Einigung im Trilog über die Energy Efficiency Directive

Am 10.3.2023 haben sich Rat und Parlament im Trilog über die Reform und Verstärkung der EU-Energieeffizienzrichtlinie geeinigt. EU-Staaten müssen ihren Endenergieverbrauch bis 2030 um 11,7 % in Bezug auf 2020 senken, was über den ursprünglichen Vorschlag der Kommission im Rahmen von „Fit für 55“ hinausgeht. 
Aus dem Prozentziel ergibt sich für den Endenergieverbrauch eine Obergrenze von 763 Millionen Tonnen Öl-Äquivalent (Mtoe) und von 993 Mtoe für den Primärverbrauch. Das Endenergieverbrauchsziel ist gemeinsam verbindlich für alle Mitgliedstaaten. Dafür sollen die Mitgliedstaaten ihre Nationalen Energie- und Klimapläne (NECP) anpassen. Die Einhaltung der Formel für die Berechnung der nationalen Beiträge zum EU-weiten Ziel von 11,7 % ist nicht verbindlich und kann um 2,5 % abweichen. 
Des Weiteren wird jährliche Energieeinsparverpflichtung der EU-Länder fast verdoppelt. Die Mitgliedstaaten müssen von 2024 bis 2030 beim Endenergieverbrauch jährlich neue Einsparungen von durchschnittlich 1,49 % erreichen (aktuelles Ziel sind 0,8 %). Bis Ende 2030 müssen sie stufenweise 1,9 % erzielen. Im öffentlichen Sektor soll der Energiekonsum um 1,9 % pro Jahr sinken, ausgenommen sind die Bereiche ÖPNV und Verteidigung. Außerdem soll mindestens 3 % der Gesamtfläche der Gebäude in öffentlicher Hand pro Jahr renoviert werden.
Unternehmen mit einem Energieverbrauch von über 85 TJ müssen zukünftig ein Energiemanagementsystem einrichten. Für Unternehmen mit einem Energieverbrauch von über 10 TJ sollen Energieaudits verpflichtend werden. 
Die informelle Einigung muss noch vom Parlament und anschließend vom Rat förmlich bestätigt und verabschiedet werden, bevor sie dann in Kraft treten kann. Der finale Text liegt daher noch nicht vor.