz und großen Warenströmen. Dass gerade hier ein Hotspot für biologische Vielfalt und ein Paradebeispiel für zukunftsweisende Klimaresilienz entstehen kann, beweist das Kosmetikunternehmen L’Oréal im badischen Muggensturm.
Das dortige Distributionszentrum für Deutschland, Österreich und die Schweiz wurde gerade erst für seinen ganzheitlichen ökologischen Ansatz mit dem renommierten „Biodiversitätspreis für die Wirtschaft 2026“ in der Kategorie „Naturnahes Firmengelände“ ausgezeichnet.
Bereits bei der Planung des 2019 fertiggestellten Standorts wurden die Weichen für die Zukunft gestellt: Ein rund 32.500 Quadratmeter großes Gründach, großzügige Retentionsbecken und ein eigener Teich bilden das Fundament. Seit 2021 wurden die rund 63.000 Quadratmeter großen Freiflächen im Rahmen des unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsprogramms „L’Oréal for the Future“ sukzessive durch Totholzhaufen, Sandlinsen, Insektennisthilfen sowie Nisttürme für Vögel und Fledermäuse aufgewertet.
Bereits bei der Planung des 2019 fertiggestellten Standorts wurden die Weichen für die Zukunft gestellt: Ein rund 32.500 Quadratmeter großes Gründach, großzügige Retentionsbecken und ein eigener Teich bilden das Fundament. Seit 2021 wurden die rund 63.000 Quadratmeter großen Freiflächen im Rahmen des unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsprogramms „L’Oréal for the Future“ sukzessive durch Totholzhaufen, Sandlinsen, Insektennisthilfen sowie Nisttürme für Vögel und Fledermäuse aufgewertet.
„Wir wollen zeigen, dass hocheffiziente Logistik und der Schutz lokaler Ökosysteme bei uns in Muggensturm Hand in Hand gehen“, erklärt Ina Allmendinger, Managerin für den Bereich Umweltschutz, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit am Standort. „Unsere Fortschritte messen wir wissenschaftlich. Bei der letzten Inventur konnten wir 220 Tierarten nachweisen, darunter geschützte Arten wie die Wechselkröte, die Zauneidechse oder sogar brütende Feldlerchen auf unserem Gründach.“
Gewinn für Natur und Standort
Die naturnahe Gestaltung ist jedoch nicht nur ein Gewinn für die Natur, sondern schützt den Standort auch aktiv vor den Folgen des Klimawandels. Das Gründach wirkt als natürlicher Hitzeschild und verringert die Kühllast des Gebäudes im Sommer, während drei Regenwasserzisternen als Speicher bei Starkregen dienen. Das dort gesammelte Wasser wird neben den Sanitäranlagen zur Bewässerung genutzt, was den Frischwasserverbrauch minimiert und den Standort bei anhaltender Wasserknappheit schützt.
Für die Belegschaft ist die biologische Vielfalt täglich erlebbar. Zuletzt wurde ein naturnaher Aufenthaltsbereich für alle Mitarbeitenden im Freien mit über 20 heimischen Strauch- und Baumarten geschaffen. Zusätzlich stärken Aktionstage und gemeinsame Pflanzaktionen das gemeinsame Umweltbewusstsein.
Für die Belegschaft ist die biologische Vielfalt täglich erlebbar. Zuletzt wurde ein naturnaher Aufenthaltsbereich für alle Mitarbeitenden im Freien mit über 20 heimischen Strauch- und Baumarten geschaffen. Zusätzlich stärken Aktionstage und gemeinsame Pflanzaktionen das gemeinsame Umweltbewusstsein.
Wasser im Blick, Prozesse gestärkt
Aus Sicht der Industrie ist Wasser weit mehr als ein Verbrauchsgut: Es ist eine strategische Ressource, die unmittelbar mit Produktionsprozessen, Produktqualität und Betriebssicherheit verbunden ist. Mit fortschreitender Klimakrise gewinnen Extremwetterereignisse weiter an Bedeutung. Längere Trockenphasen und Starkregen können nicht nur die Verfügbarkeit, sondern auch die Qualität von Wasser beeinflussen – und damit das Risiko betrieblicher Störungen erhöhen.
Für Baden-Württemberg gilt zwar grundsätzlich, dass Wasser verfügbar ist. Allerdings ist es räumlich und zeitlich ungleich verteilt. Nutzungskonflikte zwischen Trinkwasserversorgung, Industrie, Landwirtschaft, Energieversorgung und Ökosystemen könnten daher künftig zunehmen.
Für Unternehmen bedeutet das: Wassermanagement wird zunehmend zu einem Bestandteil betrieblicher Resilienz. Trockenphasen können die Versorgungssicherheit beeinträchtigen, während Starkregen Risiken wie Rückstau, Überflutungen oder qualitative Beeinträchtigungen von Wasserströmen mit sich bringen kann. Gleichzeitig sind viele Betriebe stark von einzelnen Wasserquellen abhängig. Belastbare Alternativen – etwa durch betriebliche Wasserkreisläufe, Wiederverwendung oder ergänzende Quellen – müssen häufig erst aufgebaut werden.
Für Baden-Württemberg gilt zwar grundsätzlich, dass Wasser verfügbar ist. Allerdings ist es räumlich und zeitlich ungleich verteilt. Nutzungskonflikte zwischen Trinkwasserversorgung, Industrie, Landwirtschaft, Energieversorgung und Ökosystemen könnten daher künftig zunehmen.
Für Unternehmen bedeutet das: Wassermanagement wird zunehmend zu einem Bestandteil betrieblicher Resilienz. Trockenphasen können die Versorgungssicherheit beeinträchtigen, während Starkregen Risiken wie Rückstau, Überflutungen oder qualitative Beeinträchtigungen von Wasserströmen mit sich bringen kann. Gleichzeitig sind viele Betriebe stark von einzelnen Wasserquellen abhängig. Belastbare Alternativen – etwa durch betriebliche Wasserkreisläufe, Wiederverwendung oder ergänzende Quellen – müssen häufig erst aufgebaut werden.
Hier setzt der Wasser-Check von Umwelttechnik BW an. Er bietet Unternehmen einen praxisnahen Einstieg, um ihre Wassernutzung im Betrieb strukturiert zu betrachten. Im Mittelpunkt stehen zentrale Fragen: Wo wird Wasser eingesetzt? Welche Qualitäten werden benötigt? Wo bestehen Abhängigkeiten, Unsicherheiten oder erste Verbesserungspotenziale?
Gemeinsam mit dem Unternehmen werden wichtige Wasserströme, Verbrauchsschwerpunkte und Rahmenbedingungen betrachtet. Dabei können auch Themen wie Wiederverwendung, Kreislaufführung, ergänzende Wasserquellen, Monitoring oder Synergien bei Kühlung, Reinigung, Bewässerung und Abwärme einbezogen werden.
Machen Sie den Wasser-Check:
Der Wasser-Check ist ein Angebot von Umwelttechnik BW und richtet sich an Unternehmen, die ihre Wassernutzung besser einordnen und erste Handlungsfelder identifizieren möchten. Das Angebot ist kostenfrei, neutral und unverbindlich.
Info: Dr. Sebastiana Roccuzzo, Projektleiterin Wassermanagement
Umwelttechnik BW, Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg, Email: sebastiana.roccuzzo@umwelttechnik-bw.de
Umwelttechnik BW, Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg, Email: sebastiana.roccuzzo@umwelttechnik-bw.de
BLANCO: Klimaresilienz beginnt mit belastbaren Daten
Warum Umwelt-Produktdeklarationen für Unternehmen, Bauprojekte und Lieferketten immer wichtiger werden
Klimaschutz, Ressourceneffizienz und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten sind längst keine Randthemen mehr. Für Unternehmen werden sie zunehmend zu harten Wettbewerbsfaktoren, besonders dort, wo Produkte in Bauprojekte, Ausschreibungen oder zertifizierte Gebäude einfließen. Wer heute plant, baut oder liefert, muss nicht nur Qualität, Preis und Verfügbarkeit im Blick haben, sondern auch nachvollziehbare Umweltinformationen bereitstellen können.
Klimaschutz, Ressourceneffizienz und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten sind längst keine Randthemen mehr. Für Unternehmen werden sie zunehmend zu harten Wettbewerbsfaktoren, besonders dort, wo Produkte in Bauprojekte, Ausschreibungen oder zertifizierte Gebäude einfließen. Wer heute plant, baut oder liefert, muss nicht nur Qualität, Preis und Verfügbarkeit im Blick haben, sondern auch nachvollziehbare Umweltinformationen bereitstellen können.
Ein Beispiel dafür liefert BLANCO aus Oberderdingen. Das Unternehmen hat für seine Produktkategorie Silgranit-Spülen eine Umwelt-Produktdeklaration, kurz EPD, veröffentlicht. Damit legt BLANCO geprüfte Daten zu den Umwelteinwirkungen der Produkte über ihren Lebenszyklus hinweg offen: von Rohstoffen und Produktion über Transport bis zur Entsorgungsphase. Die EPD umfasst acht Farben sowie die Produktionsstandorte Sinsheim und Most und weist insgesamt 36 Umweltindikatoren aus, darunter CO₂-Fußabdruck, Ozonabbaupotenzial und Wasserverbrauch.
Transparenz als Baustein resilienter Planung
Klimaresilienz bedeutet für Unternehmen nicht nur, sich gegen Extremwetter, Energiepreisschwankungen oder Lieferkettenrisiken zu wappnen. Sie bedeutet auch, Entscheidungen auf eine bessere Datengrundlage zu stellen. Denn wo Umweltwirkungen transparent sind, lassen sich Risiken früher erkennen, Anforderungen schneller erfüllen und Prozesse effizienter gestalten.
Gerade in der Bau- und Immobilienwirtschaft gewinnen solche Informationen an Bedeutung. Bei vielen Projekten sind Ökobilanzierungen, Nachhaltigkeitsnachweise oder Zertifizierungen inzwischen fest eingeplant. Für Hersteller und Zulieferer kann eine EPD deshalb den Unterschied machen: Sie erleichtert die Teilnahme an Ausschreibungen, unterstützt Planerinnen und Planer bei der Produktauswahl und schafft Vergleichbarkeit.
Die BLANCO-EPD wurde nach EN 15804 erstellt, durch das Institut für Bauen und Umwelt e. V. verifiziert und auf der europäischen ECO-Plattform gelistet. Damit erfüllt sie Anforderungen, die im Kontext von Green-Building-Kriterien und nachhaltiger Beschaffung zunehmend relevant werden.
Vom Nachweis zum Steuerungsinstrument
Der Nutzen einer EPD endet jedoch nicht bei der Kommunikation nach außen. Für Unternehmen kann sie auch nach innen Wirkung entfalten. Denn die systematische Erfassung von Umweltwirkungen zeigt, an welchen Stellen im Produktlebenszyklus die größten Hebel liegen. Daraus können Ansätze für Materialeinsatz, Produktion, Transport oder Produktentwicklung entstehen.
BLANCO sieht die EPD deshalb nicht nur als Beitrag zu mehr Transparenz, sondern auch als Datengrundlage für künftige Weiterentwicklungen. Genau darin liegt ein wesentlicher Punkt: Klimaresilienz entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch die Fähigkeit, belastbare Informationen in strategische Entscheidungen zu übersetzen.
BLANCO sieht die EPD deshalb nicht nur als Beitrag zu mehr Transparenz, sondern auch als Datengrundlage für künftige Weiterentwicklungen. Genau darin liegt ein wesentlicher Punkt: Klimaresilienz entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch die Fähigkeit, belastbare Informationen in strategische Entscheidungen zu übersetzen.
Für mittelständische Unternehmen ist das besonders relevant. Viele sind Teil komplexer Lieferketten und werden von Kunden, Investoren oder öffentlichen Auftraggebern immer häufiger nach Nachhaltigkeitsdaten gefragt. Wer diese Informationen strukturiert bereitstellen kann, reduziert Reibungsverluste, stärkt seine Marktposition und erhöht die Anschlussfähigkeit an künftige Standards.
Nachhaltigkeit messbar machen
Eine EPD bewertet ein Produkt nicht pauschal als „nachhaltig“ oder „nicht nachhaltig“. Sie liefert vielmehr standardisierte, geprüfte Umweltkennzahlen. Genau diese Sachlichkeit macht sie wertvoll. Unternehmen können auf dieser Grundlage nachvollziehbar kommunizieren, ohne in pauschale Werbeaussagen zu verfallen.
Für die Wirtschaft wird diese Form der Transparenz künftig wichtiger werden. Denn Klimaanpassung und Klimaschutz verlangen nicht nur technische Lösungen, sondern auch verlässliche Entscheidungsgrundlagen. Ob bei Gebäuden, Produkten oder Lieferketten: Wer die eigenen Umweltdaten kennt, kann Risiken besser einschätzen und Chancen gezielter nutzen.
Das Beispiel BLANCO zeigt, wie Unternehmen mit Produktdaten einen Beitrag zu resilienteren Planungs- und Beschaffungsprozessen leisten können. Für die Industrie insgesamt ist das ein Signal: Klimaresilienz beginnt nicht erst bei großen Transformationsprogrammen. Sie beginnt oft dort, wo Unternehmen ihre Wirkung messbar machen – und bereit sind, daraus Konsequenzen für die Zukunft abzuleiten.
Für die Wirtschaft wird diese Form der Transparenz künftig wichtiger werden. Denn Klimaanpassung und Klimaschutz verlangen nicht nur technische Lösungen, sondern auch verlässliche Entscheidungsgrundlagen. Ob bei Gebäuden, Produkten oder Lieferketten: Wer die eigenen Umweltdaten kennt, kann Risiken besser einschätzen und Chancen gezielter nutzen.
Das Beispiel BLANCO zeigt, wie Unternehmen mit Produktdaten einen Beitrag zu resilienteren Planungs- und Beschaffungsprozessen leisten können. Für die Industrie insgesamt ist das ein Signal: Klimaresilienz beginnt nicht erst bei großen Transformationsprogrammen. Sie beginnt oft dort, wo Unternehmen ihre Wirkung messbar machen – und bereit sind, daraus Konsequenzen für die Zukunft abzuleiten.
HOLINGER: Vom Risiko zur Ressource
Zunehmende Extremereignisse wie Hitzeperioden und Starkregen verändern den natürlichen Wasserhaushalt spürbar. Diese Entwicklungen führen zu Überhitzung urbaner Räume, ausgetrockneten Böden und gleichzeitig zu steigenden Überflutungen und Schäden. Wasser wird damit zu einem zentralen Faktor der Klimaresilienz von Städten und Landschaften.
Ein wesentlicher Ansatz zur Anpassung an diese klimatischen Veränderungen ist ein grundlegender Wandel in der Regenwasserbewirtschaftung. Statt Niederschlagswasser vollständig in die Kanalisation abzuleiten, wird es gezielt zurückgehalten, gespeichert, versickert und lokal genutzt. Maßnahmen wie dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie multifunktionale Retentionsflächen tragen dazu bei, Hochwasser- und Hitzebelastungen zu reduzieren und die klimaresiliente Stadtentwicklung zu stärken.
Damit wasserresiliente Maßnahmen langfristig wirksam sind, braucht es ein fundiertes Verständnis des gesamten Wasserkreislaufs. Hydraulische Modellierungen und Simulationen ermöglichen es, Abflusswege bei Starkregen zu analysieren, Überflutungsrisiken zu bewerten und Auswirkungen längerer Trockenphasen auf die Wasserverfügbarkeit für Stadtgrün abzuschätzen. Auf dieser Grundlage entstehen integrierte Konzepte für Starkregen- und Hochwasservorsorge, nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung sowie die Sicherung der Wasserverfügbarkeit in Trockenzeiten. Fachspezialisierte Ingenieurteams begleiten Kommunen und Infrastrukturträger dabei von der Risikoanalyse bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen.
Auch die HOLINGER Ingenieure GmbH ist in diesem Bereich deutschlandweit aktiv. In Zusammenarbeit mit einem Förderprojekt des BUND Dresden wurde beispielsweise eine Versickerungsmulde geplant und umgesetzt, wodurch Dachflächen von der Kanalisation entkoppelt und das anfallende Niederschlagswasser dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt werden konnte. Außerdem wurde im Rahmen einer B-Plan-Erschließung ein inklusives Regenwasserkonzept mit der Einleitung des Niederschlagswassers über eine Sedimentationsanlage in einen renaturierten Teich und der gedrosselten Abführung in ein angrenzendes Fließgewässer umgesetzt.
Mit der Eröffnung eines weiteren Büros in der Kriegsstraße 154 in Karlsruhe stärkt die HOLINGER Ingenieure GmbH seit Anfang 2026 ihre Präsenz in Süddeutschland. Ziel ist es, wasser- und klimaresiliente Lösungen frühzeitig in Planungsprozesse zu integrieren und durch geeignete bauliche Maßnahmen zur Stärkung des Wasserhaushalts und Prävention von klimabedingten Schäden beizutragen.
Mit der Eröffnung eines weiteren Büros in der Kriegsstraße 154 in Karlsruhe stärkt die HOLINGER Ingenieure GmbH seit Anfang 2026 ihre Präsenz in Süddeutschland. Ziel ist es, wasser- und klimaresiliente Lösungen frühzeitig in Planungsprozesse zu integrieren und durch geeignete bauliche Maßnahmen zur Stärkung des Wasserhaushalts und Prävention von klimabedingten Schäden beizutragen.
Der Umgang mit Wasser entscheidet zunehmend über die Lebensqualität unserer Städte. Wasserresilienz ist damit nicht nur eine technische Aufgabe, sondern ein entscheidender Baustein zukunftsfähiger Stadt- und Infrastrukturentwicklung. Für die HOLINGER Ingenieure GmbH ist sie eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre und eine Investition in Lebensqualität, Sicherheit und Zukunft.
Info: holinger.com/deutschland
Kontakt
Julia Harth
IHK Karlsruhe
Bereich Umwelt
Dr. Claudia Rainfurth
IHK Karlsruhe
