Konflikt im Nahen Osten – was Unternehmen jetzt wissen müssen!
Nachstehend erhalten Sie Informationen zu den Auswirkungen des Konfliktes im Nahen Osten, die regelmäßig aktualisiert werden.
- Wie ist die Lage vor Ort?
- Ich habe Mitarbeiter vor Ort. Was kann ich tun?
- Meine Mitarbeiter vor Ort wollen auf dem Landweg ausreisen. Ist das möglich?
- Welche Auswirkungen auf den Handel und Logistikrouten sind zu erwarten?
- Wie hoch ist der Handel von Deutschland mit der Region?
- Wo erhalte ich weitere Informationen?
Wie ist die Lage vor Ort?
Am Morgen des 28. Februar 2026 haben Israel und die USA mit Luftschlägen gegen Ziele in Iran begonnen. Es folgten Luftangriffe aus Iran auf Israel und weitere Ziele in der Region.
Die Lufträume von Israel und Iran wurden gesperrt. Es kann jederzeit zur Sperrung weiterer Lufträume in der Region kommen. Mehrere Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb in die Region eingestellt.
Das Auswärtige Amt informiert, dass mit weiteren Angriffen gerechnet werden muss und warnt vor Reisen in die folgenden Staaten beziehungsweise Gebiete:
- Israel
- Palästinensische Gebiete
- Libanon
- Jordanien
- Syrien
- Irak
- Iran
- Bahrain
- Kuwait
- Oman
- Vereinigte Arabische Emirate
- Saudi-Arabien
- Katar
- Jemen
Alle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts finden Sie unter dem nachfolgenden Link:
Das Auswärtige Amt hat darüber hinaus einen Krisenstab eingerichtet und wichtige Informationen in FAQs zusammengefasst, die Sie nachstehend abrufen können:
Der Nahe Osten stellt rund 25 % der weltweiten Ölproduktion und 25 % des globalen LNG‑Angebots, wobei Katar allein etwa 19 % des weltweiten LNG liefert. Ebenso verläuft über die Straße von Hormus ein wesentlicher Teil des globalen Energiehandels: rund 20 % des weltweiten Rohölverbrauchs, 20 % des LNG‑Handels sowie insgesamt etwa 144 Schiffe täglich.
Ich habe Mitarbeiter vor Ort. Was kann ich tun?
Schaffen Sie sich einen Überblick, welche Mitarbeiter in den betroffenen Ländern unterwegs sind und kontaktieren Sie diese. Überprüfen Sie, ob eine kurzfristige Ausreise sinnvoll und auch möglich ist.
Informationen zu Flugplänen etc. erhalten Sie bei den Fluggesellschaften.
Stellen Sie einen Notfallkontakt in Ihrem Unternehmen zur Verfügung. Prüfen Sie, ob gegebenenfalls über den Versicherungsanbieter ihrer Mitarbeiter Unterstützung möglich ist.
Deutsche Staatsangehörige, die sich in der Region aufhalten, sollten sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amtes eintragen. Laut unserer Informationen arbeitet das Auswärtige Amt mit Hochdruck daran, eine Lösung für die in der Region festsitzenden deutschen Staatsbürger zu finden.
Ausländische Mitarbeiter sollten sich an die Vorgaben der lokalen Behörden halten oder die Botschaft Ihres Heimatlandes kontaktieren.
Die Auslandshandelskammern (AHKs) in den Golfstaaten unterstützen Unternehmen aktiv bei der Organisation von Ausreisen, etwa in den VAE, Saudi‑Arabien, Bahrain, Katar und Oman. Dies umfasst u. a. Kontaktaufnahme zu lokalen Behörden, Transportorganisation oder Koordination mit Botschaften.
Meine Mitarbeiter vor Ort wollen auf dem Landweg ausreisen. Ist das möglich?
Der Luftraum über Kuwait, Bahrain und Katar ist derzeit geschlossen. Der Flugverkehr mit den VAE, insbesondere Dubai, ist wieder angelaufen. Aus Katar finden vereinzelte Flüge statt.
Wenn Sie auf dem Landweg ausreisen möchten, beachten Sie bitte die jeweiligen lokalen Vorschriften zur Einreise sowie eine etwaige Visumspflicht. Informationen finden Sie auf den nachfolgenden Webseiten:
- für Saudi-Arabien (e-Visum): www.visa.visitsaudi.com
- für Oman (e-Visum): www.evisa.rop.gov.om
Es wird empfohlen, Visa im Voraus zu erhalten, da die Einreise mit Visa on arrival nicht garantiert werden kann. Darüber hinaus ist für die Einreise in den Oman entweder ein bestätigtes Flugticket oder eine Hotelreservierung nachzuweisen.
Laut unserer Information sind die nachfolgenden Grenzübergänge geöffnet.
| Land | Grenzübergang/Airport | Status/Hinweise |
|---|---|---|
| VAE | Al Batha / Ghuwaifat (zu Saudi-Arabien) | Grenzübergang offen |
| Bahrain | King Fahd Causeway (zu Saudi-Arabien) | Offen |
| Katar | Abu Samra (zu Saudi-Arabien) | Offen |
| Saudi-Arabien |
|
Offen
Offen
|
| Oman | Hatta–Al Wajajah (Landgrenze zu VAE) | Offen |
Da ein erheblicher Teil des Verkehrs zwischen Europa und Asien über Golf‑Drehkreuze wie Doha und Dubai läuft (rund 65 % der Luftfracht in der Region), führen Luftraumsperrungen schnell zu Umleitungen, Engpässen und Kostensteigerungen. Dies betrifft auch reine Transitflüge.
Welche Auswirkungen auf den Handel und Logistikrouten sind zu erwarten?
Die Auswirkungen des Krieges sind noch nicht vollständig absehbar und hängen von der Dauer der Auseinandersetzung sowie einer möglichen weiteren Eskalation ab.
In einer Erklärung von Seiten Irans wurde die Straße von Hormus, ein strategischer Engpass für rund 20 Prozent des weltweiten Öltransits, geschlossen. Viele Schiffe meiden derzeit die Route. Auch die Handelsroute über das Rote Meer sowie den Suezkanal ist beeinträchtigt.
Es ist mit steigenden Frachtkosten sowie längeren Transitzeiten zu rechnen. Gleichzeitig könnten Frachtkapazitäten kurzfristig knapp werden. Verzögerungen bei Rohstoff- und Zwischenproduktlieferungen (zum Beispiel Öl, Chemikalien, Gütertransit über Golf-Häfen) sind möglich. Öl- und Energiepreise reagieren sensitiv und könnten stark schwanken, je nach Dauer und Intensität der Störung.
- Begrenzte Alternativen für Energieexporte:
Für LNG‑Lieferungen – besonders aus Katar – existieren keine alternativen Routen außerhalb der Straße von Hormus. Auch Pipelines bieten nur begrenzte Entlastung. - Deutliche Kostensteigerungen im Seeverkehr:
Reedereien erheben aktuell für Transporte in die Golfregion War‑Risk‑Zuschläge zwischen 1.500 und 4.000 USD pro Container – ein Aufschlag von +150–300 % gegenüber normalen Frachtraten.
Zum Vergleich: Aufschläge für Transporte nach Israel liegen bei 5–12 %. - Längere Transitzeiten durch Umfahrung Afrikas:
Besonders betroffen sind Lieferungen aus Asien (z. B. Solar‑ und Speichertechnik), deren Routen bereits angepasst wurden. - Luftfracht als Engpassfaktor:
Obwohl sie nur 1–2 % des Gewichts, aber 35 % des Warenwerts transportiert, kann jede Einschränkung der Luftkorridore zu erheblichen Verzögerungen bei High‑Tech‑ und Pharmagütern führen.
Wie hoch ist der Handel von Deutschland mit der Region?
- Das Handelsvolumen Deutschlands mit der Golfregion (GCC) lag 2025 bei rund 30 Mrd. EUR – etwa 1 % des deutschen Außenhandels.
- 2025 exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 24,8 Mrd. EUR in die Region; hauptsächlich Maschinen, Fahrzeuge, Fahrzeugteile.
- Rund 1.800 deutsche Unternehmen sind in den Golfstaaten präsent, mit 66.000 Beschäftigten vor Ort.
Wo erhalte ich weitere Informationen?
Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns gerne (Kontakt: Aaron Röschke). Darüber hinaus stehen Ihnen in der Region die Ansprechpartner der jeweiligen Auslandshandelskammern zur Verfügung:
- Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer
(zuständig unter anderem für VAE, Irak, Katar, Kuwait, Oman) - Delegation der Deutschen Wirtschaft
für Saudi-Arabien, Bahrain und Jemen - DIHK‑Sonderseite „Nahost – Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft“ Nahost: Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft
- GTAI‑Dossier „Krieg im Nahen Osten“ Krieg im Nahen Osten