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IHK – Breites Leistungsspektrum für die Wirtschaft

Eine der zentralen Aufgaben der IHKs ist die Organisation der Beruflichen Bildung. Sie registrieren Ausbildungsverträge und kümmern sich um Zwischen- und Abschlussprüfungen. Zudem beraten die IHKs Unternehmen, Azubis und Angestellte rund um die Aus- und Weiterbildung. So legen sie den Grundstein für berufliche Erfolge.

Die IHKs ermitteln im Kontakt mit den Unternehmen neue Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft und setzen eine zukunftsorientierte Ausgestaltung der rund 250 IHK-Berufe sowie über 70 bundeseinheitlichen IHK-Weiterbildungen in Gang. Die IHKs organisieren zudem die Zwischen- und Abschlussprüfungen in der beruflichen Bildung.

Über 774.000 Azubis betreut

Die IHKs betreuen derzeit über 774.000 Azubis. In den 26.800 Prüfungsausschüssen in der Ausbildung waren 2017 über 173.000 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer tätig. Von ihnen wurden rund 208.000 Zwischen- und rund 298.500 Abschlussprüfungen abgenommen.

Die duale Ausbildung ermöglicht es Unternehmen, frühzeitig die passenden Fachkräfte zu qualifizieren – mit großem Erfolg: Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist vor allem deshalb mit gut 6,8 Prozent die niedrigste in der gesamten Europäischen Union, in Frankreich beträgt die Quote hingegen über 22 Prozent, in Spanien knapp 38 Prozent.

145.000 Weiterbildungsprüfungen abgenommen

Analoges gilt für die Weiterbildung: Hier wurden zuletzt rund 145.000 Prüfungen abgelegt, die von 4.800 Prüfungsausschüssen mit rund 34.500 Prüferinnen und Prüfern abgenommen wurden.

190.000 Unternehmen bilden in IHK-Berufen aus

Insgesamt bildeten im Jahr 2017 über 190.000 Betriebe in IHK-Berufen aus. Wer ausbilden will, muss neben der fachlichen auch die persönliche Eignung mitbringen. Die IHKs prüfen Ausbildende und vermitteln Lehrgänge. Wenn ein Unternehmen nicht alle Ausbildungsbereiche eines Berufes abdecken kann, organisieren die IHKs Verbundausbildungen zwischen verschiedenen Betrieben.

Einbezogen werden die IHKs auch, wenn die Ausbildungszeit verkürzt oder verlängert werden soll. Gibt es während der Ausbildung Unstimmigkeiten zwischen Ausbildungsbetrieb und Azubi, vermitteln die IHKs Gespräche und bieten bei Bedarf paritätisch besetzte Schlichtungsstellen an, die teure Gerichtsverfahren vermeiden.

Günstige Ausbildungsgebühren durch Solidarfinanzierung

Die Ausbildungsgebühren betragen im Durchschnitt 1 Prozent der gesamten Ausbildungskosten.

So lagen die Eintragungs- und Prüfungsgebühren 2017 für Kaufleute für Büromanagement bei durchschnittlich 284 Euro, für Einzelhandelskaufleute bei 255 Euro und für Industriemechaniker/-innen bei 351 Euro.

Die Gebühren sind bei nahezu allen IHKs nicht kostendeckend; der Deckungsgrad liegt im Durchschnitt bei gut 50 Prozent.

Stattdessen wird ein Teil der Kosten durch die Beiträge aller Unternehmen und damit auf dem Wege der Solidarfinanzierung gedeckt. Denn der Nutzen der dualen Ausbildung kommt der gesamten Wirtschaft zugute: Auch Unternehmen, die nicht selbst ausbilden, profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften.

Der Bereich Aus- und Fortbildungen ist ein wichtiger Teil der Arbeit der IHKs, das zeigt sich auch an den entsprechenden Personal- und Sachaufwendungen: Im Durchschnitt lag der Anteil für diesen Bereich an den Gesamtaufwendungen einer IHK zuletzt bei 23 Prozent.

Bundesweite Vermittlung per Lehrstellenbörse

Diese Aufwendungen sind auch die Basis für weitere IHK-Services: So unterstützt die IHK-Organisation junge Menschen bei der Lehrstellensuche mit der bundesweiten IHK-Lehrstellenbörse unter der Adresse www.ihk-lehrstellenboerse.de.

Sie bringt Jugendliche und Unternehmen zusammen und stellt zu jeder Zeit im Jahr ca. 45.000 aktuelle IHK-Lehrstellenangebote und -gesuche von Jugendlichen bereit.

IHK-FOSA zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Ein zweites Beispiel ist die Beteiligung der IHKs bei Verfahren zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen. Die IHK-Organisation hat eine gemeinsame Stelle in Nürnberg geschaffen, die IHK-FOSA (Foreign Skills Approval, www.ihk-fosa.de), um die Verfahren effizient zu gestalten.

Im Jahr 2017 wurden dort 4.951 Anträge gestellt; 1.658 Antragsteller erhielten eine volle Gleichwertigkeit und 1.086 eine teilweise Gleichwertigkeit. Die individuelle Beratung zum Anerkennungsverfahren findet vor Ort in der einzelnen IHK statt.

IHKs unterstützen Integration von Flüchtlingen

Die IHKs übernehmen Verantwortung bei der Integration von Flüchtlingen. Sie engagieren sich im Rahmen von zahlreichen Projekten und Kooperationen mit Partnern. Die IHKs bringen dabei insbesondere ihre Kompetenzen in den Bereichen Ausbildung und Weiterbildung ein. Das IHK-Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration“ ist im Dezember 2015 gestartet. Dabei wurden für das Jahr 2017 finanzielle Mittel in Höhe von 15 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Bundesweit sind zudem 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort aktiv. Ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot für Flüchtlinge und Unternehmen wurde geschaffen. Konkret unterstützt die IHK-Organisation vor allem bei der Vermittlung in Praktika, Einstiegsqualifizierung und Ausbildung sowie bei der Kompetenzerfassung.

Treibende Kraft in der Kooperation von Schule und Wirtschaft

Inzwischen steht der Ausbildungsmarkt unter dem Vorzeichen der demografischen Entwicklung: Die IHKs setzen sich deshalb dafür ein, die Berufsorientierung an den Schulen zu verbessern. Sie helfen insbesondere dabei, jeder interessierten Schule einen Partnerbetrieb zu vermitteln. So können möglichst viele Jugendliche gut auf den Start in eine Ausbildung vorbereitet werden.

IHKs prüfen Sach- und Fachkunde

Jenseits der Aus- und Weiterbildung im engeren Sinne führen die IHKs auch mit rund 158.000 Teilnehmenden Sach- und Fachkundeprüfungen durch, zum Beispiel für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Gefahrgutbeauftragte oder für den Güterkraftverkehr. Gewerbetreibende müssen diese Prüfungen erfolgreich absolvieren, um ihren Beruf ausüben zu dürfen.

Für die Ausübung bestimmter Tätigkeiten beispielsweise im Bewachungsgewerbe und – in einigen Bundesländern – auch im Gaststättengewerbe muss hingegen eine Unterrichtung bei der IHK besucht werden. Im Jahr 2017 haben gut 41.000 Personen an einer solchen Unterrichtung teilgenommen.

Freiwilliges Engagement der IHK-Mitglieder wird auch in den Prüfungsausschüssen für Sach- und Fachkundeprüfungen und im Rahmen von Unterrichtungen großgeschrieben. Hier waren vergangenes Jahr insgesamt über 6.000 Ehrenamtliche tätig.