30.03.2022

Landesregierung verlängert Corona-Hilfen für Unternehmen

Baden-Württemberg hat die Verlängerung des fiktiven Unternehmerlohns und der Krisenberatung Corona bis Ende Juni 2022 beschlossen. Auch die von Bund und Ländern gemeinsam auf den Weg gebrachten Härtefallhilfen werden verlängert. Dies geht aus einer Pressemitteilung vom 30. März hervor.
Fiktiver Unternehmerlohn ergänzt wie bisher Überbrückungshilfe
Der fiktive Unternehmerlohn wird analog zur Überbrückungshilfe IV bis Ende Juni verlängert und kann wie bisher im Rahmen der Antragstellung für die Überbrückungshilfe IV auf der Plattform des Bundes beantragt werden. Der Bund bereitet derzeit die Antragsplattform für das nächste Quartal vor. Voraussetzung ist eine Antragsberechtigung für die Überbrückungshilfe IV im selben Förderzeitraum. Mit dieser Ergänzungsförderung in Höhe von 1.000 Euro je Fördermonat wird durch das Land  wiederum eine Förderlücke in der Überbrückungshilfe des Bundes für Unternehmen geschlossen, denen eine reine Fixkostenerstattung häufig nicht ausreicht. Bislang konnten Unternehmen durch den fiktiven Unternehmerlohn mit rund 347 Mio. Euro unterstützt werden.
BWIHK begrüßt den Schritt
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) begrüßt den Schritt der Landesregierung zur Verlängerung des fiktiven Unternehmerlohns und weiterer Hilfsprogramme für Unternehmen. „Die Fortführung des fiktiven Unternehmerlohns bis 30. Juni 2022 im Rahmen der Überbrückungshilfe IV des Bundes ist ein wichtiges Signal und gibt den Unternehmen Planungssicherheit“, betont Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der im BWIHK für den Bereich Gewerbeförderung federführenden IHK Heilbronn-Franken. „Gerade Soloselbständige und kleine Unternehmen spüren nach wie vor die Auswirkungen der Corona-Pandemie und sind von Umsatzeinbrüchen betroffen. Für sie ist die ergänzende Förderung, welche das Land mit dem fiktiven Unternehmerlohn gewährt, eine wesentliche Hilfe zur Sicherung der Existenz.“ Die baden-württembergischen IHKs hatten sich schon seit Ende letzten Jahres mit Nachdruck bei der Landesregierung für eine Verlängerung des fiktiven Unternehmerlohns und weiterer Corona-Wirtschaftshilfen des Landes sowie des Bundes eingesetzt. 
Krisenberatung Corona bietet niederschwellige Unterstützung
Neben finanziellen Hilfen benötigen viele kleine Unternehmen in der aktuellen Situation wieder niederschwellige Beratungsangebote. Die Einschränkungen der Corona-Pandemie führten insbesondere im Gastgewerbe massiv zu Absagen im Veranstaltungs- und Weihnachtsgeschäft, wodurch die Betriebe wirtschaftlich stark leiden. Auch bei den Dienstleistungen und der Industrie besteht wieder Beratungsbedarf – insbesondere in Bezug auf betriebswirtschaftliche Planungsrechnungen und Sicherstellung der Liquidität. Seit Beginn des Angebots haben über 3.100 Betriebe die Krisenberatung Corona in Anspruch genommen. Den Betrieben stehen bis zu vier kostenlose Beratungstage zur Verfügung.
Härtefallhilfen greifen weiterhin bei besonderen Umständen
Auch die Härtefallhilfen, die von Bund und Land finanziert werden, stehen im zweiten Quartal zur Verfügung. Mit den Härtefallhilfen sollen individuelle Problemsituationen abgedeckt werden, die von der Überbrückungshilfe nicht erfasst werden. Die Unterstützung orientiert sich in ihrer Höhe grundsätzlich an den förderfähigen Fixkosten der Überbrückungshilfe des Bundes und soll im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen. Im Rahmen der Härtefallhilfen wurden bislang 74 Unternehmen in Baden-Württemberg mit Mitteln in Höhe von rund 2 Mio. Euro – davon rund 1 Mio. Euro aus Landesmitteln – unterstützt.
Quellen: Pressemitteilung des Landes und der BWIHK-Zumeldung