Top-Thema | Januar 2020

Gigabitregion Heilbronn-Franken

Eine aktuelle von der IHK in Auftrag gegebene Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCooper (PwC) untermauert die Forderungen der Wirtschaft.
In der Sitzung der IHK-Vollversammlung am 5. Dezember 2019 stellte Dr. Nicolas Sonder, Partner PwC, die Kurzstudie vor und ging dabei auf die folgenden wesentlichen Gesichtspunkte ein. So besteht laut Studie in der Region ein signifikantes Versorgungsdefizit im Hinblick auf Glasfaseranschlüsse von mindestens 1Gbit/s. Dies gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Region in erheblichem Maß, da es den zum Teil bereits aktuell bestehenden, vor allem aber auch den künftigen Bedarf von Unternehmen und Bürgern an Bandbreiten nicht deckt.

Die Zeit drängt

Alarmieren sei, dass eine ausreichende Verbesserung der Versorgungssituation in absehbarer Zeit, auch mit Blick auf den eigenwirtschaftlichen und geförderten Ausbau, für die Region nicht erkennbar ist obwohl der Aufbau einer flächendeckenden Glasfaser- und 4G/5G-Mobilinfrastruktur das Ziel sein müsse. Und dabei gilt es keine Zeit mehr zu verlieren, da die Ausbauprojekte mit einer langen Konzeptions- und Vorlaufzeit einhergehen, die Förderprogramme zeitlich und inhaltlich beschränkt sind, es nur beschränkte Tiefbaukapazitäten am Markt gibt und die Ausbauprojekte eine lange Amortisationszeit mit sich bringen.

Interkommunale Zusammenarbeit erforderlich

Um mittel- und langfristig den Bedarf an eine leistungsstarke digitale Infrastruktur bedienen zu können, ist, so ein weiteres Ergebnis der Studie, eine interkommunale Zusammenarbeit alternativlos, denn nur durch ein gebündeltes Vorgehen könne im Wege einer systematischen und flächendeckenden Ausbauplanung das Potenzial eigenwirtschaftlichen Ausbaus optimal strukturiert und gehoben werden. Weitere Vorteile einer interkommunalen Zusammenarbeit wären, dass einheitliche Rahmenbedingungen, Standards und Zeitpläne geschaffen werden könnten, die den Ausbau sehr viel effizienter und die Region für den privaten Markt attraktiver machen würden.
 
Strukturell sollte eine interkommunale Zusammenarbeit auf Regionsebene in drei Phasen aufgeteilt sein:
  • Phase 1: Politische Willensbildung bis zum Abschluss eines Letter of Intent (Absichtserklärung)
  • Phase 2: Durchführung einer Markterkundung bis zum Eintritt in Vertragsverhandlungen
  • Phase 3: Abschluss der Vertragsverhandlungen bis zur Unterzeichnung von Kooperationsverträgen und unmittelbarer Eintritt in die Umsetzung
Wichtig für das Gelingen einer interkommunalen Zusammenarbeit ist die Einbeziehung von Experten mit dem notwendigen Knowhow sowie die Einrichtung einer interkommunalen Organisation, die die notwendige Struktur und die dazugehörigen Ressourcen hat. 

Information

Die komplette Studie von PricewaterhouseCooper ist für IHK-Mitgliedsunternehmen erhältlich bei:
Dr. Nicolas Sonder
Partner PwC
Telefon 0711/25034-5121
E-Mail nicolas.sonder@pwc.com

Kontakt

Christiane Heim
Christiane Heim
Referentin Regionalpräsenz & Mitgliederkommunikation