Nahost-Konflikt

Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten hat auch für deutsche Unternehmen spürbare Auswirkungen – insbesondere für diejenigen, die exportieren oder Geschäftsbeziehungen in der Region pflegen. Was Exportverantwortliche jetzt wissen sollten – ein Überblick.

Informationslage und Sicherheitsrisiken

Die Situation vor Ort ist volatil. Transportwege, Häfen und Flughäfen können kurzfristig eingeschränkt werden, was Lieferketten und Logistik betrifft. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie bestehende Lieferketten auf alternative Routen und bereiten Sie Notfallpläne vor.

Exportkontrolle und Sanktionen

Gerade jetzt ist die Einhaltung von Exportkontrollen und Sanktionsbestimmungen entscheidend:
  • Überprüfen Sie, ob Ihre Geschäftspartner auf EU- oder UN-Sanktionslisten stehen.
  • Prüfen Sie mittelbare Geschäfte über Drittstaaten.
  • Bei Dual-Use-Gütern ist besondere Vorsicht geboten.
  • Tipp: Intensivieren Sie Ihr Screening, dokumentieren Sie Endverbleibserklärungen sorgfältig und prüfen Sie Zahlungswege.

Finanzielle Sicherheit

Politische Krisen erhöhen das Risiko von Zahlungsausfällen. Wir empfehlen:
  • Akkreditive prüfen und ggf. Vorkasse oder bestätigte Akkreditive bevorzugen
  • Politische Risikoabsicherungen, z. B. über Hermesdeckungen, prüfen

Logistik und Transport

Der Konflikt kann zu Verzögerungen im Seeverkehr führen und Versicherungsprämien erhöhen. Unternehmen sollten:
  • Alternativrouten prüfen
  • Incoterms bewusst wählen
  • Vertragsstrafenregelungen überprüfen

Vertragliche Absicherung

Force-Majeure-Klauseln („höhere Gewalt“) können helfen, Risiken zu minimieren. Sorgen Sie für saubere Dokumentation und prüfen Sie Anpassungsklauseln in langfristigen Verträgen.

Mitarbeiterentsendungen und Dienstreisen sorgfältig prüfen

Nicht zwingend erforderliche Reisen sollten Sie vermeiden oder verschieben.
Wenn Sie Mitarbeitende in die vom Nahostkonflikt betroffenen Regionen entsenden oder dort Dienstreisen planen, lassen Sie besondere Vorsicht walten. Beobachten Sie fortlaufend die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtiges Amt und beziehen Sie diese in Ihre Risikobewertung ein.
Stellen Sie sicher, dass Notfall- und Evakuierungspläne vorhanden sind und allen Beteiligten bekannt sind.

Fazit

Exportverantwortliche sollten jetzt vor allem die Sicherheit, Compliance und Flexibilität in ihren Prozessen prüfen. Eine proaktive Risikoüberprüfung schützt Unternehmen vor finanziellen und rechtlichen Schäden.