Konjunkturbericht Jahresbeginn 2026
Ein Hauch von Zuversicht
Zum Jahresbeginn 2026 hat sich die Stimmung in der regionalen Wirtschaft insgesamt aufgehellt. Im Branchendurchschnitt haben sich sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartungen der Unternehmen an die kommenden zwölf Monate spürbar verbessert. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Beurteilung der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen in einem Wert darstellt, ist von 102 Punkten im Herbst 2025 auf aktuell 113 Punkte gestiegen. Damit liegt er jedoch noch weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 121 Punkten (seit Jahresbeginn 2007). Die insgesamt verbesserte konjunkturelle Lage zeigt sich jedoch längst nicht in allen Wirtschaftszweigen. Während insbesondere die Bauindustrie und der Dienstleistungssektor Auftrieb verzeichnen, kommen Industrie und Handel kaum voran. Von einer tragfähigen Erholung kann daher noch nicht gesprochen werden. Das wirtschaftliche Umfeld bleibt angespannt. Geopolitische Konflikte und handelspolitische Unsicherheiten, schwache Exporte, ein zurückhaltender Konsum und strukturelle Belastungen wie steigende Kosten, Bürokratie und Fachkräftemangel belasten die regionale Wirtschaft weiterhin. Entsprechend sind die langfristigen Investitions- und Beschäftigungsplanungen der Unternehmen nach wie vor von deutlicher Zurückhaltung geprägt.
Die Umfrage fand im Zeitraum vom 02. bis 19. Januar 2026 statt. Von insgesamt 1.197 angeschriebenen Unternehmen beteiligten sich 370 an der Befragung.
Der IHK-Konjunkturklimaindikator wird berechnet als geometrisches Mittel der Lage- und Erwartungssalden und stellt den konjunkturellen Gesamtzustand der regionalen Wirtschaft dar. Der Indikator kann zwischen den Werten 0 und 200 schwanken. Je höher der Wert, desto besser ist das Konjunkturklima.
Geschäftslage
Zum Jahresbeginn 2026 präsentiert sich die regionale Wirtschaft branchenübergreifend deutlich robuster als vier Monate zuvor. Der Anteil der Unternehmen mit gut laufenden Geschäften ist von 27 % auf 30 % gestiegen. Zudem bewerten 56 % Prozent der Betriebe ihre Gesamtsituation als zufriedenstellend, gegenüber dem Herbst ein Plus von vier Prozentpunkten. Gleichzeitig ist der Anteil der Unternehmen mit einer negativen Einschätzung um sieben Prozentpunkte auf 14 % gesunken. In der Folge hat sich der Geschäftslagesaldo von plus 6 Punkten auf plus 16 Punkte nahezu verdreifacht. Der Rückgang der Auftragseingänge und Umsätze hat sich zuletzt verlangsamt. Der Auftragseingangssaldo ist von minus 10 Punkten auf minus 3 Punkte gestiegen. Etwa jeweils ein Drittel der Betriebe meldet steigende bzw. sinkende Umsätze. Diese positive Entwicklung wird vor allem von der Bauindustrie und dem Dienstleistungssektor getragen. In der Industrie fällt die Einschätzung der aktuellen Situation zwar etwas freundlicher aus, bleibt insgesamt jedoch negativ. Der Großhandel bewertet die laufenden Geschäfte nach der massiven Delle im Herbst nicht mehr ganz so pessimistisch. Auch der Einzelhandel startet angespannt in das neue Jahr.
Geschäftserwartungen
Nach der im Herbst noch spürbaren Skepsis zeigt sich zu Beginn des Jahres 2026 eine vorsichtige Aufhellung der Unternehmensperspektiven. Inzwischen rechnen 25 % der Betriebe mit besseren Geschäften im laufenden Jahr, ein Anstieg um 7 Prozentpunkte. Gleichzeitig ist der Anteil der pessimistischen Unternehmen von 20 % auf 15 % gesunken. Der Saldo der Geschäftserwartungen ist somit im Branchendurchschnitt von minus 2 Punkten auf plus 10 Punkte gestiegen. Lediglich Groß- und Einzelhandel weisen aktuell einen negativen Erwartungssaldo auf. Die größten Herausforderungen für die Betriebe sind die schwache Inlandsnachfrage (63 %) und steigende Arbeitskosten (58 %). Der Fachkräftemangel bleibt trotz rückläufiger Tendenz ein zentrales Thema (44 %, zuvor 51 %). Zunehmend belasten die Unternehmen die vielfältigen geopolitische Spannungen (42 % nach 34 % im Herbst 2025). 38 % sehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Risiko, ein Drittel der Betriebe nennt die im internationalen Vergleich hohen Energiepreise als Gefahr für die eigene Geschäftsentwicklung. Mehrfachnennungen waren möglich.
Beschäftigung
Auf dem regionalen Arbeitsmarkt macht sich die anhaltende Wirtschaftsschwäche immer deutlicher bemerkbar. Der IHK-Bezirk Karlsruhe verzeichnete 2025 das dritte Jahr in Folge einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Zahl der in der Region gemeldeten Erwerbslosen mit 26.958 um 4,4 % über der des Vorjahres (plus 1.128 Personen). Dies ist zudem der höchste jahresdurchschnittliche Stand seit 2007. Seit 2022 ist die Arbeitslosigkeit um etwa ein Viertel gestiegen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 4,3 % im Jahr 2024 auf 4,5 % in 2025.
Auch im neuen Jahr bleibt der Arbeitsmarkt unter Druck. Im Januar 2026 waren im IHK-Bezirk Karlsruhe 27.822 Personen erwerbslos gemeldet, 169 Personen bzw. 0,6 % mehr als im Vor-jahresmonat, und 1.743 mehr als im Vormonat (plus 6,7 %). Die Arbeitslosenquote beträgt 4,6 % (Baden-Württemberg: 4,8 %, Deutschland: 6,6 %). Die Zahl der der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt gemeldeten offenen Stellen liegt aktuell bei 6.969, 452 Stellen weniger als im Januar 2025 (minus 6,1 %).
Angesichts der weiter bestehenden konjunkturellen Herausforderungen stehen die Beschäftigungspläne der Unternehmen jedoch nach wie vor im Zeichen des Stellenabbaus. Der Saldo der Beschäftigungserwartungen bleibt mit minus 10 Punkten nach zuvor minus 16 Punkten negativ. Zum Jahresbeginn 2026 planen 15 % der Unternehmen zusätzliches Personal einzustellen (Herbst 2025: 10%), ein Viertel wird im laufenden Jahr seine Belegschaft voraussichtlich verkleinern. Insbesondere Industrie und Großhandel haben immer gegenwärtig Personalbedarf. Lediglich im Dienstleistungssektor sind leichte Impulse zu erwarten.
Investitionen
Die verbesserte konjunkturelle Lage spiegelt sich kaum in den Investitionsplänen wider. Zum Jahresbeginn 2026 bleibt die Investitionsbereitschaft in den Unternehmen zurückhaltend. Teilweise können nach Jahren der Stagnation vorhandene Kapazitäten nicht mehr genügend ausgelastet werden. Hinzu kommen immer noch fehlende Wachstumsimpulse, geopolitische Unwägbarkeiten und die nur zögerlich voranschreitenden Reformen zur Stärkung des Standortes. Der Investitionssaldo liegt nunmehr bei minus 15 Punkten nach minus 20 Punkten vier Monate zuvor. Aktuell planen 22 % der Betriebe, in den kommenden zwölf Monaten mehr zu investieren, immerhin ein Anstieg um 5 Prozentpunkte. 41 % wollen ihre Ausgaben aus heutiger Sicht auf dem bisherigen Niveau halten, während 23 % geringere Investitionen vorsehen. 14 % der Unternehmen beabsichtigen, ganz auf Investitionen zu verzichten.
Am häufigsten investieren die Betriebe, um bestehende Anlagen und Geräte zu ersetzen (59 % nach 65 % im Herbst 2025). Fast gleichauf an zweiter Stelle steht mit 58 % die Absicht, die unternehmensinterne Digitalisierung voranzutreiben (zuvor 48 %). Mit 35 % der Nennungen an die dritte Stelle vorgerückt sind Investitionen in Produkt- oder Prozessinnovationen (plus 2 Prozentpunkte). Fast ein Drittel der Betriebe sieht (weitere) Rationalisierungsmaßnahmen vor. Investitionen in Umweltschutz und Energieeffizienz stehen wie zuvor bei 27 % der Unternehmen auf der Agenda. Kapazitätserweiterungen planen derzeit nur noch 22 % der Betriebe. Mehrfachnennungen waren möglich.
Industrie
Die regionale Industrie kommt auch zu Beginn des Jahres 2026 nur schleppend voran. Der Geschäftslagesaldo liegt mit minus 3 Punkten weiterhin im negativen Bereich, hat sich jedoch gegenüber dem Herbst 2025 (minus 6 Punkte) leicht verbessert. Unverändert bewerten 19 % der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Der Anteil der Unternehmen in einer kritischen Gesamtsituation ist um zwei Prozentpunkte auf 22 % zurückgegangen. Der seit mehr als zwei Jahren anhaltende negative Trend bei den Inlandsumsätzen setzte sich fort, wenn auch mit abgeschwächtem Tempo. Der Umsatzsaldo Inland verbesserte sich geringfügig von minus 22 Punkten auf minus 19 Punkte. Der Saldo der Auslandserlöse verschlechterte sich von minus 1 Punkt auf minus 7 Punkte. Auch die Tendenz der Auftragseingänge gibt wenig Anlass zu Optimismus, die Salden bleiben negativ. Auf den Inlandsmärkten verbesserte sich der Saldo der Auftragseingänge von minus 23 Punkten auf minus 15 Punkte. Der Bestellsaldo Ausland stieg von minus 13 auf minus 4 Punkte. Für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmen per Saldo leicht zuversichtlich. 18 % der Betriebe rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während 14 % weitere Rückschläge erwarten. Die Investitionsbereitschaft hat zwar etwas zugenommen, bleibt insgesamt jedoch deutlich zurückhaltend. Auch die Beschäftigungsplanungen sind weiterhin von Personalabbau geprägt.
Exporterwartungen
Zum Jahresbeginn 2026 stehen viele international tätige Industrieunternehmen aus der Region weiterhin unter erheblichem Druck. Fast die Hälfte der Betriebe sieht die schwache Auslandsnachfrage als zentrales Geschäftsrisiko. Während im Herbst 2025 noch 22 % der Unternehmen mit steigenden Ausfuhren rechneten, sind es aktuell nur noch 20 %. Gleichzeitig ist der Anteil der Betriebe, die von einem stabilen Exportniveau ausgehen, von 39 % auf 41 % gestiegen. Der Anteil der Unternehmen, die einen Rückgang des Auslandsgeschäfts erwarten, ist um 8 Prozentpunkte auf 14 % gesunken. Jeder vierte Betrieb (zuvor 17 %) geht inzwischen davon aus, keine Exportgeschäfte zu tätigen.
Bauindustrie
Die regionale Bauindustrie startet überwiegend mit zufriedenstellenden bis guten Geschäften in das Jahr 2026. 43 % der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut (Herbst 2025: 39 %). Gleichzeitig ist der Anteil negativer Rückmeldungen deutlich um 8 Prozentpunkte auf 11 % gesunken. Der Geschäftslagesaldo verbessert sich damit spürbar von plus 20 auf plus 32 Punkte. Trotz dieser positiven Entwicklung berichten weiterhin mehr Unternehmen von einer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunkenen Bauproduktion. In den Bereichen Straßen- und Tiefbau, öffentlicher sowie gewerblicher Hochbau überwiegen tendenziell rückläufige Auftragseingänge. Im Wohnungsbau hingegen zeichnet sich erneut eine Belebung der Auftragslage ab. Für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmen vorsichtig optimistisch. Insbesondere die Sorgen um die Inlandsnachfrage haben merklich nachgelassen. Entsprechend fallen auch die Beschäftigungs- und Investitionspläne weniger zurückhaltend aus als noch vor vier Monaten.
Großhandel
Nach dem spürbaren Stimmungseinbruch im vergangenen Herbst hat der regionale Großhandel seine Einschätzung der Geschäftslage zum Jahresbeginn 2026 zwar verbessert, dennoch bleibt der Saldo mit minus 13 Punkten weiterhin im negativen Bereich. 13 % der Unternehmen (zuvor 17 %) der Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage als gut, mit 26 % ist der Anteil der unzufriedenen Betriebe allerdings noch doppelt so hoch (Herbst 2025: 49 %). Die Umsatzentwicklung zeigt sich sehr heterogen. Zwar hat sich der Anteil der Betriebe mit steigenden Erlösen auf 29 % verdreifacht, gleichzeitig berichten jedoch weiterhin mehr als die Hälfte der Unternehmen von Umsatzrückgängen. Entsprechend hat sich der Saldo im Inlandsgeschäft von minus 46 auf minus 27 Punkte verbessert. Im Auslandsgeschäft stieg der Umsatzsaldo sogar deutlich von minus 44 auf 0 Punkte. Eine derzeit gute Ertragslage melden 13 % der Unternehmen (zuvor 15 %), während 34 % ihre Kosten-Gewinn-Situation als problematisch einschätzen (Herbst 2025: 44 %). Auch die Auftragssituation bleibt unbefriedigend: 15 % der Unternehmen verzeichnen steigende Bestellungen, 29 % hingegen rückläufige Auftragseingänge. Die Erwartungen für das laufende Jahr sind erneut von Skepsis geprägt. Der Saldo der Geschäftserwartungen ist von plus 4 auf minus 7 Punkte gesunken. Dies wirkt sich spürbar negativ auf die Personalpläne (minus 38 Punkte) und Investitionsbereitschaft aus (minus 23 Punkte (einschl. keine Investitionen)).
Einzelhandel
Zu Beginn des Jahres 2026 präsentiert sich die Geschäftslage im regionalen Einzelhandel teilweise angespannt. Sowohl positive als auch negative Einschätzungen der aktuellen Situation haben im Vergleich zum vergangenen Herbst zugenommen. Der Lagesaldo ist dabei auf minus 7 Punkte gesunken, nachdem er zuvor noch bei plus 1 Punkt lag. Eine verhaltene Nachfrage prägt das Bild weiterhin. 7 von 10 Betrieben bewerten das Kaufverhalten ihrer Kundinnen und Kunden als zurückhaltend, ein weiterer Anstieg gegenüber dem Herbst (64 %). Entsprechend berichten, wie im Herbst 2025, 44 % der Unternehmen von rückläufigen Umsätzen, während 16 % steigende Umsätze verzeichnen (zuvor 13 %). Der Umsatzsaldo verbessert sich damit nur leicht von minus 31 Punkten auf minus 28 Punkte. Rund jedes vierte Unternehmen schreibt derzeit rote Zahlen, während 16 % ihre Ertragslage als gut einschätzen. Die Erwartungen für das laufende Jahr sind von deutlicher Skepsis geprägt: 17 % der Betriebe hoffen auf eine bessere Geschäftsentwicklung, gleichzeitig äußern sich mit 31 % nahezu doppelt so viele pessimistisch. Per Saldo rechnen die Unternehmen mit einer eher negativen Umsatzentwicklung (minus 7 Punkte). Entsprechend zurückhaltend bleiben auch die Planungen für Investitionen und Neueinstellungen.
Dienstleistungen
Zu Beginn des Jahres 2026 meldet der unternehmensnahe Dienstleistungssektor insgesamt eine deutlich verbesserte Geschäftslage. Aktuell bewerten 39 % der Betriebe ihre Situation als gut (Herbst 2025: 36 %), während der Anteil der Unternehmen mit einer kritischen Einschätzung von 15 % auf 8 % zurückgegangen ist. Dadurch ist der Geschäftslagesaldo um 10 Punkte auf 31 Punkte gestiegen. Rund jeder vierte Betrieb musste rückläufige Umsätze hinnehmen, gleichzeitig berichten 39 % von höheren Erlösen. Der Umsatzsaldo erhöhte sich damit von zuvor 3 auf nun 13 Punkte. Auch die Ertragslage hat sich im Branchendurchschnitt verbessert. Die Nachfrage zeigt leichte Belebungstendenzen, was sich im Auftragseingang widerspiegelt: Der entsprechende Saldo stieg von minus 4 auf plus 6 Punkte. Vor diesem Hintergrund startet der Wirtschaftszweig mit größerer Zuversicht ins neue Jahr. Knapp ein Drittel der Betriebe rechnet mit einer Verbesserung der Geschäftslage, mehr als die Hälfte erwartet einen stabilen Verlauf. Der Erwartungssaldo liegt nun bei plus 19 Punkten (zuvor plus 2 Punkte). Die positiven und negativen Beschäftigungspläne halten sich die Waage, während die Investitionsabsichten weiterhin negativ ausfallen.
Das regionale Transport- und Verkehrsgewerbe zeigt sich derzeit deutlich zufriedener als vier Monate zuvor. Zwar ist die Umsatzentwicklung insgesamt weiterhin negativ, jedoch hat sich die Ertragssituation verbessert. Die Nachfrage bleibt verhalten, allerdings berichten inzwischen weniger Betriebe von rückläufigen Auftragseingängen. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen sehr unterschiedlich aus: Sowohl der Anteil der Optimisten als auch der der Pessimisten ist gestiegen. Die Personal- und Investitionsplanungen werden zunehmend restriktiv gehandhabt.
Auch im Bereich der Dienstleistungen für Unternehmen fällt die aktuelle Lageeinschätzung besser als noch im vergangenen Herbst. Die seit dem Frühsommer 2025 beobachtete rückläufige Entwicklung von Umsätzen und Erträgen hat sich insgesamt nicht weiter fortgesetzt. Zwar entwickelte sich die Nachfrage in den Unternehmen sehr unterschiedlich, in der Summe jedoch leicht positiv. Für die kommenden zwölf Monate blicken die Unternehmen mit spürbarem Optimismus nach vorn. Die Investitionsplanungen bleiben allerdings sehr zurückhaltend, während die Beschäftigungspläne insgesamt ausgeglichen sind.
Auch im Bereich der ITK-Dienstleister schätzen derzeit mehr Unternehmen als noch im vergangenen Herbst ihre Geschäftslage als gut ein. Zwar ist die Umsatzentwicklung insgesamt weiterhin rückläufig, dem steht jedoch eine verbesserte Ertragssituation gegenüber. Die Nachfrage belebt sich allmählich: Mittlerweile halten sich die Anteile der Unternehmen mit steigenden und sinkenden Auftragseingängen die Waage. Entsprechend sind die Geschäfts- und Umsatzerwartungen spürbar optimistischer. Auf die Investitions- und Beschäftigungsplanungen wirkt sich diese Entwicklung bislang jedoch noch nicht aus.
Die Geschäftslage im regionalen Hotel- und Gaststättengewerbe hat sich auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert. Die negativen Lageeinschätzungen sind weiter zurückgegangen, während der Anteil positiver Meldungen nochmals leicht zugenommen hat. Insgesamt bleibt die Umsatzentwicklung zwar rückläufig, jedoch mit deutlich abgeschwächter Tendenz. Gleichzeitig belasten weiterhin hohe Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel die Ertragslage. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate werden inzwischen leicht von zuversichtlich gestimmten Unternehmen geprägt. Bei der Personal- und Investitionsplanung verfolgen die Betriebe nach wie vor einen vorsichtigen Kurs.
Finanzdienstleistungen
Zum Jahresbeginn 2026 bewerten die regionalen Finanzdienstleister ihre Geschäftslage weiterhin als zufriedenstellend bis gut. Haupttreiber dieser positiven Einschätzung ist nach wie vor die Versicherungsbranche. Steigende Beitragseinnahmen sorgen für Rückenwind, zudem entwickelt sich das Neugeschäft erfreulich. In den vergangenen Monaten mussten jedoch mehr Versicherer höhere Leistungen für Schadens- und Versicherungsfälle erbringen, während der Anteil der Betriebe mit geringeren Zahlungen zurückgegangen ist. Im Kreditgewerbe schätzen mehr Institute ihre aktuelle Geschäftslage als gut ein. Das Geschäftsvolumen hat sich per Saldo deutlich erhöht. Die Ertragslage wird ähnlich zufriedenstellend bis positiv bewertet wie vor vier Monate. Sowohl Privat- als auch Firmenkunden fragen verstärkt Kredite nach, wobei sich Letztere weiterhin vergleichsweise zögerlich zeigen. Dennoch ist die Vergabe von Investitionskrediten per Saldo leicht gestiegen. Demgegenüber bleibt die Vergabe von Betriebsmittelkrediten rückläufig, allerdings mit deutlich abnehmender Tendenz. Branchenübergreifend deuten die Geschäftserwartungen auf eine weitere Verbesserung hin. Die Investitionsplanungen sind per Saldo positiv, wobei insbesondere der Ausbau digitaler Angebote im Fokus steht. Die Personalplanungen bleiben hingegen weiterhin restriktiv.
Die finanziellen Spielräume werden enger
Zunehmende Forderungsausfälle, Liquiditätsengpässe und der Rückgang des Eigenkapitals führen bei immer mehr Unternehmen zu einer bedenklichen Finanzlage. Während zu Jahresbeginn 2024 noch 62 % der Betriebe von einer unproblematischen Finanzsituation berichteten, waren es zu Jahresbeginn 2025 nur noch 58 %. Zum Jahresbeginn 2026 ist dieser Anteil auf 52 % gesunken. 48 % hingegen schätzen ihre finanzielle Situation mittlerweile als problematisch ein.
Besonders angespannt fällt die Bewertung der Finanzlage im Hotel- und Gaststättengewerbe aus. Hier berichten aktuell vier von fünf Betrieben von Finanzierungsproblemen. Auch im Großhandel und dem Dienstleistungssektor wird die finanzielle Lage immer schwieriger: Etwa jeder zweite Betrieb steht unter steigendem finanziellen Druck. Auch die Industrie sieht sich nach langer konjunktureller Durststrecke vermehrt mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert. In der Bauindustrie dagegen hat sich die finanzielle Lage per Saldo offenbar wieder etwas entspannt.
Binnen Jahresfrist ist der Anteil der Unternehmen, die mit zunehmenden Forderungsausfällen konfrontiert werden, von 17 % auf 19 % angestiegen. Einen Rückgang des Eigenkapitals meldet inzwischen jeder fünfte Betrieb, gegenüber dem Jahresbeginn 2025 ein Anstieg um 2 Prozentpunkte. 17 % der Betriebe klagen aktuell über Liquiditätsengpässe, vor einem Jahr lag dieser Anteil bei 16 %. Einen erschwerten Zugang zu Fremdkapital geben weiterhin 9 % der Unternehmen an. Von einer hohen Fremdkapitalbelastung sind 6 % der Betriebe betroffen, immerhin ein Rückgang um 3 Prozentpunkte. 1 % der Unternehmen sieht sich sogar von Insolvenz bedroht. Mehrfachnennungen waren möglich.