Der neue § 34k GewO - Was Darlehensvermittler jetzt wissen müssen

Zum 20.11.2026 wird eine neue Erlaubnis- und Registrierungspflicht für Darlehensvermittler nach § 34k GewO eingeführt. Handlungsbedarf entsteht dann auch für Darlehensvermittler, die bereits über eine entsprechende Erlaubnis nach § 34c GewO verfügen. Der neue § 34k GewO ist die deutsche Umsetzung der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie (EU) 2023/2225. Ziel ist ein höheres Verbraucherschutzniveau bei Konsumentenkrediten. Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte im Überblick dargestellt.
Bislang ist die Vermittlung von Verbraucherdarlehensverträgen Teil der Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung (GewO). Das ändert sich aber: Ab dem 20.11.2026 bekommt diese Tätigkeit eine eigene Erlaubnis mit § 34k GewO. Wer also Allgemein-Verbraucherdarlehen und entsprechende Finanzierungshilfen für Verbraucher vermittelt oder vermitteln will, benötigt dann eine Erlaubnis nach § 34k GewO, statt wie bisher nach § 34c GewO.

Die wichtigsten Neuerungen sind

  • Sachkundenachweis,
  • Registrierungspflicht im öffentlichen Vermittlerregister,
  • Regelmäßige Weiterbildungspflicht.

Für welche Tätigkeiten gilt die Erlaubnispflicht?

Der neuen Erlaubnispflicht nach § 34k GewO unterliegt die gewerbsmäßige Vermittlung von Allgemein-Verbraucherdarlehensverträgen und entsprechenden Finanzierungshilfen. Erfasst sind auch der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss und die Beratung zu solchen Verträgen sowie sonstige Tätigkeiten, durch die der Abschluss eines solchen Vertrages unterstützt wird.

Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge im Sinne des § 34i GewO sind hiervon ausgenommen.
Die gewerbsmäßige Vermittlung von Unternehmerdarlehensverträgen zwischen gewerblichen Unternehmen ist ab dem 20. November 2026 nicht mehr erlaubnispflichtig.
Achtung: Warenkreditvermittler
Die neue Erlaubnispflicht gilt auch für Darlehensvermittler, die Darlehensverträge ausschließlich zur Finanzierung der von ihnen verkauften Waren oder erbrachten Dienstleistungen vermitteln, sofern sie nicht Kleinstunternehmen oder kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG sind.
Für die Einordnung als KMU ist insbesondere die KMU-Definition der Europäischen Kommission mit den entsprechenden Schwellenwerten maßgeblich, wobei verbundene Unternehmen voll und Partnerunternehmen entsprechend deren Beteiligungsquote berücksichtigt werden müssen.
Mitarbeiterzahl Jahresumsatz Jahresbilanzsumme KMU grundsätzlich erlaubnispflichtig nach § 34k GewO
≥ 250 unerheblich unerheblich nein ja
< 250 > 50 Mio. EUR > 43 Mio. EUR nein ja
< 250 > 50 Mio. EUR ≤ 43 Mio. EUR ja nein
< 250 ≤ 50 Mio. EUR > 43 Mio. EUR ja nein
< 250 ≤ 50 Mio. EUR ≤ 43 Mio. EUR ja nein
Für den Fall, dass der Unternehmensverbund (der Konzern) die Schwellenwerte überschreitet, benötigen alle operativ vermittelnden Konzerngesellschaften eine eigene Erlaubnis. Reine Holding-, Verwaltungs- oder Servicegesellschaften benötigen (nur dann) keine eigene Erlaubnis, solange sie keine Vermittlungstätigkeit ausüben.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im [Benutzerleitfaden der Europäischen Kommission zur Definition von KMU].

Übergangsregelung für bislang erlaubnisfreie Warenkreditvermittler

Für Warenverkäufer und Dienstleister, die aufgrund der bisherigen Ausnahme bislang keine Erlaubnis als Darlehensvermittler benötigten, künftig aber unter die Erlaubnispflicht nach § 34k GewO fallen, gilt eine besondere Übergangsregelung. Sie müssen die Erlaubnis nach § 34k GewO bis spätestens 31. Mai 2027 beantragen. Wird der Antrag fristgerecht gestellt, darf die Tätigkeit bis zum Abschluss des Erlaubnisverfahrens auch ohne bereits erteilte § 34k-Erlaubnis weiter ausgeübt werden.
Die Möglichkeit, die Sachkunde im Rahmen der sogenannten Alte-Hasen-Regelung nachzuweisen, gilt entsprechend (siehe Abschnitt Übergangsfrist für Umtausch).

Wer bleibt erlaubnisfrei?

Der Gesetzgeber sieht bestimmte Ausnahmen von der Erlaubnispflicht vor.
Erlaubnisfreie Konstellationen sind demnach:
  • reine Tippgeber ohne aktive Vermittlung
  • Mitarbeiter unter Verantwortung eines erlaubnisinhabenden Unternehmens
  • Kreditinstitute mit Erlaubnis nach dem KWG
  • Wertpapierinstitute mit Erlaubnis nach dem WpIG
  • Kapitalverwaltungsgesellschaften mit Erlaubnis nach dem KAGB
  • Darlehensvermittelnde Warenverkäufer und Dienstleister mit bis zu 250 Mitarbeitenden und entweder einem Jahresumsatz bis zu 50 Mio. EUR oder einer Jahresbilanz bis zu 43 Mio. EUR

Welche Erlaubnisvoraussetzungen gelten?

Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis als Darlehensvermittler nach § 34k GewO sind, wie bisher, der Nachweis der Zuverlässigkeit sowie geordneter Vermögensverhältnisse.
Als weitere Erlaubnisvoraussetzung wird der Nachweis der Sachkunde eingeführt.

Wann es los geht?

Icon eines Kalendersymbols

Der neue § 34k GewO tritt am 20. November 2026 in Kraft und kann auch erst ab diesem Zeitpunkt beantragt werden.
Bis zum 19.11.2026 kann die Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 S.1 Nr. 2 GewO wie bislang beantragt werden.
Ab dem 20.11.2026 ist eine 34c-Erlaubnis zwingend in eine neue 34k-Erlaubnis umzutauschen. Für all diejenigen, die bereits eine Erlaubnis als Darlehensvermittler nach § 34c Abs.1 Nr. 2 GewO besitzen, gibt es eine Übergangfrist zum Umtausch.

Übergangsfrist für Umtausch (vereinfachtes Verfahren) bis 31.05.2027

Wer am 20. November 2026 über eine gültige Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GewO verfügt, und auch weiterhin in diesem Bereich tätig bleiben möchte-, kann die Erteilung der neuen Erlaubnis nach § 34k GewO im vereinfachten Verfahren beantragen bzw. umtauschen.
Der Antrag muss spätestens bis zum 31. Mai 2027 gestellt werden. Wird der Antrag innerhalb dieser Frist gestellt, kann die Tätigkeit bis zur Entscheidung über den Antrag weiter ausgeübt werden.
Im vereinfachten Verfahren wird die bereits erteilte §-34c-Erlaubnis berücksichtigt. Eine erneute Prüfung der Zuverlässigkeit und der geordneten Vermögensverhältnisse ist in der Regel nicht erforderlich.
Vielmehr müssen lediglich diese Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Nachweis der bestehenden Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GewO
  • Sachkundenachweis in Form von
    1. Alte-Hasen-Regelung
    2. Sachkundeprüfung
    3. gleichgestellte Berufsqualifikation
Der zentrale Vorteil nur innerhalb der Übergangsfrist ist die Alte-Hasen-Regelung: Das bedeutet die Sachkunde kann nachgewiesen werden, indem eine ununterbrochene selbständige und/ oder unselbständige Tätigkeit (in der Darlehensvermittlung) mindestens seit dem 01. Januar 2021 belegt wird.
Die Gebühr für den Erlaubnisumtausch samt Registrierung im Vermittlerregister beläuft sich auf 150,00 €.
Welche weiteren Möglichkeiten zum Nachweis der Sachkunde bestehen und unter welchen Voraussetzungen bereits vorhandene Qualifikationen oder Berufserfahrung anerkannt werden können, wird im Abschnitt „Sachkunde“ erläutert.

Wenn die Übergangsfrist versäumt wird

Grünes Icon Ausrufezeichen

Das Wichtigste vorab: Bestehende Erlaubnisse nach § 34c GewO erlöschen spätestens am 19. November 2027 vollständig. Danach dürfen ohne die neue § 34k-Erlaubnis und Registrierung keine Verbraucherdarlehen vermittelt werden.
Darüber hinaus gilt: Wer die Umtauschfristen bis zum 31.05.2027 nicht einhält, verliert den Vorteil des vereinfachten Verfahrens und die Möglichkeit die Sachkunde als Alter-Hase nachzuweisen.
Es bleibt jedoch das reguläre Antragsverfahren.
Das bedeutet in der Praxis, dass neben dem Antrag folgendes nachzuweisen ist:
  • die Sachkunde (Sachkundeprüfung oder Nachweis gleichgestellter Berufsqualifikation)
  • Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit
  • Nachweis geordneter Vermögensverhältnisse.
Die Gebühr für die Erlaubnis im regulären Antragsverfahren samt Registrierung im Vermittlerregister beläuft sich auf 380,00 €.

Sachkunde - Welche Qualifikation ist erforderlich

Wer die Tätigkeit als Darlehensvermittler nach § 34k GewO ausüben möchte, muss grundsätzlich über die erforderliche Sachkunde verfügen. Der Sachkundenachweis soll sicherstellen, dass die mit der Darlehensvermittlung und -beratung betrauten Personen über die notwendigen fachlichen Kenntnisse verfügen.
Die erforderliche Sachkunde kann insbesondere durch eine Sachkundeprüfung vor der Industrie- und Handelskammer nachgewiesen werden.
Daneben sind die nachfolgend genannten Berufsqualifikationen und Abschlüsse der Sachkundeprüfung gemäß § 4 Darlehensvermittlerverordnung (DarlVermV) gleichgestellt:
  • Erlaubnis nach § 34i Abs. 1 GewO
  • Erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung nach § 34i GewO
  • Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau
  • Bankkaufmann / Bankkauffrau
  • Sparkassenkaufmann / Sparkassenkauffrau
  • Kaufmann/ Kauffrau für Versicherungen und Finanzen – Fachrichtung Finanzberatung
  • Geprüfter Immobilienfachwirt / Geprüfte Immobilienfachwirtin
  • Geprüfter Bankfachwirt / Geprüfte Bankfachwirtin
  • Geprüfter Fachwirt für Finanzberatung / Geprüfte Fachwirtin für Finanzberatung
  • Geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen / Geprüfte Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen
  • Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen.
Folgende Qualifikationen sind gleichgestellt, wenn zusätzlich mindestens 1 Jahr Berufserfahrung in der Vermittlung oder Beratung zu Darlehen oder Immobiliardarlehen nachgewiesen wird:
  • Geprüfter Fachberater/ Geprüfte Fachberaterin für Finanzdienstleistungen
  • Finanzfachwirt (FH) / Finanzfachwirtin (FH) mit einem abgeschlossenen weiterbildenden Zertifikatsstudium an einer Hochschule
  • Automobilkaufmann / Automobilkauffrau.
Folgende Studienabschlüsse jeweils an einer Hochschule oder Berufsakademie können als Sachkundenachweis anerkannt werden, wenn zusätzlich mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in der Vermittlung oder Beratung zu Darlehen oder Immobiliardarlehen nachgewiesen wird:
  • mathematisches Studium
  • wirtschaftswissenschaftliches Studium
  • rechtswissenschaftliches Studium.

Delegation der Sachkunde

Handelt es sich beim Erlaubnisinhaber um eine juristische Person – zum Beispiel eine GmbH – kann der Sachkundenachweis von der Geschäftsführung auf eine angemessene Zahl von geeigneten Beschäftigten übertragen werden. Voraussetzung: Diese Personen müssen die Aufsicht über die Mitarbeitenden führen, die die erlaubnispflichtigen Tätigkeiten unmittelbar ausüben.
Wer aber als natürliche Person selbst tätig ist oder die Leitungsverantwortung für die erlaubnispflichtige Tätigkeit träg muss den Sachkundenachweis persönlich erbringen. Eine Delegation ist dann nicht möglich.

Anforderungen an die Beschäftigten im Betrieb

Einen formalen Sachkundenachweis müssen die Beschäftigten zwar nicht erbringen.
Erlaubnisinhaber sind aber dafür verantwortlich, dass Ihre Beschäftigten über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf die Gestaltung, das Angebot und den Abschluss von Allgemein-Verbrauchrdarlehensverträgen und Finanzierungshilfen, die Vermittlungs- und Beratungstätigkeit und die Verbraucherrechte verfügen.
Das gilt für alle, die an der Vermittlung oder Beratung von Allgemein-Verbraucherdarlehen oder Finanzierungshilfen mitwirken, sei es im direkten Kundenkontakt, im nichtkundenbezogenen Bereich, oder in leitender Position.

Regelmäßige Weiterbildungspflicht

Sowohl dem Erlaubnisinhaber als auch dessen bei der Vermittlung und Beratung mitwirkenden Beschäftigten im kundenbezogenen und nichtkundenbezogenen Bereich, sowie Personen in leitender Position, obliegt es sich weiterzubilden. Dabei gilt es die Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf Kundenberatung, die Vermittlung von und die Beratung zu Allgemein-Verbraucherdarlehen und im Hinblick auf Finanzierung und Kreditprodukte auf dem aktuellen Stand zu halten.
Ein bestimmter Weiterbildungsturnus oder gar eine Stundenanzahl ist vom Gesetzgeber allerdings nicht vorgegeben.
Bei gegebenem Anlass kann die IHK als Aufsichtsbehörde die Vorlage von Nachweisen und Unterlagen über die absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen der letzten 3 Jahre beim Erlaubnisinhaber anfordern, auch betreffend dessen Beschäftigte.

Delegation der Weiterbildung

Wie bei der Sachkunde, kann auch die Weiterbildungspflicht bei juristischen Personen auf eine angemessene Zahl von Beschäftigten delegiert werden, denen die Aufsicht über die unmittelbar mit der Ausübung von erlaubnispflichtigen Tätigkeiten befassten Mitarbeitenden obliegt.

Registrierungspflicht

Mit dem §34k wird auch eine Registrierung im öffentlichen Vermittlerregister zur Pflicht.
Registrierungspflichtig sind
  • Gewerbetreibende/ Erlaubnisinhaber und
  • beschäftigten Personen, die für die Vermittlung und Beratung in leitender Position verantwortlich sind (nicht aber sämtliche Mitarbeiter die im erlaubnispflichtigen Bereich mitwirken).

Was Honorar-Darlehensberater beachten müssen

Die Tätigkeiten als Darlehensvermittler und als Honorar-Darlehensberater schließen sich zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher gegenseitig aus.
Betroffene müssen sich demnach bei Erlaubnisbeantragung entscheiden, ob sie im Vermittlerregister als Darlehensvermittler oder Honorar-Darlehensberater registriert werden wollen.
Die honorargestützte unabhängige Beratung soll für den Kunden ein alternatives Angebot zur provisionsbasierten Beratung und Vermittlung darstellen. Diese Honorar-Beratung soll nur derjenige durchführen dürfen, der bei der Beratung einen ausreichenden Marktüberblick zugrunde legen kann und sich die Erbringung der Beratungsleistung allein durch Zuwendungen des Kunden (Honorar) entgelten lässt.

Die Fristen nochmal im Überblick

20.11.2026: §34k GewO tritt in Kraft
20.11.2026 – 31.05.2027: Umtausch der Erlaubnis von § 34c auf § 34k GewO im vereinfachten Verfahren möglich
31.05.2027: Letzter Tag für den Antrag auf Umtausch: bis zu diesem Zeitpunkt ist auch nur die Alte-Hasen-Regel möglich; danach nur noch reguläres Antragsverfahren mit allen erforderlichen Unterlagen
bis 19.11.2027: mit bestehender Erlaubnis nach § 34c GewO darf weitervermittelt werden; die Erlaubnis erlischt automatisch mit Ablauf diesen Datums

Die Darlehensvermittlungsverordnung (DarlVermV)

Neben dem § 34k GewO gibt es auch eine spezielle Verordnung, die die nähere Ausgestaltung der neuen gesetzlichen Vorgaben für Darlehensvermittler regelt. Die Verordnung ist bereits in Kraft getreten und enthält insbesondere Regelungen zur Sachkundeprüfung und gleichgestellten Berufsqualifikationen, zur Weiterbildungspflicht, zur Registrierung und zu Verhaltenspflichten für Darlehensvermittler. Den Verordnungstext finden Sie hier.
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Unser Tipp: Nutzen Sie die Übergangsfrist, um die bestehende 34c-Erlaubnis im vereinfachten Verfahren einfacher und kostengünstiger in eine 34k-Erlaubnis umzutauschen.

Termine und Anmeldung Info-Veranstaltungen

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5. November | 16-17 Uhr
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