13.05.2022

Russland-Ukraine-Krieg: Erste Förderprogramme gestartet

Das Kriegsgeschehen in der Ukraine hat spürbare Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Stark gestiegene Energiepreise stellen für viele Unternehmen eine Belastung dar. Auch die Sanktionen wirken sich auf die wirtschaftliche Situation aus.
Für die vom Krieg besonders betroffenen Unternehmen haben das Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium bereits am 8. April ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Die ersten beiden Programme wurden bereits gestartet.
Bürgschaftsprogramme können beantragt werden
Bereits seit dem 29. April gelten die Erweiterungen bei den Bund-Länder-Bürgschaftsprogrammen. Dies betrifft die Bürgschaftsbanken und das Großbürgschaftsprogramm. Die Entscheidung über den Antrag erfolgt erst nach der beihilferechtlichen Genehmigung. Hierzu befindet sich die Bundesregierung in Gesprächen mit der EU-Kommission.
KfW-Kreditprogramm ebenfalls gestartet
Das “ KfW-Sonderprogramm UBR 2022“ kann seit dem 9. Mai beantragt werden. Unternehmen aller Größenklassen und Branchen erhalten Zugang zu zinsgünstigen Krediten mit weitgehender Haftungsfreistellung der Hausbanken. Zusätzlich wird eine Konsortialfinanzierungsvariante mit substanzieller Risikoübernahme angeboten. Auch hier befindet sich die Bundesregierung in Beihilfengesprächen mit der EU-Kommission.
Für Investitions- und Betriebsmittelkredite gewährt die KfW den Hausbanken eine 80%ige Haftungsfreistellung für Kredite an mittelständische Unternehmen (bis max. 500 Mio. EUR Jahresumsatz) und 70%ige Haftungsfreistellung für Kredite an große Unternehmen.
Als Zugangsvoraussetzungen gelten nachgewiesene Betroffenheit, die aus den Sanktionen gegenüber Russland und Belarus oder den Kriegshandlungen in der Ukraine resultieren durch
  • Umsatzrückgang durch weggebrochenen Absatzmarkt
  • nachgewiesene Produktionsausfälle in den Ländern Ukraine, Belarus und Russland
  • nachgewiesene Produktionsausfälle aufgrund fehlender Rohstoffe und Vorprodukte
  • Schließung von Produktionsstätten in Russland, Ukraine oder Belarus
  • Besonders hohe Betroffenheit durch die gestiegenen Energiekosten (Energiekostenanteil mindestens 3% vom Jahresumsatz 2021).
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz