Firmenportraits | April 2022

Die Zukunft im Blick

Mit wichtigen Zukunfts-Fragen bezüglich Logistik, Mobilität und Verkehr beschäftigt sich das Institut Logwert der Hochschule Heilbronn.
Von Dieter Kindel
Vorbereitet für die Zukunft will man sein und sich in wissenschaftlicher Weise um drängende Antworten auf viele Fragen bezüglich Logistik, Mobilität und Verkehr der Gegenwart und vor allem der Zukunft bemühen. Bereits 2014 stellte die Hochschule Heilbronn und die Fraunhofer-Gesellschaft beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg den Antrag zur Förderung des „Logwert-Kompetenzzentrum für regionale Wertschöpfung und Logistik der Zukunft in der Region Heilbronn-Franken". Der Antrag wurde bewilligt. Von März 2015 bis Juni 2021 funktionierte die etablierte Partnerschaft unter dem Begriff „Kompetenzzentrum Logwert“. Ab Oktober 2021 wurde daraus ein hochschuleigenes Forschungs- und Transferzentrum abgeleitet, das „Institut Logwert“.

Vielfältige Forschungsbereiche

In einem Gespräch mit der IHK Heilbronn-Franken formulierte das leitende Team, Claudia Schenk M.A. (Kaufmännische Leitung) sowie die Professoren Dr. Stefan Wilms (Direktor) und Dr. Jens Hujer (Cluster Nachhaltige Mobilität / Vernetzte Systeme) die anvisierten Themen:
  • Logistik-Innovationen
  • Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Verkehrsträger im Personenverkehr
  • Vernetzte und multimodale Verkehrssysteme
  • Dekarbonisierung des Güterverkehrs
  • Kommunale Fragen zur Verkehrswende
  • Gestaltung von Wertschöpfungsketten im Bereich Wasserstoffinnovationen / Verwandte Forschungsbereiche.

Forschungsfeld Wasserstoff

Wasserstoff wird derzeit als ein möglicherweise entscheidender Hoffnungsträger der Energiewende angesehen. Dies gilt gerade auch für Mobilität und Logistik, wo mit der Nutzung von H 2 einerseits große Erwartungen verbunden werden, andererseits aber bislang kaum praktische Erfahrungen vorhanden sind. Rund um diese Herausforderungen baut das Institut seine Expertise in diesem innovativen Forschungsfeld aus. Es gestaltet bereits heute mit einer Reihe von innovativen Projekten die Transformation der Region Heilbronn-Franken zur Wasserstoff-Mobilitätsregion. So ist Logwert Gründungspartner des H2-Innovationslabors Heilbronn-Franken und bringt dort und in zahlreichen weiteren Projekten seine Kompetenzen bei der Gestaltung von Logistik („Log“) und innovativen Wertschöpfungssystemen („Wert“) ein.
Aktuell erarbeiten die Wissenschaftler in einem partizipativen Forschungsansatz beispielsweise ein Konzept, das Wege zum simultanen Aufbau von Angebot und Nachfrage nach Wasserstoff am Beispiel des Heilbronner Hafens darstellt. Die Wasserstofflogistik, also Transport, Lagerung und Verteilung von H2, spielt dabei eine zentrale Rolle.  

Ländlicher Raum als Treiber von Wasserstoffinnovationen

Auch die Ergebnisse einer für das Wirtschaftsministerium durchgeführten Studie zu Logistikinnovationen im ländlichen Raum zeigten auf, dass die Branche großes Potenzial im Bereich der alternativen Antriebstechnologien sieht, hier insbesondere bei der Nutzung von Wasserstoff. Unter der Voraussetzung, dass in dieser Richtung umfassend geforscht und die Konzepte optimiert werden, können sich viele Unternehmen den Einsatz von H 2 vorstellen, sobald die entsprechenden Fahrzeuge verfügbar sind. Gleichzeitig muss eine einfache und sichere Betankung möglich und eine ausreichende Tankstelleninfrastruktur vorhanden sein.
Darauf aufbauend wurde das Institut Logwert im Dezember 2021 vom Wirtschaftsministerium mit der Untersuchung des ländlichen Raumes als Treiber von Wasserstoffinnovationen in der Logistik beauftragt. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft sollen, gemeinsam mit Akteuren aus den Gebieten Hohenlohe, Main-Tauber-Kreis sowie Linzgau und Bodenseehinterland, geeignete Ansätze zur Wasserstoff-Nutzung und Versorgung sowie mögliche Zukunftsbilder für eine Wasserstoffwirtschaft im ländlichen Raum erarbeitet werden. Wie notwendig und vor allem nachhaltige Alternativen zu Lieferungen von fossilem Gas, Öl und Kohle sind, zeigt gerade die angespannte Situation, die durch Russlands Krieg gegen die Ukraine entstanden ist. Die extremen Preissteigerungen für Energie sind die Folge.
Durch die enge Verzahnung von Forschung und Lehre erhalten die Studierenden die Möglichkeit, an spannenden Projekten mitzuarbeiten und sich weiter zu qualifizieren.
Derzeit befassen sich die vier wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Matthias Bramme, Jonas Heinzelmann, Leonie Lesemann und Sabrina Pletz, unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Hujer und Prof. Dr.- Ing. Raoul Zöllner (Cluster Alternative Antriebe), mit den aktuellen Forschungsfragen. Die Team-Assistenz verantwortet Leonie Müller.
Mit der Überführung des Kompetenzzentrums in ein hochschuleigenes Forschungs- und Transferzentrum im Juli 2021 wurde ein beratender Beirat zur fachlichen und wissenschaftlichen Entwicklung des Instituts gegründet. Neben dem Vorsitzenden, Prof. Dr. Tobias Bernecker (Geschäftsführer Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb), der das Kompetenzzentrum aufgebaut hat, sind Dr. Bernd Bienzeisler (Fraunhofer IAO/ Leiter KODIS), Jens Boysen (stellvertretender Amtsleiter, Amt für Straßenwesen der Stadt Heilbronn) und Prof. Dr. Rüdiger Sterzenbach (Politik- und Wirtschaftsberater) Mitglieder des Beirates.

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Matthias Marquart
Matthias Marquart
Redakteur | Pressearbeit