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Export 4.0 - Die Zeit der Tiger
Die Europäische Union hat handelspolitisch die Weichen neu gestellt: Mit dem angestrebten Mercosur-Abschluss sowie den Freihandesakommen mit Indien und Indonesien eröffnen sich für deutsche Exporteure vielversprechende Perspektiven auf völlig neuen Märkten. Ziel sind niedrigere Zölle, weniger Bürokratie und digitalisierte Handelsprozesse. Doch Export 4.0 bedeutet mehr als klassische Zollsenkungen. Künstliche Intelligenz verändert Lieferketten grundlegend, von der Risikofrüherkennung bis zur strategischen Frage nach der optimalen Fertigungstiefe. Prof. Dr. Steffen Kinkel von der Hochschule Karlsruhe gibt im Interview Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse. Außerdem im Blick: Chinas neuer Fünfjahresplan und seine Bedeutung für Unternehmen aus der Region
Mehr Märkte, weniger Hürden - Die neue Generation EU-Handelsabkommen
Die weltweite Handelspolitik befindet sich im Umbruch: Geopolitische Spannungen, die Neuordnung globaler Lieferketten und die fortschreitende Digitalisierung prägen die Rahmenbedingungen für international tätige Unternehmen. Vor dem Hintergrund eines zunehmend protektionistischen Umfelds - nicht zuletzt durch die Handelspolitik der US-Regierung unter Donald Trump, aber auch durch das Auftreten anderer Großmächte – setzt die Europäische Union verstärkt auf eigene, strategisch ausgerichtete Freihandelsabkommen. Ziel ist es, den Zugang zu Wachstumsmärkten zu sichern, Handelshemmnisse abzubauen und europäische Standards global zu verankern.
Mit einer Reihe neuer oder kurz vor dem Abschluss stehender Abkommen baut die EU ihr globales Netzwerk derzeit bedeutend aus. Besonders weitreichend sind die jüngsten Durchbrüche mit Mercosur, Indien und Indonesien – drei Volkswirtschaftsräumen, die zusammen nahezu zwei Milliarden Menschen umfassen.
Warum Freihandelsabkommen im Zeitalter von Export 4.0 entscheidend sind
Moderne EU Freihandelsabkommen gehen weit über klassische Zollsenkungen hinaus. Sie schaffen digitale, effizientere und resilientere Handelsprozesse, die gerade kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen.
Die Abkommen der neuen Generation enthalten unter anderem:
• Vereinfachte Ursprungsregeln und digital verwaltbare Lieferkettennachweise
• Elektronische Zoll- und Verwaltungsprozesse
• Schutz geistigen Eigentums
• Regeln für nachhaltige Lieferketten
• Öffnung von Dienstleistungs- und Beschaffungsmärkten
• Digitale Standards und interoperable Systeme, die Unternehmen Verwaltungsaufwand ersparen
Damit leisten die Abkommen einen direkten Digitalisierungsschub, weil sie papierbasierte Verfahren ablösen, digitale Zertifikats- und Zollsysteme voraussetzen und KMU den Einstieg in neue Märkte deutlich erleichtern.
Die Abkommen der neuen Generation enthalten unter anderem:
• Vereinfachte Ursprungsregeln und digital verwaltbare Lieferkettennachweise
• Elektronische Zoll- und Verwaltungsprozesse
• Schutz geistigen Eigentums
• Regeln für nachhaltige Lieferketten
• Öffnung von Dienstleistungs- und Beschaffungsmärkten
• Digitale Standards und interoperable Systeme, die Unternehmen Verwaltungsaufwand ersparen
Damit leisten die Abkommen einen direkten Digitalisierungsschub, weil sie papierbasierte Verfahren ablösen, digitale Zertifikats- und Zollsysteme voraussetzen und KMU den Einstieg in neue Märkte deutlich erleichtern.
EU–MERCOSUR
Status / Abschluss
Der Rat der EU hat Anfang 2026 der Unterzeichnung zugestimmt.
Das Europäische Parlament hat das Abkommen im Januar 2026 zur Prüfung an den Europäischen Gerichtshof verwiesen, was die Ratifizierung verzögert.
Bedeutung
• Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen
• Abbau der Zölle auf rund 90 Prozent der Warenströme
• Geschätzte Einsparungen für EU Unternehmen: über 4 Milliarden Euro pro Jahr
Sektoren, die besonders profitieren
• Maschinenbau
• Automobilwirtschaft
• Chemie
• Agrar- und Lebensmittelbranche (Export und Import)
Besonderheiten
• Wegen der EuGH Prüfung ist ein späterer Start möglich.
• Die EU Kommission könnte das Abkommen vorläufig anwenden, sobald mindestens einer der vier Mercosur Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) ratifiziert hat.
Status / Abschluss
Der Rat der EU hat Anfang 2026 der Unterzeichnung zugestimmt.
Das Europäische Parlament hat das Abkommen im Januar 2026 zur Prüfung an den Europäischen Gerichtshof verwiesen, was die Ratifizierung verzögert.
Bedeutung
• Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen
• Abbau der Zölle auf rund 90 Prozent der Warenströme
• Geschätzte Einsparungen für EU Unternehmen: über 4 Milliarden Euro pro Jahr
Sektoren, die besonders profitieren
• Maschinenbau
• Automobilwirtschaft
• Chemie
• Agrar- und Lebensmittelbranche (Export und Import)
Besonderheiten
• Wegen der EuGH Prüfung ist ein späterer Start möglich.
• Die EU Kommission könnte das Abkommen vorläufig anwenden, sobald mindestens einer der vier Mercosur Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) ratifiziert hat.
EU–INDIEN
Status / Abschluss
Politischer Abschluss am 27. Januar 2026; formale juristische Ausarbeitung läuft.
Bedeutung
• Senkung oder Abschaffung der Zölle auf 96,6 Prozent der EU Exporte
• Potenzielle jährliche Einsparungen von bis zu 4 Milliarden Euro
• Bevölkerung: 1,4 Milliarden Menschen
Sektoren, die besonders profitieren
• Automobilindustrie (Zölle von 110 Prozent bis 10 Prozent)
• Maschinenbau (bis zu 44 Prozent Zollabbau)
• Chemie (22 Prozent)
• Pharma (11 Prozent)
Besonderheiten
• Investitionsschutz ist nicht Teil des aktuellen Abkommens: hier könnte später ein separates Abkommen folgen.
• Starke Relevanz für strategische Diversifizierung, da Indien ein zentraler Markt im indo-pazifischen Raum bleibt.
Status / Abschluss
Politischer Abschluss am 27. Januar 2026; formale juristische Ausarbeitung läuft.
Bedeutung
• Senkung oder Abschaffung der Zölle auf 96,6 Prozent der EU Exporte
• Potenzielle jährliche Einsparungen von bis zu 4 Milliarden Euro
• Bevölkerung: 1,4 Milliarden Menschen
Sektoren, die besonders profitieren
• Automobilindustrie (Zölle von 110 Prozent bis 10 Prozent)
• Maschinenbau (bis zu 44 Prozent Zollabbau)
• Chemie (22 Prozent)
• Pharma (11 Prozent)
Besonderheiten
• Investitionsschutz ist nicht Teil des aktuellen Abkommens: hier könnte später ein separates Abkommen folgen.
• Starke Relevanz für strategische Diversifizierung, da Indien ein zentraler Markt im indo-pazifischen Raum bleibt.
EU–INDONESIEN
Status / Abschluss
Verhandlungen abgeschlossen am 23. September 2025.
Bedeutung
• Abschaffung von über 98 Prozent der Zölle
• Zugang zu rund 270 Millionen Menschen (Indonesien)
• Für EU Unternehmen jährliche Einsparungen von ca. 600 Millionen Euro
• Indirekte Reichweite durch regionale Integration: über 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher im ASEAN Kontext
Sektoren, die besonders profitieren
• Maschinenbau
• erneuerbare Energien
• Chemie
• digitale Dienstleistungen
Besonderheiten
• Investitionen sind vollständig integriert – eines der umfassendsten Investitionskapitel der EU in der Region.
• Wichtige Rolle für Rohstoffsicherheit, insbesondere bei Nickel für Batterien.
• Stärkung der EU Indopazifik Partnerschaft.
Status / Abschluss
Verhandlungen abgeschlossen am 23. September 2025.
Bedeutung
• Abschaffung von über 98 Prozent der Zölle
• Zugang zu rund 270 Millionen Menschen (Indonesien)
• Für EU Unternehmen jährliche Einsparungen von ca. 600 Millionen Euro
• Indirekte Reichweite durch regionale Integration: über 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher im ASEAN Kontext
Sektoren, die besonders profitieren
• Maschinenbau
• erneuerbare Energien
• Chemie
• digitale Dienstleistungen
Besonderheiten
• Investitionen sind vollständig integriert – eines der umfassendsten Investitionskapitel der EU in der Region.
• Wichtige Rolle für Rohstoffsicherheit, insbesondere bei Nickel für Batterien.
• Stärkung der EU Indopazifik Partnerschaft.
Erhebliche Chancen
Die neuen EU Freihandelsabkommen eröffnen für die Exportwirtschaft der Region Karlsruhe erhebliche Chancen: niedrigere Zölle, verbesserte Marktchancen und stabilere Lieferketten. Gleichzeitig tragen sie zu einem Digitalisierungsschub bei, weil sie digitale Ursprungsnachweise, elektronische Zertifikate, Online Zollverfahren und einheitliche digitale Standards voraussetzen. Unternehmen, die sich frühzeitig mit den neuen Regeln, Ursprungsmechanismen und Marktöffnungen vertraut machen, können deutliche Wettbewerbsvorteile realisieren.
KI-Strategien im weltweiten Vergleich
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst mehr als ein technologischer Trend – sie ist ein globaler Innovationsmotor. Laut Grand View Research wird der weltweite KI-Markt 2024 auf rund 279 Milliarden US-Dollar (US-Dollar) geschätzt. Bis 2033 soll er auf über 3,4 Billionen US-Dollar anwachsen – ein jährliches Wachstum von über 30 Prozent. Germany Trade & Invest (GTAI) hat die Strategien führender KI-Nationen untersucht.
Top Ten Länder im KI-Ranking * von 83 untersuchten Ländern
Das Ranking zeigt, dass die USA unangefochten an erster Stelle stehen, wobei die Regierung auf maximale Freiräume für Unternehmen und eine innovationsfreundliche Deregulierung setzt. In den USA tätigt vor allem der Privatsektor enorme Investitionen.
Demgegenüber steht China mit seinem zentral gesteuerten Ansatz. Das Land betrachtet KI als Schlüsseltechnologie auf dem Weg zur industriellen Weltspitze. Die Regierung steuert die Entwicklung durch umfassende Förderprogramme, Standardisierung und gezielte Regulierung. Regionale KI-Cluster, massive Investitionen und eine starke Patentdynamik kennzeichnen den Ansatz. Kein Land veröffentlichte zwischen 2014 und 2023 mehr Patente generativer KI (GenAI). Gleichzeitig bleibt der Staat Kontrollinstanz – insbesondere bei Datensicherheit und gesellschaftlicher Steuerung.
Kanada und die Europäische Union haben gemeinsam, dass sie ihren Fokus stark auf Ethik, Förderung von Forschung und Entwicklung sowie ein gutes Umfeld für Start-Ups lenken. Die wichtigsten KI-Standorte in der EU sind Frankreich und Deutschland.
Info: Weitere Analysen finden Sie hier.
Kanada und die Europäische Union haben gemeinsam, dass sie ihren Fokus stark auf Ethik, Förderung von Forschung und Entwicklung sowie ein gutes Umfeld für Start-Ups lenken. Die wichtigsten KI-Standorte in der EU sind Frankreich und Deutschland.
Info: Weitere Analysen finden Sie hier.
KI in Lieferketten - Frühwarnung vor auftretenden Störungen
Prof. Dr. Steffen Kinkel
3 Fragen an Prof. Dr. Steffen Kinkel, Professor für International Management und Innovationsmanagement im Fachbereich Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe und Leiter des Instituts für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN)
1. Herr Prof. Kinkel, zu Ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem globale und lokale Wertschöpfungsketten sowie KI-unterstützte Arbeits- und Lernsysteme. An welchem Projekt arbeiten Sie aktuell?
Ich arbeite derzeit insbesondere in zwei Projekten. Zum einen im vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten und demnächst zu Ende gehenden Kompetenzzentrum KARL. Hier entwickeln wir menschenzentrierte KI-Anwendungen für zukunftsfähiges Arbeiten und Lernen in der Region Karlsruhe. Zum zweiten im ebenfalls vom BMFTR geförderten Projekt Re_KI_lienz, in dem wir zusammen mit vier Industrieunternehmen intelligente Methoden zur Gestaltung resilienter Lieferketten und Wertschöpfungsnetzwerke entwickeln.
2. Bei der Anwendung von KI in Lieferketten denkt man erstmal an die Überwachung von Lagerbeständen und die Bedarfsplanung oder Vorhersage von Produktions- und Lagerkapazitäten. Welche weiteren Einsatzgebiete sind heute schon möglich?
KI bietet vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der Resilienz von Lieferketten. So erproben wir beispielsweise KI- und datenbasierte Ansätze zur Frühwarnung vor auftretenden Störungen. Dann werden Unternehmen beispielsweise automatisch vor Unwetterereignissen, Infrastrukturstörungen oder aufkommenden politischen und Handelskonflikten gewarnt, wenn sie selbst oder wichtige Lieferanten in der jeweiligen Region produzieren und Ausfälle drohen. Eine weitere Anwendung ist die Verbesserung der Transparenz in der Lieferkette durch die Möglichkeit zur natürlichsprachlichen Identifikation von Materialien über verschiedene Produkte und Materialnummern hinweg. Damit können Unternehmen beim Ausfall einer Materiallieferung nach alternativen Lieferanten oder Produkten suchen, in denen die jeweilige Komponente verbaut ist und so gegenüber wichtigen Kunden lieferfähig bleiben.
3. Welche weiteren Methoden verbessern die Resilienz von Wertschöpfungsketten und welche Potenziale bietet hier die KI?
Weitere Methoden zielen auf die Verbesserung der Resilienz durch eine stärker risikoorientierte Bewertung von Lieferanten, die nicht vorrangig den Beschaffungspreis ins Zentrum rückt, sondern auch weitere Kriterien wie Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten oder Regionen. Dies betrifft auch die Bewertung von Make or buy-Entscheidungen, also der Frage, was mache ich selbst und was beschaffe ich von Lieferanten. Die Eigenfertigung erhöht die Unabhängigkeit von externen Lieferanten, schafft attraktive Möglichkeiten zur besseren internen Kapazitätsauslastung und trägt, so zeigen Studien von uns, positiv zur Produktivität und zum Gewinn der Unternehmen bei. Hier gilt es umzudenken, von vermeintlich günstigem Outsourcing zu selektivem Insourcing mit Potenzialen zur internen Wertschöpfung und Innovation. Auch hier kann KI einen wertvollen Beitrag leisten, indem Mitarbeitende niedrigschwellig und flexibel bei den hierfür notwendigen Kompetenzentwicklungs- und Anlernprozessen unterstützt werden. Diesem spannenden Thema widmet sich das kürzlich gestartete Projekt KI2Insource, das vom BMFTR geförderte und vom Fraunhofer ISI koordiniert wird und in dem wir und 6 Unternehmen mitarbeiten.
Info: ramona.leiske@karlsruhe.ihk.de
Info: ramona.leiske@karlsruhe.ihk.de
Auf dem Weg zur Unabhängigkeit - Chinas neuer Fünfjahresplan
Im März 2026 wird das höchste Gesetzgebungsorgan Chinas, der Nationale Volkskongress, den 15. Fünfjahresplan (2026-2030) verabschieden. Die Fünfjahrespläne geben die Richtung für die zukünftige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und Gesellschaft an und sind daher auch für ausländische Unternehmen von Bedeutung.
Der neue Fünfjahresplan legt seinen Fokus auf ein qualitativ hochwertiges Wachstum, technologische Unabhängigkeit, einen widerstandsfähigen Binnenmarkt und nationale Sicherheit.
Der neue Fünfjahresplan legt seinen Fokus auf ein qualitativ hochwertiges Wachstum, technologische Unabhängigkeit, einen widerstandsfähigen Binnenmarkt und nationale Sicherheit.
Die Hauptziele in der Übersicht:
1. Modernisierung der Industrie
Im ersten Hauptziel sollen traditionelle Industrien wie Metall-, Maschinenbau- und Textilindustrie modernisiert werden. Neue Zukunftsbranchen wie Luft- und Raumfahrt, neue Materialien, saubere Energien und intelligente Fertigung sollen ausgebaut werden.
2. Technologische Innovationen und Autarkie
Die heimische Forschung und technologische Eigenständigkeit soll gestärkt werden um die Abhängigkeit von ausländischen Technologien zu verringern. Der Fokus liegt auf Schlüsseltechnologien wie Halbleiter, künstliche Intelligenz (KI), Robotik, Biotechnologie, Quantencomputing und 6G-Mobilfunk.
3. Stärkung des Binnenkonsums
Die „Dual-Circulation“-Strategie soll beibehalten und der Konsums durch Erhöhung der Haushaltseinkommen, Verbesserung der sozialen Sicherheit und Verringerung sozialer Ungleichheiten angekurbelt werden. Bestimmte Produktkategorien werden über Subventionen, F&E Förderung und Steueranreize staatlich unterstützt.
4. Ökologische Entwicklung
China strebt eine weltweit führende Rolle im Bereich grüner Technologien an. So sollen erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und Energiespeicherung ausgebaut werden - bei gleichzeitiger Intensivierung der Bemühungen zur Förderung von Wasserstoff und Kernfusion als Technologien der nächsten Generation. Bis 2030 möchte China den Höhepunkt der CO2-Emissionen erreichen und bis 2060 klimaneutral werden.
5. Nationale Sicherheit
Die Lebensstandards, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Wohnungswesen und Belebung des ländlichen Raums, sollen verbessert werden. Die innere und äußere Sicherheit sowie die Streitkräfte sollen gestärkt werden.
Im ersten Hauptziel sollen traditionelle Industrien wie Metall-, Maschinenbau- und Textilindustrie modernisiert werden. Neue Zukunftsbranchen wie Luft- und Raumfahrt, neue Materialien, saubere Energien und intelligente Fertigung sollen ausgebaut werden.
2. Technologische Innovationen und Autarkie
Die heimische Forschung und technologische Eigenständigkeit soll gestärkt werden um die Abhängigkeit von ausländischen Technologien zu verringern. Der Fokus liegt auf Schlüsseltechnologien wie Halbleiter, künstliche Intelligenz (KI), Robotik, Biotechnologie, Quantencomputing und 6G-Mobilfunk.
3. Stärkung des Binnenkonsums
Die „Dual-Circulation“-Strategie soll beibehalten und der Konsums durch Erhöhung der Haushaltseinkommen, Verbesserung der sozialen Sicherheit und Verringerung sozialer Ungleichheiten angekurbelt werden. Bestimmte Produktkategorien werden über Subventionen, F&E Förderung und Steueranreize staatlich unterstützt.
4. Ökologische Entwicklung
China strebt eine weltweit führende Rolle im Bereich grüner Technologien an. So sollen erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und Energiespeicherung ausgebaut werden - bei gleichzeitiger Intensivierung der Bemühungen zur Förderung von Wasserstoff und Kernfusion als Technologien der nächsten Generation. Bis 2030 möchte China den Höhepunkt der CO2-Emissionen erreichen und bis 2060 klimaneutral werden.
5. Nationale Sicherheit
Die Lebensstandards, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Wohnungswesen und Belebung des ländlichen Raums, sollen verbessert werden. Die innere und äußere Sicherheit sowie die Streitkräfte sollen gestärkt werden.
Was bedeutet das für ausländische Investoren?
Trotz seinem Streben nach Autarkie betont China, dass es weiterhin offen für ausländische Investitionen sein wird, vor allem jedoch in Sektoren, die Chinas strategische Ziele unterstützen. Chancen ergeben sich in den genannten Zukunftsbranchen, denn Fachwissen, Technologien und Ausrüstung werden zukünftig weiter stark nachgefragt werden. Gleichzeitig wächst aber auch der Wettbewerb mit chinesischen Hightech-Anbietern, die global expandieren wollen.
Sie wollen mehr über China, seine zukünftige Wirtschaftsstrategie und Ihre Chancen auf diesem Markt erfahren?
Am 14. April 2026 erwartet Sie beim China-Forum im Palais Biron in Baden-Baden ein umfangreiches Programm. Treffen Sie erfahrene Chinaexperten und vernetzen Sie sich!
Info: veranstaltungen.karlsruhe.ihk.de/b?p=chinaforum, ramona.leiske@karlsruhe.ihk.de
EU-Customs data hub - Auf dem Weg zur digitalisierten Zollwelt
Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle, Lieferketten und Verwaltungsprozesse gleichermaßen. Während Industrie 4.0 längst Produktionsprozesse revolutioniert hat, unterliegen auch die Zollprozesse einer umfangreichen digitalen Transformation.
Die EU arbeitet aktuell intensiv an einer umfangreichen Zollreform. Ziel ist eine zukunftsfähige, datengetriebene, risikoorientierte und für den Binnenmarkt einheitlichere Zollaufsicht. Sie soll dem Wachstum im E-Commerce, komplexen Lieferketten und neuen Sicherheitsanforderungen Rechnung tragen. Neben einer neuen EU-Zollbehörde soll insbesondere eine gemeinsame EU-Zolldatenplattforum (EU Customs data hub) die bestehende IT-Infrastruktur für den Zoll in den EU-Mitgliedstaaten ersetzen. Denn derzeit sind die nationalen IT-Systeme der 27 Mitgliedsstaaten unterschiedlich und können nicht untereinander kommunizieren.
Die EU arbeitet aktuell intensiv an einer umfangreichen Zollreform. Ziel ist eine zukunftsfähige, datengetriebene, risikoorientierte und für den Binnenmarkt einheitlichere Zollaufsicht. Sie soll dem Wachstum im E-Commerce, komplexen Lieferketten und neuen Sicherheitsanforderungen Rechnung tragen. Neben einer neuen EU-Zollbehörde soll insbesondere eine gemeinsame EU-Zolldatenplattforum (EU Customs data hub) die bestehende IT-Infrastruktur für den Zoll in den EU-Mitgliedstaaten ersetzen. Denn derzeit sind die nationalen IT-Systeme der 27 Mitgliedsstaaten unterschiedlich und können nicht untereinander kommunizieren.
Volldigitales Ursprungszeugnis: Von Stempel und Durchschriften zu Signatur und Download
Aber auch die IHK-Organisation setzt in ihren eigenen Abläufen konsequent auf Digitalisierung: Im September 2025 ist bundesweit das volldigitale Ursprungszeugnis (dUZ) gestartet. Das Ursprungszeugnis dient dem Nachweis des handelspolitischen Ursprungs einer Ware und wird insbesondere für Exporte in zahlreiche Drittstaaten benötigt. Den Exportunternehmen steht nun erstmals eine vollständig digitale öffentliche Urkunde zur Verfügung – ein Meilenstein für die Effizienz und Modernisierung des internationalen Warenverkehrs. Über das zentrale Portal eUZweb können Unternehmen Ursprungszeugnisse bereits jetzt digital beantragen, genehmigen lassen und herunterladen – komplett ohne Papier. Der bisher notwendige Ausdruck auf einem speziellen Formularvordruck entfällt.
Carnet A.T.A.: Zollabwicklung per QR-Code
Auch für das Zollverfahren zur vorübergehenden Ausfuhr, dem Carnet A.T.A, steht ein weiterer Digitalisierungsschritt bevor. Das Carnet A.T.A. ist ein internationales Zolldokument für die vorübergehende Verwendung von Waren – etwa für Messegüter, Berufsausrüstung oder Warenmuster. Bisher war das Carnet ein physisches Heft das aufwendig gedruckt, mit zahlreichen Einlageblättern bestückt und bei jedem Grenzübertritt manuell abgestempelt wurde musste. Mit der Einführung des digitalen Carnet wird dieser Prozess grundlegend modernisiert. Neben der jetzt schon funktionierenden Online-Antragstellung wird künftig auch die Nämlichkeitssicherung sowie die Zollabwicklung bei Ein- und Ausfuhr via App abgewickelt - keine Abholung, kein Papierheft, keine papiergebundene Vorlage beim Zoll.
Info: susanne.kant@karlsruhe.ihk.de
Info: susanne.kant@karlsruhe.ihk.de
Kontakt
Susanne Kant
IHK Karlsruhe
Service-Center International Karlsruhe
Manuel Neumann
IHK Karlsruhe
Referent Internationale Märkte: Amerikas, Afrika, Naher & Mittlerer Osten
Ramona Leiske
IHK Karlsruhe
Referentin Internationale Märkte: Asien, Europa, GUS/Russland, Ozeanien
