Hallo Zukunft

Der Trend ist nicht neu, für viele Unternehmen aber zunehmend dramatisch: Alle Ausbildungsplätze zu besetzen, das gelingt aktuell nur noch der Hälfte der IHK-Mitgliedsbetriebe in Niedersachsen. Das zeigt die Ausbildungsumfrage der IHK Niedersachsen (IHKN) unter rund 1.600 Unternehmen. Auf der Suche nach Lösungen hat die hankensbütteler kunststoffverarbeitung einen Weg gefunden, den inzwischen 32 Unternehmen aus der Samtgemeinde mitgehen. Gemeinsam präsentieren sie beim Ausbildungstag „ Hallo Zukunft“ mehr als 70 Ausbildungsberufe in der Region.
„Wir bieten jungen Menschen mit Werkstätten und Mitmachaktionen eine authentische Berufsorientierung. In Gesprächen mit Mitarbeitern und Auszubildenden erfahren sie praxisnah, was während der Ausbildung auf sie zukommt und welche Chancen sich Ihnen bieten“, sagt Grit Schneider. Sie ist Assistentin der Geschäftsleitung der hankensbütteler kunststoffverarbeitung und verantwortet die Organisation des Ausbildungstags.  
Ins Leben gerufen hat die hankensbüttler kunststoffverarbeitung „Hallo Zukunft“ 2019. Aline Henke, geschäftsführende Gesellschafterin, erinnert sich: „Auf anderen Ausbildungs-Messen standen wir immer vor der Herausforderung, auf einem Klapptisch die Aufgaben eines Verfahrensmechanikers in unserer Produktion zu vermitteln. Dann hatten wir die Idee, den potenziellen Azubis hier bei uns vor Ort die Ausbildung nahezubringen.“ Gesagt, getan: „Hallo Zukunft“ ging zunächst als Einzelveranstaltung der hankensbüttler kunststoffverarbeitung an den Start – und wuchs schnell zu einem Gemeinschaftsprojekt der Ausbildungsbetriebe in der Samtgemeinde Hankensbüttel.
Workshops für Ausbildungsbetriebe: Unsere IHKLW hat "Hallo Zukunft" mit Seminaren zur Azubiansprache via Social Media unterstützt. © hankensbuetteler kunststoffverarbeitung
Allein für das vergangene Jahr weist die Statistik von Grit Schneider 460 Kontaktgespräche für alle teilnehmenden Unternehmen aus. „Darauf folgten 77 Bewerbungen für Ausbildungsplätze und duale Studienplätze.  Über 60 Praktikumsplätze konnten besetzt werden“, sagt Schneider. Auf diesen Erfolgen will sich die hankensbütteler kunststoffverarbeitung aber nicht ausruhen und entwickelt „Hallo Zukunft“ kontinuierlich weiter.
Längst informiert eine Website über Berufsbilder, Duale Studiengänge, freie Praktikums- und Ausbildungsstellen. In diesem Jahr hat unsere IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) die Veranstaltung erstmalig unterstützt – durch Seminare für Ausbildungsunternehmen zur Azubiansprache via Social Media.  
„Analysen zeigen, dass Azubis über Social Media so effektiv wie über keinen anderen Kanal erreicht werden. Deswegen unterstützen wir gern das Projekt und helfen so den Ausbildern dabei, sich zeitgemäß zu präsentieren“, sagt Stefanie Grußendorf, IHKLW-Teamleiterin Bildungsangebote.
In diesem Jahr öffnen die Hankensbütteler Ausbildungsbetriebe am 24. September ihre Türen für Azubis in spe. Die jungen Besucher können ihren „Hallo Zukunft“-Tag individuell gestalten, denn sie besuchen nur die Unternehmen, die sie wirklich interessieren. Kostenlose Hop-on-Hop-off Busse bringen von einem Betrieb zum nächsten. Sandra Bengsch