Der aktuelle Konjunkturbericht für die Region Heilbronn-Franken ist nach den verschiedenen Branchen unterteilt. Ein Klick auf die Branche unten zeigt Ihnen die Einzelergebnisse.
In der Industrie, die maßgeblich die regionale Wirtschaft bestimmt, hat sich die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage trotz des militärischen Konflikts im Nahen Osten gegenüber dem Jahresbeginn 2026 leicht verbessert. 29 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, während 19 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Einer leichten Belebung der Auslandsorders stehen schwächere Inlandsorders gegenüber. Bei den Inlandsorders melden wie im Vorquartal 16 Prozent der Betriebe einen Anstieg, während 26 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) Einbußen hinnehmen mussten. Bei den Auslandsorders verzeichneten 24 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) Zuwächse, ein Viertel (Vorquartal 22 Prozent) berichtet von einem Rückgang. Bis zu Beginn des Iran-Kriegs scheint sich das heimische Exportgeschäft stabilisiert zu haben. Die Kapazitätsauslastung liegt weiterhin bei 79 Prozent. Größte Risiken werden in den geopolitischen Spannungen (67 Prozent, zuvor 44 Prozent), den hohen Energiepreisen (62 Prozent, zuvor 41 Prozent), der schwachen Inlandsnachfrage (59 Prozent), den hohen Rohstoffpreisen (59 Prozent, zuvor 30 Prozent) sowie in der Auslandsnachfrage (44 Prozent) gesehen. 41 Prozent (zuvor 13 Prozent) bereiten die Lieferketten bzw. Lieferengpässe Sorgen.
In die Zukunft blicken die Industriebetriebe infolge der spürbar gestiegenen Energiepreise und andauernder geopolitischen Unsicherheiten deutlich skeptischer als im Vorquartal. 18 Prozent der Betriebe rechnen wie im Vorquartal mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, während 28 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) skeptisch in die Zukunft blicken.
Die Exporterwartungen haben sich in Folge des Irankriegs wieder verschlechtert. 18 Prozent erwarten steigende Ausfuhren, 23 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Die Investitionszurückhaltung hat sich per saldo leicht verstärkt. 18 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) der Betriebe planen mit steigenden Inlandsinvestitionen, während 36 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) eine Verringerung erwägen. Die Unternehmen rechnen tendenziell mit einem anhaltenden Personalabbau. 12 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) möchten neue Mitarbeiter einstellen, während 31 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) Stellenstreichungen in Betracht ziehen.
2. Ausgewählte Industriebranchen
Die Lageeinschätzungen im regionalen Fahrzeugbau fallen per saldo noch etwas positiver als im Vorquartal aus. Wie im Vorquartal sprechen 29 Prozent der Betriebe von einem guten Geschäftsverlauf, während kein Unternehmen (Vorquartal 7 Prozent) eine schlechte Geschäftslage meldet. Stabile Inlandsorders auf niedrigem Niveau stehen steigenden Auslandsorders gegenüber. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen rechnen 7 Prozent mit einer schlechteren Entwicklung (Vorquartal 0 Prozent). 93 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf aus. Größte Sorgen bereiten die hohen Energie- und Rohstoffpreise (jeweils 79 Prozent) sowie die Entwicklung der Auslandsnachfrage.
Im Maschinenbau fällt die aktuelle Lagebeurteilung weniger positiv als im Vorquartal aus. 34 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 23 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) mit der aktuellen Lage unzufrieden sind. Weiter rückläufigen Inlandsorders stehen steigenden Auslandsorders gegenüber. Die Exportaussichten bleiben verhalten optimistisch. Größte Sorgen bereiten den Betrieben aktuell die geopolitischen Spannungen, die In- und Auslandsnachfrage sowie die Arbeitskosten. Hinsichtlich der Geschäftsaussichten herrscht leichte Skepsis. 17 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft, 21 Prozent zeigen sich pessimistisch.
Im Bereich Elektrotechnik hat sich das Stimmungsbild per saldo leicht aufgehellt. 27 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Betriebe melden eine gute aktuelle Lage, während 23 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten. Die In- und Auslandsorders sind erneut gestiegen. Positive Impulse werden von den Exporten erwartet. Größte Sorgen bereiten den Unternehmen die geopolitischen Spannungen, die Entwicklung der Auslandsnachfrage sowie die Lieferketten bzw. Lieferkettenengpässe. 45 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) erwarten einen besseren, 26 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) einen schlechteren zukünftigen Geschäftsverlauf.
Die Lageeinschätzungen im Bereich Metallerzeugung haben sich verbessert. 35 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) sprechen von einer guten Geschäftslage, während 14 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Bei den In- und Auslandsorders überwiegen per saldo die positiven Stimmen. Hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs herrscht kaum noch Zuversicht. 19 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft, während 15 Prozent mit einer schlechteren Entwicklung rechnen. Größte Risiken sind die geopolitischen Spannungen, die hohen Kosten für Energie und Arbeit und die Inlandsnachfrage.
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation im Bereich Glasgewerbe/Steineverarbeitung fällt ungünstiger aus als im Vorquartal. 12 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 18 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) von einer schlechten Geschäftslage berichten. Weniger schwache Inlandsorders stehen gleichbleibenden Auslandsorders gegenüber. In die Zukunft blicken 47 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) pessimistisch. Kein Unternehmen (Vorquartal 21 Prozent) erwartet eine Verbesserung. Größte Risiken stellen die Inlandsnachfrage sowie die hohen Kosten für Arbeit, Energie und Rohstoffe dar.
In der chemischen Industrie fallen die Lagebeurteilungen per saldo deutlich schlechter als im Vorquartal aus. 27 Prozent der Unternehmen melden eine gute (Vorquartal 39 Prozent) beziehungsweise eine schlechte Geschäftslage (Vorquartal 0 Prozent). Bei den Auftragseingängen aus dem In- und Ausland ist per saldo ein Rückgang zu verzeichnen. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung erwarten 55 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) eine Verschlechterung. 18 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. Größte Geschäftshemmnisse stellen die hohen Preise für Energie und Rohstoffe sowie die geopolitischen Spannungen dar.
IIm Ernährungsgewerbe fällt das konjunkturelle Stimmungsbild per saldo ungünstiger als im Vorquartal aus. Jeweils 21 Prozent der Betriebe melden eine gute (Vorquartal 26 Prozent) oder eine schlechte Geschäftslage (Vorquartal 21 Prozent). Rückläufigen Inlandsorders stehen dynamischere Auftragseingänge aus dem Ausland gegenüber. Ein Viertel (Vorquartal 16 Prozent) rechnet mit einer schlechteren zukünftigen Entwicklung, während 8 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) optimistisch in die Zukunft blicken. Die hohen Kosten für Energie, Rohstoffe und Arbeit bereiten den Betrieben die größten Sorgen.
3. Baugewerbe
Im Baugewerbe hat sich das Stimmungsbild bei einer ungünstigen Witterung zu Jahresbeginn im Plusbereich verschlechtert. 37 Prozent der Betriebe bewerten wie im Vorquartal den aktuellen Geschäftsverlauf als gut, während 22 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind.
Die Auftragseingänge insgesamt haben sich gegenüber dem Vorquartal lediglich per saldo verbessert. 13 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) der Betriebe melden steigende Auftragseingänge, während ein Viertel (Vorquartal 26 Prozent) Rückgänge hinnehmen musste. Vergleichsweise günstig fallen die Auftragseingänge im gewerblichen Hochbau aus. 21 Prozent der Betriebe melden hier einen Anstieg der Aufträge. Auf niedrigem Niveau ist auch eine Belebung bei den Auftragseingängen im Wohnungsbau festzustellen. Zu einer Verschlechterung der Auftragslage ist es im Straßen- und Tiefbau und im öffentlichen Hochbau gekommen. Die Auslastung von Maschinen und Geräten lag bei 75 Prozent (Vorquartal 78 Prozent).
Größte Herausforderungen sind infolge des Kriegs im Nahen Osten nun die hohen Rohstoff- und Energiepreise (78 bzw. 63 Prozent), die hohen Arbeitskosten sowie geopolitische Spannungen. Auch in den kommenden Monaten bleibt die Branche weiter in schwierigem Fahrwasser. Die Unsicherheit ist durch den Irankrieg wieder gestiegen. 22 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) der Betriebe blicken mit Zuversicht in die Zukunft, während 19 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) mit einer schlechteren Entwicklung rechnen.
Die Unternehmen erwarten per saldo nur noch einen schwachen einen Personalaufbau in den kommenden Monaten. 19 Prozent planen wie im Vorquartal Neueinstellungen, während 15 Prozent (Vorquartal 4Prozent) einen Stellenabbau erwägen.
4. Handel
Auch im Großhandel hat sich die aktuelle Lage gegenüber dem Vorquartal eingetrübt. 13 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, während rund ein Viertel (Vorquartal 20 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden ist. Sowohl der produktionsverbindende als auch der konsumnahe Großhandel berichten von einer nachlassenden Dynamik der Geschäfte. Das Bestellverhalten wird hingegen weniger zurückhaltend als im Vorquartal bewertet. 22 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) der Großhändler berichten von einem Anstieg der Bestellungen, während 29 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) über einen Rückgang klagen.
Auch beim Blick in die Zukunft überwiegt nun wieder die Skepsis. 16 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) rechnen mit einer besseren Entwicklung, während 18 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) pessimistisch in die Zukunft blicken. Größte Sorgen bereiten den Betrieben die geopolitischen Spannungen, die schwache Inlandsnachfrage sowie die hohen Kosten für Arbeit und Energie. Bei den Beschäftigungsplanungen wollen rund zwei Drittel der Großhändler ihre Beschäftigung konstant halten. 27 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) erwägen einen Personalabbau.
Im Einzelhandel bleibt das Stimmungsbild trotz einer leichten Verbesserung eingetrübt. Ein Fünftel (Vorquartal 16 Prozent) der Einzelhändler bewertet seine aktuelle Lage als gut, während 29 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind. Besonders der Einzelhandel mit Bekleidung und Möbeln meldet schwache Geschäfte. Die aktuellen geopolitischen Risiken und die teurer werdende Energie dämpfen die Verbraucherstimmung.
Die Einschätzung des Kaufverhaltens fällt noch zurückhaltender als im Vorquartal aus. Kein Einzelhändler (Vorquartal 3 Prozent) bezeichnet das Kaufverhalten als kauffreudig. Ein Fünftel (Vorquartal 26 Prozent) stuft es als saisonüblich ein. 80 Prozent (Vorquartal 71 Prozent) beobachten ein zurückhaltendes Kaufverhalten. Als größte Risiken werden die Inlandsnachfrage, die hohen Kosten für Energie und Arbeit sowie der Fachkräftemangel genannt. Bei den Geschäftsaussichten rechnen 69 Prozent mit einer gleichbleibenden oder ungünstigeren Geschäftsentwicklung, knapp ein Drittel blickt mit Zuversicht in die Zukunft. 77 Prozent planen mit einer gleichbleibenden Beschäftigung, 23 Prozent erwägen Stellenstreichungen.
5. Dienstleistungen
Die Beurteilung der aktuellen Lage im Dienstleistungssektor ist per saldo gegenüber dem Vorquartal annähernd stabil geblieben. Ein Viertel der Unternehmen berichtet wie im Vorquartal von guten Geschäften, während 19 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Über dem Durchschnitt aller Dienstleister liegen die aktuellen Lageeinschätzungen unter anderem bei den Beratungsdienstleistern.
Die Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahresquartal hat sich per saldo wenig verbessert. 22 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) verzeichnen steigende Umsätze, während 30 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) einen Rückgang melden. Die Auftragsvolumina sind per saldo auf niedrigem Niveau gestiegen. 15 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) melden einen Zuwachs, 36 Prozent wie im Vorquartal eine Abnahme.
Mit Blick auf die kommenden Monate ist die Skepsis auf den tiefsten Stand seit Herbst 2022 gestiegen. 15 Prozent der Dienstleister blicken wie im Vorquartal optimistisch in die Zukunft, während 36 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) eine schlechtere Entwicklung erwarten. Als größte Geschäftsrisiken werden die Inlandsnachfrage, die Energiepreise und die geopolitischen Spannungen genannt. 12 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) planen mit Neueinstellungen. 19 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) rechnen mit einem Stellenabbau.. 32 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) rechnen mit einem Stellenabbau.
Im Kreditgewerbe fällt die Lageeinschätzung bei einer positiveren Ertragslage besser als im Vorquartal aus. 27 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Institute berichten von einer guten Geschäftslage, während 7 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden sind. Die Kreditnachfrage der privaten Haushalte und der Firmen ist hingegen per saldo deutlich zurückgegangen. Nur noch bei 19 Prozent der Unternehmen (Vorquartal 55 Prozent) ist die Kreditvergabe zur Finanzierung von Investitionen gestiegen. Größte Geschäftsrisiken werden in den geopolitischen Spannungen, der Wirtschaftspolitik und im Fachkräftemangel gesehen. 17 Prozent erwarten eine bessere Entwicklung, 23 Prozent eine Verschlechterung.
Im Gastgewerbe ist die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation vor dem Hintergrund der neuen Unsicherheiten durch den Irankonflikt per saldo auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn 2022 eingebrochen. Kein Betrieb (Vorquartal 18 Prozent) berichtet von einer guten Geschäftslage, während sich 39 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) einer schlechten Geschäftslage ausgesetzt sehen. Die Betriebe leiden unter den hohen Energie- und Lebensmittelpreisen sowie gestiegenen Personalkosten. Als größte Risiken werden dementsprechend die hohen Kosten für Energie, Arbeit und Rohstoffe genannt. 42 Prozent blicken pessimistisch, nur 8 Prozent optimistisch in die Zukunft.