Schnelle Senkung der Energiesteuer
Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) unterstützt die von Seiten der Koalition nun angekündigte befristete Senkung staatlich veranlasster Preisbestandteile von Benzin und Diesel für zwei Monate um 17 Cent brutto pro Liter. Wirtschaft und Verbraucher sollen dadurch um rund 1,6 Milliarden Euro entlastet werden.
„Die Entscheidung der Bundesregierung kommt keinen Tag zu früh. Unternehmer und Mitarbeiter leiden seit rund einem Monat unter den sprunghaft gestiegenen Spritpreisen. Neben Speditionen, Busunternehmen und Taxen kommen die Preissteigerungen mittlerweile auch in weiteren Bereichen der Wirtschaft an. Es ist Zeit, jetzt befristet einzugreifen“, sagt IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann. „Entscheidend ist, dass diese Entlastung nun vollständig und zügig an der Zapfsäule ankommt. Die Gefahr für unser ohnehin schwach ausgeprägtes Wachstum in 2026 ist real.“
Die IHKLW weist daraufhin, dass hohe Kraftstoffpreise mittelfristig weit über das Verkehrsgewerbe hinauswirken: Sie verteuern Transporte, erhöhen Beschaffungs- und Vertriebskosten, belasten ganze Wertschöpfungsketten und treiben die Preise auch für den Endverbraucher.
Kirschenmann weiter: „Wir sehen, dass die Bundesregierung die akute Belastung anerkennt. Die Senkung der Energiesteuer muss unkompliziert, schnell und befristet greifen. Gleichzeitig müssen umfassende Strukturreformen auf den Weg gebracht werden, um die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Der Standort Deutschland ist zu langsam, zu teuer und zu kompliziert. Entscheidend ist, die Energie- und Standortkosten in Deutschland insgesamt und dauerhaft auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Zugleich dürfen wir die Ursachen der aktuellen Verwerfungen nicht ausblenden. Der Konflikt wirkt längst auf Lieferketten, Beschaffung und wirtschaftliche Stabilität in Europa. Deshalb muss die Europäische Union gemeinsam mit der Bundesregierung deutlich stärker auf Deeskalation hinwirken.“
Die aktuellen Belastungen durch hohe Energie- und Kraftstoffpreise treffen auf eine Wirtschaft, die ohnehin nur schwach in die kommenden Monate blickt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW): Sowohl in Nordostniedersachsen als auch in der Region Braunschweig-Wolfsburg bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Viele Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, Wachstumsvorhaben bleiben nachrangig, und auch bei der Beschäftigung überwiegt in zahlreichen Betrieben die Vorsicht.
Über die Energie- und Kraftstoffpreise, sinnvolle Entlastungen und die Auswirkungen auf Wirtschaft und Verbraucher spricht IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann in der aktuellen Folge des Podcasts „Moin Wirtschaft“ mit dem Leiter des Prognosezentrums im Institut für Weltwirtschaft, Prof. Dr. Stefan Kooths. Der Podcast ist auf allen gängigen Plattformen abrufbar und unter www.ihklw.de/moin-wirtschaft.
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Lüneburg, 13. April 2026
