IHK-Magazin WIMA
Nr. 7187544
13 min Lesezeit

Fachkräfte von morgen - Vom Talent zum Profi

Wie im Sport wird man auch im Beruf nicht über Nacht zum Profi. Es braucht Training, Ausdauer und den Willen, sich ständig weiterzuentwickeln. Und selbst wer sein Fach beherrscht, bleibt nur mit regelmäßigem Training in Form.
Umso wichtiger sind gute Bedingungen für Ausbildung und Weiterbildung. Doch gerade hier stehen viele Unternehmen vor wachsenden Herausforderungen: Sie kämpfen mit Bewerbermangel, wirtschaftlicher Unsicherheit und unterschiedlichen Voraussetzungen bei den Schulabgängerinnen und Schulabgängern.
Das zeigt sich inzwischen auch auf dem regionalen Ausbildungsmarkt: Zum Start des neuen Ausbildungsjahres verzeichnet die IHK Karlsruhe 2.744 neu eingetragene Ausbildungsverträge, das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark ist der Rückgang in den gewerblich-technischen Berufen.
Gleichzeitig investieren viele Betriebe weiterhin viel Zeit und Engagement, um junge Menschen für ihre Berufe zu begeistern und sie fit für die Arbeitswelt von morgen zu machen.
„Wer heute auf Ausbildung verzichtet, dem können morgen die Fachkräfte fehlen.“ (IHK-Präsident Frank Roth)

IHK-Ausbildungsumfrage für Baden-Württemberg

Die wirtschaftliche Schwäche erreicht den Ausbildungsmarkt. Fast jeder dritte Ausbildungsbetrieb in Baden-Württemberg will 2026 weniger Ausbildungsplätze anbieten. Gleichzeitig fehlen geeignete Bewerberinnen und Bewerber. Die IHK-Ausbildungsumfrage zeigt, wo Unternehmen Handlungsbedarf sehen.
Die angespannte Wirtschaftslage hinterlässt Spuren bei der Ausbildung. 30 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe in Baden-Württemberg rechnen damit, 2026 weniger Ausbildungsplätze anzubieten. Im Vorjahr waren es 26 Prozent. 56 Prozent wollen ihr Angebot unverändert lassen.
Unsicherheit und Kostendruck treffen damit zunehmend auch die Nachwuchssicherung. Dabei bleibt die eigene Ausbildung für Unternehmen ein wichtiger Weg, um Fachkräfte langfristig zu gewinnen. Gerade angesichts von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und veränderten Berufsbildern gewinnt zugleich die kontinuierliche Weiterbildung an Bedeutung.
Nicht nur die wirtschaftliche Lage erschwert die Ausbildung. 69 Prozent der befragten Unternehmen nennen den Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern als zentrale Herausforderung.
Hinzu kommt die Ausbildungsreife: 94 Prozent der Betriebe sehen bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern Defizite bei grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung. Besonders häufig genannt werden Belastbarkeit, Disziplin und grundlegende Fähigkeiten. Auch bei Rechenkenntnissen sowie beim mündlichen und schriftlichen Ausdruck in deutscher Sprache sehen viele Unternehmen Nachholbedarf.
Zahlreiche Betriebe reagieren bereits darauf: 37 Prozent bieten eigene Nachhilfe- oder Förderangebote an, 31 Prozent geben bewusst auch lernschwächeren Jugendlichen eine Chance. Gleichzeitig geben 27 Prozent an, leistungsschwächere junge Menschen aufgrund fehlender personeller Ressourcen oder der wirtschaftlichen Situation nicht ausreichend fördern zu können.

Mehr Praxis, engere Zusammenarbeit

Für eine zukunftsfähige Ausbildung wünschen sich die Unternehmen vor allem mehr Praxisbezug im Schulunterricht. 67 Prozent nennen diesen Punkt. 44 Prozent sprechen sich für eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben aus, 39 Prozent für zusätzliche Qualifizierungsangebote während der Ausbildung.
Damit wird deutlich: Erfolgreiche Ausbildung braucht heute mehr als die Vermittlung eines Berufsbildes. Berufsorientierung, Grundkompetenzen, individuelle Förderung und zusätzliche Qualifikationen müssen stärker zusammengedacht werden. Denn wer heute in Ausbildung und Weiterbildung investiert, schafft die Basis für die Fachkräfte von morgen.

Ausbildung in Zahlen


30 %
wollen 2026 weniger Ausbildungsplätze anbieten.
69 %
fehlen geeignete Bewerberinnen und Bewerber.
94 %
sehen Defizite bei grundlegenden Voraussetzungen für eine Ausbildung.
67% wünschen sich mehr Praxisbezug in der Schule.
44 %
wünschen sich eine engere Zusammenarbeit von Schule und Betrieb.
39 %
wünschen sich zusätzliche Qualifizierungsangebote während der Ausbildung.
Quelle: IHK-Onlineumfrage zur Ausbildung 2026, Sonderauswertung Baden-Württemberg; 2.160 befragte Unternehmen.


„Dein Start in die Ausbildung“ - Training für den beruflichen Erfolg

Wie gelingt der Einstieg in die Ausbildung? Was erwarten Betriebe von ihren Nachwuchskräften und welche Chancen bietet eine duale Ausbildung? Antworten darauf gab eine virtuelle Veranstaltung, die aus der IHK Karlsruhe übertragen wurde. Mit dabei waren auch Auszubildende der IHK, die ihre Perspektive aus dem Ausbildungsalltag einbrachten.
„Im Sport zählt nicht nur Talent. Wer dauerhaft erfolgreich sein will, muss trainieren, dranbleiben und sich weiterentwickeln.“ Für Peter Minrath, Leiter Fachkräftesicherung bei der IHK Karlsruhe, gilt das genauso für die Ausbildung: „Ihr trainiert jeden Tag und werdet mehr und mehr zum Profi. Und selbst die hören schließlich nicht auf zu trainieren, nur weil sie ihr Handwerk bereits beherrschen.“
Genau darum ging es bei einer virtuellen Veranstaltung, die aus der IHK Karlsruhe übertragen wurde: Wie gelingt der Einstieg ins Berufsleben? Was erwarten Unternehmen von ihren Auszubildenden? Und welche Möglichkeiten eröffnet eine duale Ausbildung über den Berufsabschluss hinaus? Auszubildende der IHK Karlsruhe waren vor Ort und brachten dabei auch ihre eigenen Erfahrungen und Fragen ein.
Der Wechsel von der Schule in die Ausbildung bedeutet zunächst vor allem eines: Lernen geht weiter, aber unter anderen Vorzeichen. Auch Anja Polzer, Geschäftsführerin von Social Media King, griff diesen Gedanken in ihrem Workshop „Lernen lernen und Zeitmanagement“ auf. Ihr Rat an die Auszubildenden: Lernen nicht als etwas betrachten, das mit der Schule abgeschlossen ist. Der große Unterschied ist: „Jetzt dürft ihr das lernen, was ihr euch ausgesucht habt und was ihr sofort anwenden könnt.“
Im Betrieb gefragt sind nicht nur fachliche Fähigkeiten. Ebenso wichtig sind Umgangsformen, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie Selbstorganisation. Auch mit Kritik umgehen zu können, gehört zum Berufsleben.

Ausbildung als Karriereweg

Gute Gründe für eine Ausbildung gibt es nach Ansicht von Peter Minrath viele: Junge Menschen verdienen von Beginn an ihr eigenes Geld, sammeln praktische Erfahrung und entwickeln sich fachlich wie persönlich weiter. Im Betrieb treffen sie auf Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzte und Kunden und lernen, sich in der modernen Arbeitswelt zu bewegen und Verantwortung zu übernehmen.
Die virtuelle Veranstaltung beschränkte sich nicht auf Fragen rund um Berufswahl und Karriere. Die Teilnehmenden erhielten auch praktische Informationen für ihren Ausbildungsalltag. Vorgestellt wurden unter anderem der Ausbildungsnachweis und das Azubi-Infocenter.
Info: peter.minrath@karlsruhe.ihk.de

Bilder: IHK Karlsruhe
BU Peter Minrath und Anja Polzer mit den IHK-Azubis bei der Liveübertragung

big. bechtold-gruppe: Die nächsten 19 Botschafterinnen und Botschafter sind da

Am Standort Karlsruhe haben 13 Azubis ihre Ausbildung bei der big. bechtold-gruppe gestartet. Die Bandbreite der Ausbildungsberufe ist groß: von der praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin bei netzwerk mensch, über Fachinformatiker für Systemintegration und Technische Systemplanerin, bis hin zu Kauffrau für Büromanagement und Servicekraft für Schutz und Sicherheit.
Auch am Standort Halle (Saale) wurden sechs neue Auszubildende herzlich willkommen geheißen. In den kommenden Jahren werden sie in den Bereichen Gebäudereinigung, Servicekraft für Schutz und Sicherheit sowie Büromanagement auf ihre zukünftigen beruflichen Aufgaben vorbereitet und an verschiedenen big Standorten, unter anderem in Grimma und Leipzig, ausgebildet.
big hat vom Institute of Research & Data Aggregation die Auszeichnung „Top 1 % der ausbildenden Unternehmen“ erhalten. Dazu wurden in einer wissenschaftlichen Metaanalyse verschiedene Quellen wie Arbeitgeberbewertungen, unabhängige Rankings, Zertifizierungen, öffentliche Unternehmensberichte, Auszeichnungen und weitere Publikationen branchenübergreifend miteinander verglichen. Die Auszeichnung bestätigt das besondere Engagement des Unternehmens im Bereich Ausbildung.
„Für die Familie Bechtold und die gesamte big. bechtold-gruppe ist Ausbildung weit mehr als die Qualifizierung von Fachkräften. Sie ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Wir möchten junge Menschen auf ihrem Berufsweg begleiten, ihre Stärken entwickeln und ihnen eine langfristige Perspektive geben. Gleichzeitig sichern wir damit unsere eigenen Fachkräfte von morgen. Unser Motto lautet dabei: Nicht jammern, sondern selbst in die Hand nehmen.“
(Ana dos Santos, Chief Human Resources Officer bei der big. bechtold-gruppe)

BU: Ana dos Santos: „Das Wichtigste, was unsere Auszubildenden lernen sollten: Nichts bleibt so, wie es ist. Die notwendige Flexibilität zu vermitteln, damit umzugehen, ist Ziel unsrer Ausbildung.“ (Bild: big. bechtold-gruppe)

PHOS Design zählt zu Deutschlands besten Ausbildungsbetrieben

Karlsruher Unternehmen erreicht Platz zwei im Handelsblatt-Ranking: Die PHOS Design GmbH aus Karlsruhe gehört zu den besten Ausbildungsbetrieben Deutschlands. Im aktuellen Handelsblatt-Ranking „Beste Ausbilder 2026“ erreichte das Unternehmen in der Kategorie der Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigten 94,4 von 100 Punkten und damit den zweiten Platz. An der Untersuchung des Analyseinstituts SWI HR beteiligten sich mehr als 1.500 Ausbildungsbetriebe.
PHOS Design entwickelt und fertigt im Karlsruher Rheinhafen hochwertige Edelstahlprodukte für Architektur und Innenarchitektur. In der Ausbildung setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben insbesondere auf persönliche Betreuung, frühzeitige Eigenverantwortung und Einblicke in unterschiedliche Unternehmensbereiche. Junge Menschen sollen dabei nicht nur fachliches Wissen erwerben, sondern früh erleben, dass ihr Beitrag im Unternehmen zählt.
Dass Ausbildung bei PHOS auch der langfristigen Fachkräftesicherung dient, zeigt sich im eigenen Team: Ein großer Teil der Beschäftigten hat seine berufliche Laufbahn im Unternehmen als Auszubildende oder Werkstudierende begonnen. Mehrere ehemalige Auszubildende sind heute in verantwortungsvollen Positionen tätig. Auch bei den IHK-Abschlussprüfungen konnten PHOS-Auszubildende in den vergangenen Jahren wiederholt sehr gute Ergebnisse erzielen.
Mit der Platzierung im Handelsblatt-Ranking sieht das Unternehmen seinen Ansatz bestätigt, Ausbildung mit langfristigen Entwicklungsperspektiven zu verbinden. Aktuell bildet PHOS unter anderem im E-Commerce und in der Metalltechnik aus.

EnBW-Berufsintegrationsprogramm feiert zehnjähriges Jubiläum

Über 300 Nachwuchstalente erfolgreich auf dem deutschen Arbeitsmarkt integriert: Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat dieses Jahr das zehnjährige Bestehen ihres Berufsintegrationsprogramms gefeiert. Seit 2016 bereitet das Programm an den Standorten Karlsruhe (EnBW) und Esslingen (Netze BW) gezielt geflüchtete Menschen sowie Migrantinnen und Migranten auf eine technische Ausbildung in den Bereichen Mechanik und Elektrotechnik vor.
In drei Stufen (Schnupperpraktikum, Einstiegsqualifizierung und Ausbildung) erwerben Teilnehmende fachliche Grundlagen und erhalten die Möglichkeit, sich für eine Ausbildung zu qualifizieren. Das Berufsintegrationsprogramm verbindet gesellschaftliche Verantwortung und Chancengleichheit durch Qualifizierung und Perspektiven.
„Die Erfolge unseres Berufsintegrationsprogramms verdeutlichen, was möglich ist, wenn wir an das Potenzial der Menschen glauben und ihnen Chancen eröffnen. Diversität ist nicht nur Teil unserer Unternehmensstrategie, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor. Den Weg für mehr Inklusion werden wir auch in den nächsten Jahren weitergehen.“ (Colette Rückert-Hennen, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der EnBW)
In den vergangenen zehn Jahren hat die EnBW im Rahmen des Berufsintegrationsprogramms 317 Nachwuchstalente auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt begleitet. Davon wurden 108 Teilnehmende in eine Ausbildung übernommen, 71 Teilnehmende haben die Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Rund 90 Prozent von ihnen starten im Anschluss ihre berufliche Zukunft innerhalb des EnBW-Konzerns in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis.
BU: Mit rund 31.500 Mitarbeitenden ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Das Berufsintegrationsprogramm der EnBW AG eröffnet seit 2016 Geflüchteten sowie Menschen mit Migrationshintergrund Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, im Bild zu sehen RDK-Mitarbeiter Amer Alenklizi (Quelle: EnBW)
25 Jahre Lernen auf der Theaterbühne
Mit „Abenteuer Kultur“ fördert dm erfolgreich Zukunftskompetenzen: Mit „Abenteuer Kultur“ fördert dm seit 25 Jahren persönliche Entwicklung und wichtige Zukunftskompetenzen. Mehr als 20.000 Auszubildende und Studierende haben seitdem beim Theaterspielen neue Perspektiven gewonnen und ihre Fähigkeiten erweitert.
„Abenteuer Kultur“ ist fester Bestandteil des dm-Ausbildungskonzepts „Weitblick“. Die Idee dahinter: Wer eine Rolle übernimmt, setzt sich mit anderen Denk- und Lebensweisen auseinander. Das stärkt Empathie, Kreativität, Teamfähigkeit und den Umgang mit neuen oder ungewohnten Situationen,ah Kompetenzen, die auch im Arbeitsalltag und im Kontakt mit Kundinnen und Kunden wichtig sind.
In nur acht Tagen entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam ein eigenes Theaterstück und bringen es vor Familie, Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen auf die Bühne. Rund 200 Kunstschaffende sowie Theaterpädagoginnen und -pädagogen haben die Gruppen in den vergangenen 25 Jahren begleitet.
Mirjam Kahlow, heute dm-Gebietsverantwortliche in Berlin, nahm selbst als Auszubildende teil. Sie erlebt bis heute, welche Wirkung das Projekt entfalten kann: Nach „Abenteuer Kultur“ trauten sich viele junge Menschen mehr zu, gingen bewusster mit Situationen um und gestalteten das Miteinander im Team aktiver mit.
Zum 25-jährigen Jubiläum würdigte dm die Initiative und alle Beteiligten. Christian Harms, dm-Geschäftsführer für das Ressort Mitarbeiter, betonte die Bedeutung von Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit, Kreativität und Offenheit für Neues. „Abenteuer Kultur“ helfe jungen Menschen dabei, eigene Potenziale zu erkennen und zu entfalten.
Auch künftig will dm kulturelle Erfahrungs- und Lernangebote fördern. Zum Jubiläum ist zudem ein Film entstanden, der Einblicke hinter die Kulissen des Projekts gibt.
Bild: dm/Sebastian Heck
BU: Theaterspiel beim dm-„Abenteuer Kultur“

Studieninfotag zeigt Karrierewege jenseits des Studiums

Wie geht es nach dem Abitur weiter? Studium, Ausbildung oder ein anderer Weg? Der Studieninformationstag „Perspektive Ausbildung“ am 18. November 2026 in Karlsruhe informiert Schülerinnen und Schüler der Kursstufen I und II über die vielfältigen Möglichkeiten einer dualen Ausbildung und zeigt berufliche Perspektiven auf.
Um Schülerinnen und Schüler bei ihrer Orientierung zu unterstützen, veranstalten die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, die Handwerkskammer Karlsruhe, die Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt und der Stadtjugendausschuss Karlsruhe gemeinsam den Studieninformationstag „Perspektive Ausbildung“.
Im Mittelpunkt steht der direkte Austausch mit Expertinnen und Experten sowie mit Auszubildenden aus der Praxis. In kleinen Gruppen durchlaufen die Teilnehmenden verschiedene Themenstationen und erhalten dabei Einblicke in Ausbildungswege, Berufsbilder und Entwicklungsmöglichkeiten.

Orientierung und Praxis im Mittelpunkt

Das interaktive Veranstaltungsformat bietet Raum für individuelle Fragen und persönliche Gespräche. Themen sind unter anderem die Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium, der Ausbildungsalltag, verschiedene Ausbildungsberufe und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie der Bewerbungsprozess. Auch die eigenen Stärken und Potenziale spielen bei der Berufsorientierung eine wichtige Rolle.
Ergänzt wird das Programm durch einen Impulsvortrag und offene Beratungsangebote. Zudem besteht die Möglichkeit, mit den beteiligten Institutionen unmittelbar ins Gespräch zu kommen und sich individuell beraten zu lassen.
Ergänzend zum Studieninformationstag findet am Abend ein Eltern-Special in der IHK Karlsruhe statt. Denn Eltern spielen bei der Berufsorientierung ihrer Kinder häufig eine wichtige Rolle als Gesprächspartner und Unterstützer.
Info: Anmeldung unter www.ihk.de/karlsruhe, Nr. 7162076 , joern.pelzer@karlsruhe.ihk.de

Einstieg Beruf 2026

Welche Ausbildung passt zu den eigenen Interessen und Stärken? Bei der Ausbildungsmesse „Einstieg Beruf 2026“ am 16. Januar in der Karlsruher Messe können Schülerinnen und Schüler zahlreiche Ausbildungsberufe und Unternehmen aus der Region kennenlernen, erste Kontakte knüpfen und sich direkt über Bewerbung, Ausbildung und Karrierewege informieren.
Veranstaltet wird die Messe gemeinsam von der IHK Karlsruhe, der Handwerkskammer Karlsruhe und der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt. Vor Ort geben Unternehmen, Auszubildende und Beratungsfachkräfte Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und beantworten Fragen rund um den Einstieg ins Berufsleben.
Info: https://einstiegberuf.de, annika.florin@karlsruhe.ihk.de

KI in Wirtschaft und Weiterbildung: „Tempo ersetzt keine Kompetenz“

Künstliche Intelligenz liefert in Minuten, wofür früher Tage nötig waren: recherchierte Fakten, schlüssige Strategien und wohlformulierte Texte. Dabei wird leicht übersehen, was auf dem Weg dorthin verloren geht. Denn wer eine fertige Antwort bekommt, ohne den Weg selbst zu gehen, gewinnt Zeit, aber nicht automatisch Verständnis.
Das kann im Berufsalltag zum Problem werden. Beispielsweise wenn eine Mitarbeiterin eine Entscheidungsvorlage zur Verbesserung eines internen Ablaufs erarbeiten soll. Mit KI liegt schnell ein gut strukturiertes Konzept mit Maßnahmen, Zeitplan und Risiken vor. In der Besprechung kann sie jedoch zentrale Annahmen kaum begründen. Die KI hat ihr möglicherweise den Teil abgenommen, in dem Erfahrung entsteht.
Zitat: „Wissen und die Fähigkeit, Dinge zu beurteilen, entstehen, wenn wir Informationen selbst verarbeiten. Dazu gehört, Zusammenhänge herzustellen, abzuwägen und Fehler zu korrigieren. Wer das überspringt, kommt schneller zum Ergebnis, baut aber nicht automatisch Kompetenz auf.“
Dipl.-Psych. Christine Stamatis
Dass ein unreflektierter Einsatz von KI den Aufbau von Kompetenz einschränken kann, beobachte ich auch in den berufsbegleitenden Studiengängen der GoVersity. KI hilft den Studierenden, schneller zu recherchieren und Texte zu strukturieren. Gleichzeitig werden Ergebnisse teilweise zu selbstverständlich übernommen und zu wenig kritisch hinterfragt. Weil KI überzeugend formuliert, sind Fehler nicht immer leicht zu erkennen. Genau darin liegt die Tücke. KI kann plausible Antworten liefern, die sachlich falsch sind. Um das zu erkennen, braucht es genau das Fachwissen, das sie uns scheinbar abnimmt.

Was bedeutet das für die Weiterbildung von Mitarbeitenden?

Die Bedienung eines KI-Tools ist schnell erlernt. Fachkompetenz entsteht über Jahre. KI-Schulungen können fachliche Ausbildung und praktische Erfahrung deshalb nicht ersetzen.
Ein Promovend aus unserem Programm hatte monatelang Literatur für seine Dissertation recherchiert. Als er die Suche mit einem spezialisierten KI-Tool wiederholte, erhielt er praktisch dieselben Ergebnisse in einem Bruchteil der Zeit. Das ist natürlich extrem hilfreich. Aber nur weil er die Literatur bereits kannte, konnte er die Ergebnisse überhaupt fachlich einordnen.
Einfache Aufgaben, die KI heute übernehmen kann, waren oft diejenigen, an denen Nachwuchskräfte Erfahrung sammelten. Unternehmen sollten deshalb langfristig denken und ihnen bewusst Lerngelegenheiten ermöglichen.
Meine Empfehlung?
Selbst mitdenken, KI gezielt nutzen und das Ergebnis genau prüfen. So gewinnt ein Unternehmen Tempo und sorgt zugleich dafür, dass seine Mitarbeitenden weiterhin eigene Erfahrungen sammeln.
Dipl.-Psych. Christine Stamatis, Geschäftsführerin GoVersity GmbH, Karlsruhe, www.goversity.de

BU: Christine Stamatis leitet die Karlsruher GoVersity GmbH
Bild: GoVersity GmbH


Nicole Munk
IHK Karlsruhe