Aktuelles zu Kanada
Kanada gewinnt als alternativer Handelspartner an Bedeutung
Kanada gehört zu den stabilsten und attraktivsten Wirtschaftsräumen weltweit. Die aktuellen handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und Kanada führen dazu, dass viele kanadische Unternehmen ihre Lieferketten breiter aufstellen und gezielt nach alternativen Lieferanten suchen. Davon profitieren insbesondere europäische und deutsche Anbieter. Die Nachfrage nach Maschinen, Technologien, Industrieausrüstung und nachhaltigen Lösungen steigt in zahlreichen Branchen.
Premierminister Carney sprach am 17. September 2026 vor dem Europäischen Parlament; der EU-Kanada-Handel mit Waren und Dienstleistungen ist seit 2016 um gut 80 Prozent auf rund 130 Mrd. Euro (2025) gewachsen. Deutschland exportierte 2025 Waren im Wert von rund 12 Mrd. Euro nach Kanada und ist damit mit Abstand größter EU-Lieferant vor Italien (6,3 Mrd.) und Frankreich (4,4 Mrd.).
Premierminister Carney sprach am 17. September 2026 vor dem Europäischen Parlament; der EU-Kanada-Handel mit Waren und Dienstleistungen ist seit 2016 um gut 80 Prozent auf rund 130 Mrd. Euro (2025) gewachsen. Deutschland exportierte 2025 Waren im Wert von rund 12 Mrd. Euro nach Kanada und ist damit mit Abstand größter EU-Lieferant vor Italien (6,3 Mrd.) und Frankreich (4,4 Mrd.).
Handelskonflikt mit den USA eskaliert
Die US-Regierung hat im Juli 2026 einen zusätzlichen 50-Prozent-Zoll auf eine Vielzahl kanadischer Waren angekündigt; Premierminister Mark Carney bezeichnete dies als Verstoß gegen das Freihandelsabkommen CUSMA und kündigte Gegenmaßnahmen an. Nach dem Scheitern der Gespräche traten die US-Zölle auf Waren im Wert von rund 20 Mrd. CAD in Kraft; Kanada erhebt seit dem 8. September 2026 Gegenzölle von 15 bis 50 Prozent auf zahlreiche US-Produkte. Für deutsche Exporteure heißt das: US-Vorprodukte werden in Kanada teurer, kanadische Einkäufer suchen aktiv nach nicht-amerikanischen Lieferanten – insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau.
USMCA-Überprüfung 2026
Das nordamerikanische Abkommen steht in diesem Jahr turnusgemäß zur Überprüfung; die Bandbreite reicht von einer Nachverhandlung mit strengeren Ursprungsregeln bis zu einem Austritt einzelner Partner. Bank of Canada Unternehmen, die Kanada als Sprungbrett in die USA nutzen, sollten ihre Lieferketten-Szenarien entsprechend aktualisieren.
CETA stärkt die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen
Das Freihandelsabkommen CETA verschafft deutschen Unternehmen weiterhin erhebliche Vorteile im Kanada-Geschäft. Für die meisten Industrieprodukte entfallen die Zölle vollständig. Gleichzeitig erhalten europäische Unternehmen Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen auf Bundes-, Provinz- und Kommunalebene.
Großinvestitionen schaffen neue Marktchancen
Die kanadische Regierung fördert derzeit umfangreiche Infrastruktur-, Energie- und Rohstoffprojekte. Investitionen in LNG, Wasserstoff, kritische Rohstoffe, Kernenergie und Verkehrsprojekte schaffen erhebliche Geschäftschancen für deutsche Technologieanbieter und Zulieferer.
Konjunkturelle Entwicklung
Trotz eines aktuell verhaltenen Wirtschaftswachstums bleibt Kanada ein wirtschaftlich und politisch stabiles Umfeld. Die Inflation geht zurück, Investitionen in Zukunftsbranchen werden staatlich unterstützt und der Fachkräftemangel sorgt in vielen Sektoren für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Produktivitätssteigerungen durch moderne Technologien.