15.05.2026
Rating
Jedes Kreditinstitut ist aufgrund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet, bei der Vergabe eines Kredites ein Rating des Kreditnehmers zur Beurteilung des Kreditrisikos durchzuführen.
Mit dem Rating wird die wirtschaftliche Fähigkeit eines Unternehmens beurteilt, künftige Zins- und Tilgungszahlungen (Kapitaldienst) in vereinbarter Höhe pünktlich und vollständig zu erbringen. Das Ratingergebnis wird in verschiedene Ratingklassen eingeteilt und wird durch Zahlen, Buchstaben oder eine Kombination aus beiden dargestellt. Damit wird die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Kreditnehmers beurteilt.
In ein Rating fließen verschiedene Daten und Informationen ein. So gibt es die „harten“, zahlenbasierten Faktoren und „weichen“, qualitativen Faktoren. Die „harten“ Faktoren beziehen sich auf die wirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens und haben eine Gewichtung von ca. 60 Prozent.
Banken (internes Rating) oder unabhängige Agenturen (externes Rating) leiten Wahrscheinlichkeiten über den Eintritt von Leistungs- und Zahlungsstörungen während der Kreditlaufzeit ab.
Das Ergebnis eines Ratings ist die Bonität und ist von besonderer Bedeutung, denn die Bonität mit der Ratingklasse beeinflusst die Höhe des Zinssatzes bei der Kreditvergabe. Bei einem schlechteren Rating wird die Kreditvergabe intensiver geprüft oder der Antrag abgelehnt. Außerdem kann die Bank zusätzliche Sicherheiten verlangen.
Folgende Aspekte werden bei einem Ratingverfahren analysiert:
- Qualität der Geschäftsführung und Informationsverhalten
- Branchen-, Markt- und Wettbewerbssituation
- Wirtschaftliche Verhältnisse (Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage, Unternehmensentwicklung)
Wie kann das Rating beeinflusst werden?
Wichtig ist, die betriebswirtschaftlichen Zahlen und sowie das Controlling stets im Blick zu behalten und Kontoüberziehungen sowie damit einhergehende Rücklastschriften zu vermeiden. Besonders das Alter des Unternehmers spielt bei der Kreditvergabe eine wichtige Rolle. Ist eine Unternehmensnachfolge geplant oder in Aussicht? Eine freiwillige, kontinuierliche und zeitnahe Bereitstellung von Unternehmensdaten wie Bilanz, Monatsauswertungen und Planungsrechnungen tragen zur Verbesserung des Ratings bei. Vor dem Hintergrund möglicher unerfreulicher Überraschungen ist ein regelmäßiger Banktermin unbedingt zu empfehlen. Der DIHK hat zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Banken eine umfassende Broschüre zum Thema Rating veröffentlicht.
Bonitätsanalyse der Deutschen Bundesbank
Die Deutsche Bundesbank bietet interessierten Unternehmen unabhängig von ihrer Größe eine kostenfreie Bonitätsanalyse an. Auf Basis der letzten beiden Jahresabschlüsse erhalten Unternehmen eine übersichtliche Darstellung der Ergebnisse der Bonitätsanalyse. Die daraus resultierenden Kennzahlen können hilfreich sein, um betriebsindividuelle Stärken und Schwächen zu identifizieren. Zusätzlich wird eine Rangstufe auf einer Skala von 1 bis 8 vergeben. Unternehmen mit einer Rangstufe von 1 bis 4 erhalten das Testat „notenbankfähig“.
Die kostenfreie Bonitätsanalyse finden Sie unter: Bonitätsanalyse | Deutsche Bundesbank