Schienenprojekt Hamburg - Bremen–Hannover

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) fordert vor der Anhörung zum Schienenprojekt Hamburg/Bremen–Hannover am Montag, 20. April, eine schnelle politische Entscheidung über das weitere Vorgehen. Aus Sicht der regionalen Wirtschaft ist der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten im norddeutschen Schienennetz dringend.
„Die erste und wichtigste Forderung ist: Es muss schnell gehen. Der Deutsche Bundestag muss endlich entscheiden, in welche Richtung es weitergeht“, sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. „Die Zeit des Zögerns muss ein Ende haben. Wir brauchen eine starke Schiene und wir brauchen sie in absehbarer Zeit.“
Für die Wirtschaft in der Region ist die Strecke in mehrfacher Hinsicht von zentraler Bedeutung. Zusätzliche Kapazitäten im Güterverkehr sind erforderlich, um die Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens zu stärken. Mit dem Rangierbahnhof Maschen verfügt die Region bereits über einen zentralen Knotenpunkt. Zugleich wird die feste Fehmarnbeltquerung den Güterverkehr weiter beleben und die Verbindungen zu den skandinavischen Wachstumsregionen stärken.
Auch der Regionalverkehr muss aus Sicht der IHKLW spürbar ausgebaut werden. Viele Unternehmen in der Region sind auf verlässliche Pendlerverbindungen angewiesen. Gleichzeitig gewinnt der ländliche Raum als Wohnstandort im Umfeld der Metropolen weiter an Bedeutung. Leistungsfähige Regionalverkehre stärken deshalb gleichermaßen die wirtschaftliche Entwicklung, die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und die Attraktivität der Region als Wohn- und Unternehmensstandort.
Hinzu kommt die Bedeutung des Schienenpersonenfernverkehrs. Aus Sicht der IHKLW müssen Lüneburg, Uelzen und Celle auch künftig attraktiv an den Fernverkehr angebunden bleiben. Eine gute überregionale Erreichbarkeit ist ein wichtiger Standortfaktor – gerade auch für Geschäftsreisen.
„Wir brauchen mehr Kapazitäten für den Güterverkehr, einen spürbaren Ausbau des Regionalverkehrs und auch in Zukunft attraktive Fernverkehrsverbindungen für unsere Region“, so Zeinert. „Nur so können wir Wachstum sichern, Standorte stärken und Mobilität verlässlich gestalten.“
Über allem steht für die IHKLW der dringende Bedarf einer massiven Kapazitätserweiterung im norddeutschen Schienennetz. Nur so lassen sich Lieferketten sichern und die Qualität des Bahnverkehrs dauerhaft verbessern. Nach einer Entscheidung des Bundestags muss die Umsetzung aus Sicht der Wirtschaft zügig beginnen, verlässlich finanziert und durch geeignete kompensierende Maßnahmen begleitet werden, um die Akzeptanz vor Ort zu stärken. Zeinert: „Die Deutsche Bahn ist für unsere Wirtschaft systemrelevant. Alle Argumente liegen seit Jahren auf dem Tisch. Jetzt braucht es Entscheidungen und eine konsequente Umsetzung. Die Wirtschaft hat ihre Bedarfe klar benannt.“
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Lüneburg, 17. April 2026