27.04.2026

DIHK-Blitzumfrage: Nahostkonflikt trifft die deutsche Wirtschaft hart

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten belastet die Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen spürbar – auch die Südwestwirtschaft ist stark betroffen.
Laut der Mitte April durchgeführten DIHK-Blitzumfrage zu den Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die deutsche Wirtschaft berichten 83 Prozent der befragten Unternehmen bundesweit, dass ihre Geschäfte durch den Konflikt negativ beeinflusst werden.
Die Auswirkungen des Krieges auf deutsche Unternehmen sind vielfältig. Sie reichen von gestiegenen Fracht- und Transportkosten über höhere Energie-, Rohstoff- und Materialkosten bis hin zu einem Rückgang der Nachfrage und der Auftragseingänge. Erste Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten zeigen sich insbesondere bei Kunststoffen und Polymeren, chemischen Rohstoffen, rohölbasierten Produkten sowie bei Energie und Kraftstoffen.
Die aktuelle Situation zwingt viele Unternehmen dazu, ihre Strategien anzupassen und auf die Herausforderungen gezielt zu reagieren.

Zu den am häufigsten genannten Maßnahmen zählen:

  • Anpassung von Preisen
  • Verstärkung von Risikomanagement und Monitoring
  • Verzögerung von Projekten und Investitionen
  • Erhöhung der Lagerhaltung
  • Anpassungen entlang der Lieferkette
  • Anpassung der Produktion bzw. des Angebots
  • Weitere individuelle Maßnahmen
Auch in Baden-Württemberg sind die Auswirkungen deutlich spürbar. Davon berichten die meisten befragten Unternehmen. Zwar stellen Lieferengpässe laut Umfrage derzeit noch keinen dominierenden Faktor dar, die damit verbundenen Risiken bleiben jedoch hoch. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ist groß und prägt zunehmend das wirtschaftliche Handeln – unter anderem durch einen vorsorglichen Ausbau der Lagerbestände.
Besonders stark betroffen sind Industrieunternehmen durch steigende Fracht- und Transportkosten.
Als Reaktion auf die aktuelle Lage setzen baden-württembergische Unternehmen vor allem auf die Verstärkung von Risikomanagement und Monitoring, die Anpassung von Preisen sowie auf die Verzögerung von Projekten und Investitionen.
Im Zeitraum vom 13. April bis 15. April 2026 haben sich deutschlandweit rund 2.400 Unternehmen an der Umfrage beteiligt, darunter fast 400 Unternehmen aus Baden-Württemberg.