International

Frankreich: Zahlungsverzögerungen auf dem Vormarsch

Die wirtschaftliche Lage in Europa bleibt herausfordernd. In Deutschland stieg die Zahl der Insolvenzen von Januar bis August um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Frankreich stieg sie gar um 37 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahlungsmoral in der Grande Nation sinkt, was insbesondere kleine Unternehmen belastet.
Im Jahr 2023 beträgt das durchschnittliche Zahlungsziel in Frankreich 48 Tage. Trotz Zahlungsfristen waren 82 Prozent der befragten Firmen von verspäteten Zahlungen betroffen. Zahlungsverzögerungen traten häufiger und über längere Zeiträume als im vergangenen Jahr auf. Die abnehmende Zahlungsmoral spiegelt sich ebenfalls in den gestiegenen Insolvenzzahlen wider, die mittlerweile das Niveau der Jahre vor der Pandemie überschritten haben. Das sind Erkenntnisse einer Coface-Befragung zu Zahlungserfahrungen französischer Unternehmen.
In Frankreich ist es üblich, dass Unternehmen ihren Kunden ein Zahlungsziel, also einen Lieferantenkredit einräumen, und zwar unabhängig von Branche und der Größe des Unternehmens. Die durchschnittliche Frist beträgt 48 Tage und liegt damit über der in Deutschland (32 Tage).
82 Prozent der Umfrageteilnehmer waren im Jahr 2023 mit Zahlungsverzögerungen konfrontiert. In Deutschland waren es nur 76 Prozent der befragten Unternehmen. Die Größe des Unternehmens spielt dabei eine wichtige Rolle, da der durchschnittliche Zahlungsverzug bei Kleinstunternehmen im Schnitt 42 Tage betrug. Bei kleinen und mittleren Unternehmen waren es 38 Tage und bei größeren Unternehmen lediglich 26 Tage. „Diese Ergebnisse sind umso besorgniserregender, als die Hälfte der Kleinstunternehmen angab, dass verspätete Zahlungen einen sehr wichtigen bzw. kritischen Einfluss auf ihre Liquiditätslage haben“, sagt Coface-Volkswirt Bruno de Moura Fernandes.
Stand: 30.11.2023