03.05.2022

Übersicht zu Corona-Hilfen für Unternehmen

Die Corona-Krise hat die regionale Wirtschaft in starkem Maße getroffen. Bund und Land unterstützen deshalb mit verschiedenen Programmen die Unternehmen bei der Bewältigung der Auswirkungen.

1. Überbrückungshilfe des Bundes

Unternehmen, die von der Corona Pandemie stark betroffen sind, können staatliche Unterstützung für die Monate Januar 2022 bis Juni 2022 im Rahmen der Überbrückungshilfe IV erhalten. Antragsberechtigt ist ein Unternehmen, das in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 zu verzeichnen hat. Die Überbrückungshilfe IV kann für jeden Monat beantragt werden, in dem ein entsprechender Umsatzeinbruch vorliegt. Die Antragstellung muss über prüfende Dritte (beispielsweise Steuerberater) erfolgen. Die Antragsfrist für Erst- und Änderungsanträge endet am 15. Juni 2022.
Für die Monate Januar 2022 bis Juni 2022 erhalten Unternehmen einen nicht rückzahlbaren Zuschuss für Betriebsausgaben. Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von:
  • bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent
  • bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent
  • bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 30 Prozent und 50 Prozent
im Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019.
Fiktiver Unternehmerlohn
Das Land Baden-Württemberg gewährt Inhabern von Personengesellschaften und Einzelunternehmen zusätzlich einen fiktiven Unternehmerlohn mit einem pauschalen Festbetrag in Höhe von 1.000 Euro pro Monat für den Zeitraum Januar bis Juni 2022, sofern ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 vorliegt. Anträge für den fiktiven Unternehmerlohn können im Rahmen der Antragstellung auf Überbrückungshilfe IV über die Plattform des Bundes gestellt werden.

2. Neustarthilfe für Soloselbständige

Die „Neustarthilfe 2022“ wird im Rahmen des Bundesprogramms Überbrückungshilfe IV gewährt und deckt die Förderzeiträume 1. Januar bis 31. März (erstes Quartal 2022) und 1. April bis 30. Juni 2022 (zweites Quartal 2022) ab.
Pro Förderzeitraum umfasst die Neustarthilfe 2022 einen einmaligen Zuschuss von bis zu 4.500 Euro für Soloselbständige und Kapitalgesellschaften mit einer Gesellschafterin beziehungsweise einem Gesellschafter sowie von bis zu 18.000 Euro für Kapitalgesellschaften mit mehreren Gesellschafterinnen beziehungsweise Gesellschaftern und Genossenschaften. 
Unternehmen und Soloselbstständige, die auch im 1. und 2. Quartal 2022 von coronabedingten Beschränkungen stark betroffen sind, erhalten damit weiterhin umfassende Unterstützung. Je nach Höhe des coronabedingten Umsatzausfalls stehen bis zu 1.500 Euro pro Monat zur Verfügung. 
Die Neustarthilfe 2022 richtet sich insbesondere an Betroffene, die coronabedingte Umsatzeinbußen verzeichnen, aufgrund geringer Fixkosten aber kaum von der Überbrückungshilfe IV profitieren. Wie bisher können neben Soloselbstständigen (mit oder ohne Personengesellschaften) auch kurz befristet Beschäftigte in den Darstellenden Künsten, unständig Beschäftigte aller Branchen sowie Kapitalgesellschaften und Genossenschaften antragsberechtigt sein. 
Die Anträge auf Neustarthilfe 2022 können für beide Förderzeiträume bis zum  15. Juni 2022 gestellt werden.

3. Tilgungszuschuss Corona III

Der Tilgungszuschuss Corona für das Schaustellergewerbe und die Marktkaufleute, die Veranstaltungs-, Messe- und Eventbranche sowie das Taxi- und Mietwagengewerbe wird im Jahr 2022 fortgeführt. Ebenfalls in die Förderung einbezogen sind weitere von der Corona-Krise hart betroffene Branchen der personen-, erlebnis- und freizeitorientierten Dienstleistungen.
Die Unternehmen werden mit einem direkten Zuschuss zu den Tilgungsraten für betriebliche Kredite, für Raten aus Mietkaufverträgen und Leasingverträgen („Finanzierungsleasing“), bei denen das Wirtschaftsgut dem Mieter beziehungsweise Leasingnehmer zugerechnet wird, sowie für Geldmarktdarlehen, unterstützt.
Beim Tilgungszuschuss Corona III wurde außerdem der Zugang erleichtert: Der zur Antragstellung qualifizierende Umsatzrückgang wurde von 60 auf 50 Prozent im Vergleich zum Referenzzeitraum im Jahr 2019 abgesenkt. Das Programm ist kumulierbar mit der Überbrückungshilfe des Bundes. Gefördert werden die Tilgungsraten im Förderzeitraum Januar 2022 bis Juni 2022. Anträge sind bis spätestens 31. Mai 2022 zu stellen. 

4. Härtefallhilfen des Landes

Mit der Überbrückungshilfe III des Bundes, der landesseitigen Ergänzung durch den fiktiven Unternehmerlohn sowie der flankierenden Neustarthilfe wurde für wirtschaftlich in Not geratene Unternehmen und Selbständige ein umfassendes  Unterstützungsangebot geschaffen. Für Unternehmen, die im Ausnahmefall dennoch keinen Zugang zu diesen Programmen haben, steht die Härtefallhilfe zur Verfügung. 
Diese orientiert sich in ihrer Höhe grundsätzlich an den förderfähigen Fixkosten der Überbrückungshilfe und sollen im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen. Anträge auf Härtefallhilfe können über die gemeinsame Antragsplattform der Länder durch prüfende Dritte gestellt werden. Dabei muss dargestellt werden, inwieweit eine Existenzbedrohung des Unternehmens vorliegt, jedoch kein anderes Hilfsprogramm des Bundes, des Landes oder der Kommune in Anspruch genommen werden kann.
Der Förderzeitraum der Härtefallhilfen wurde verlängert und umfasst nun auch die Monate April bis Juni 2022. Die Antragsfrist endet am 15. Juni 2022.

5. Unterstützung von L-Bank und Bürgschaftsbank

Zur Deckung von kurzfristigem Liquiditätsbedarf stehen der Liquiditätskredit sowie weitere Finanzierungsangebote der L-Bank Baden-Württemberg zur Verfügung. Zudem wurde das Förderangebot für Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, um einen Tilgungszuschuss (Restart-Prämie) erweitert.
Mit der Restart-Prämie können beispielsweise Betriebe des Einzelhandels, der Veranstaltungswirtschaft, der Gastronomie sowie des Taxi- und Mietwagengewerbes ihren Neustart ankurbeln. Die Restart-Prämie kann über die Hausbank in Kombination mit einem Förderdarlehen der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung der L-Bank beantragt werden. Der Tilgungszuschuss beträgt 10 Prozent des Bruttodarlehensbetrags, maximal 50.000 Euro.
Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg kann Bürgschaften bis zu einer Höhe von 1,25 Millionen Euro übernehmen (für darüber hinaus gehende Bürgschaftsbeträge ist die L-Bank zuständig). Über das Finanzierungsportal  "ermoeglicher.de" der deutschen Bürgschaftsbanken können Unternehmen Bürgschaftsanfragen auf digitalem Weg stellen und erhalten eine schnelle Ersteinschätzung durch die Bürgschaftsbank zur Machbarkeit der Finanzierung.