Europäischer Rat macht den Weg für die Erneuerbaren Energien Richtlinie frei

Die gesamte Wirtschaft erwartet höhere Ziele bei den Erneuerbaren Energien
Am 30. März hatten der Europäische Rat und das Europäische Parlament bereits eine politische Einigung zur "Renewable Energy Directive" (RED) erzielt. Allerdings verzögerte sich die finale Abstimmung durch Nachverhandlungen im Bereich der erneuerbaren Kraftstoffe. Der Rat hat nun die Zustimmung für das Trilog-Ergebnis erteilt.
Die wichtigsten Punkte der neuen Renewable Energy Directive
  • Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch bis 2030 muss mindestens 42,5 Prozent betragen. Es gibt ein indikatives Ziel von 45 Prozent.
  • Die Industrie soll den Anteil an Energie aus Wind und Sonne jährlich um 1,6 Prozentpunkte erhöhen.
  • Im Verkehrssektor müssen Mitgliedstaaten entweder die Treibhausgasintensität um 14,5 Prozent verringern oder mindestens 29 Prozent erneuerbarer Energien im Endverbrauch erreichen.
  • Im Gebäudesektor muss ein Richtziel von mindestens 49 Prozent erneuerbarer Energien bis 2030 erreicht werden.
  • Beschleunigte Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien. In sogenannten "Beschleunigungsgebieten" dürfen Genehmigungsverfahren nicht länger als 18 Monate dauern und es entfallen individuelle Umwelt- und Artenschutzprüfungen.
  • 42 Prozent des in der Industrie verwendeten Wasserstoffs soll bis 2030 aus strombasierten erneuerbaren Kraftstoffen (RFNBOs) stammen und bis 2035 insgesamt 60 Prozent des Anteils ausmachen.
Hauptpunkte der Nachverhandlungen waren die erneuerbaren Kraftstoffe. Länder mit einer starken Abhängigkeit von Kernkraftwerken, wie Frankreich, hatten sich für einen höheren Schwellenwert bei Nuklearenergie eingesetzt. Deswegen enthält der Kompromisstext eine Erklärung der Europäischen Kommission, dass nicht fossile Energiequellen, wie Nuklearenergie, dem Ziel der Klimaneutralität in einzelnen Mitgliedstaaten bis 2050 zuträglich sein können.
Außerdem wurde im Vorschlag ergänzt, dass erneuerbarer Wasserstoff aus Ammoniumproduktionsstätten unter bestimmten Bedingungen als nachhaltiger Wasserstoff gelten kann. Dies wirkt sich insbesondere auf die Düngemittelproduktion aus und war Mitgliedstaaten wie Slowenien, aber auch Frankreich wichtig.
Das Europäische Parlament muss dem Kompromiss im Wirtschafts-Ausschuss am 28. Juni und im September im Plenum des Europäischen Parlaments noch offiziell zustimmen.
Quelle: DIHK