Frauen.Chancen.Zukunft - Karlsruher Frauenwirtschaftstage
Rege Gespräche auf der Jobmesse zu den Frauenwirtschaftstagen
Nach der Familienzeit wieder in den Beruf einsteigen oder mit einem ausländischen Abschluss im erlernten Beruf Fuß fassen: Die Besucherinnen des Forums „Frauen.Chancen.Zukunft.“ kamen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Zielen in die IHK Karlsruhe. Acht Institutionen aus Stadt und Landkreis Karlsruhe hatten den Vormittag am Freitag, 23. Oktober, im Rahmen der Frauenwirtschaftstage Baden-Württemberg gemeinsam organisiert.
Angeline Ayieye hat in diesem Jahr ihren Master in Maschinenbau abgeschlossen und sucht wegen der Kinderbetreuung eine Teilzeitstelle in der Region. „Ich habe schon einige Bewerbungen verschickt und hoffe, heute inspiriert zu werden“, sagte sie. Tanya Ovcharova hat in Bulgarien einen Master in Buchhaltung erworben und zuletzt als Reinigungsfachkraft gearbeitet. „Ich suche eine Stelle, die näher an meinem eigentlichen Beruf liegt“, erklärte sie.
IHK-Vizepräsidentin Ariane Durian eröffnet die Frauenwirtschaftstage in der IHK Karlsruhe
Das Forum setzte genau an solchen Übergängen an. „Karrierewege müssen nicht gerade verlaufen“, ermutigte IHK-Vizepräsidentin Ariane Durian die Besucherinnen bei der Begrüßung. Sie lud dazu ein, Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und neue berufliche Möglichkeiten auszuloten.
An den Ständen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern aus Einzelhandel, Gesundheit und Pflege, Rettungsdienst und Mobilität konnten sich die Teilnehmerinnen direkt über berufliche Einstiegsmöglichkeiten informieren. Beratungsstellen informierten außerdem zu Weiterbildung, Wiedereinstieg und Existenzgründung.
„Das große Interesse zeigt, wie wichtig solche Begegnungen sind“, ziehen die Gleichstellungsbeauftragten Verena Meister von der Stadt Karlsruhe und Alexandra Keim vom Landratsamt Karlsruhe Bilanz. Kerstin Palmer und Martina Kraut-Bretz, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Jobcenter Landkreis und Stadt Karlsruhe, ergänzen: „Viele Frauen bringen wertvolle Erfahrungen und Abschlüsse mit, finden aber allein schwer den Weg zu passenden Arbeitgebenden. Hier konnten sie direkt Kontakte knüpfen. Genau das macht den Unterschied.“
Bewerbungsmappencheck besonders gefragt
Besonders groß war die Nachfrage beim Bewerbungsmappencheck. Alina Nemetz von der IHK Karlsruhe prüfte drei Stunden lang nahezu ohne Pause Lebensläufe und Anschreiben. „Die Schlange ist den ganzen Vormittag nicht kürzer geworden. Viele Frauen bringen starke Qualifikationen mit. Die Unterlagen waren insgesamt auf hohem Niveau“, sagte sie.
Impulse von Weiterbildung bis Gründung
In kurzen Vorträgen gaben Fachleute Anregungen für den nächsten beruflichen Schritt. Silke Petri, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, stellte das nationale Weiterbildungsportal meinNOW vor. Es bündelt Informationen zu Weiterbildungsangeboten und Fördermöglichkeiten und bietet Online-Tests zur Einschätzung der eigenen Kompetenzen.
Silke Harnapp von der Handwerkskammer Karlsruhe und Bianca Schmid von der IHK Karlsruhe zeigten, worauf es bei einer Gründung im Haupt- oder Nebenerwerb ankommt, von Krankenversicherung und Steuern bis zum Businessplan. Beide Kammern bieten hierzu kostenfreie Beratung an.
Die Volkshochschule Karlsruhe, im Organisationsteam vertreten durch Elke Hartmann, Fachbereichsleiterin für Gesellschaft, Beruf und Digitales, steuerte einen Vortrag zur Finanzplanung bei. Tobias Müller, der an der vhs seit elf Jahren ehrenamtlich Kurse zu Finanzthemen gibt, zeigte, warum eine eigene Bedarfsrechnung wichtig ist und wie die Inflation das Ersparte über die Jahre schmälert. Beim Vortrag Bewerben in Teilzeit bestärkte Karolin Tigiser vom Jobcenter Stadt Karlsruhe die Teilnehmerinnen, sich im Bewerbungsprozess selbstbewusst zu präsentieren. Sie gab hilfreiche Tipps für eine erfolgversprechende Bewerbung.
Akiza Hagami von der KI Allianz Baden-Württemberg spricht über die Einsatzmöglichkeiten von KI
Akiza Hakami von der KI-Allianz Baden-Württemberg zeigte, welche KI-Werkzeuge im Berufsalltag helfen, und warnte davor, vertrauliche Daten in Programme einzugeben, die der Arbeitgeber nicht freigegeben hat.
Ulrike Morlock machte Mut zum beruflichen Netzwerken: Wer mit einem kurzen Elevator Pitch auf andere zugeht und sich innerhalb von 72 Stunden noch einmal meldet, bleibt in Erinnerung.
Veranstaltet wurde das Forum von der IHK Karlsruhe, der Handwerkskammer Karlsruhe, der Stadt Karlsruhe, dem Landkreis Karlsruhe, den Jobcentern Stadt und Landkreis Karlsruhe, der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt und der Volkshochschule Karlsruhe.
Auch das Welcome Center berät bei den Frauenwirtschaftstagen