Innovation
Fraunhofer bietet Methodik zur Vereinfachung von Maschinenumrüstung
Eine Falzmaschine umzurüsten ist ein Job für echte Profis. Eine solche Maschine faltet in Druckereien Broschüren und vieles mehr – mehrere Zehntausend Exemplare pro Stunde. Je nach Maschinentyp und Auftrag kann das Umrüsten sehr viele verschiedene Einstellungen nötig machen. Ein Forschungsteam für Intelligente Fertigungsprozesse und Interaktionssysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) hat ein Bedienkonzept der Mensch-Maschine-Schnittstelle so vereinfacht und automatisiert, dass auch Laien die Maschine umrüsten können.
Zunächst wurden Nutzerrollen festgelegt und anschließend mittels einer Eye-Tracking-Brille die Arbeitsabläufe von Maschinenbedienern aufgezeichnet und Teilaufgaben analysiert. Für jeden Arbeitsablauf wurde dann eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung abgeleitet. Diese dient als Grundlage für die automatische Erstellung der grafischen Inhalte auf dem Display der Falzmaschine. Mit Pfeilen und schematischen Zeichnungen zeigt sie dem Maschinenbediener, wo er die einzelnen Einstellungen vornehmen kann. Um das Display dementsprechend überarbeiten zu können, wurde Zugriff auf den Quellcode gewährt. Eine Falzmaschine kann nun innerhalb von wenigen Minuten am Computer konfiguriert und die Mensch-Maschine-Schnittstelle automatisch erstellt werden.
Künftig könnte generative Künstliche Intelligenz dabei helfen, die Entwicklung weiter zu vereinfachen oder die Aufzeichnungen der Eye-Tracking-Brille auszuwerten. Der Ansatz ist prinzipiell auf alle Maschinen und Hersteller übertragbar. Es ist denkbar, dass die Methodik künftig als Dienstleistung angeboten wird.
Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
Raphael Hägle
Tel. 0711 970-3710
raphael.haegle@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de
Raphael Hägle
Tel. 0711 970-3710
raphael.haegle@ipa.fraunhofer.de
www.ipa.fraunhofer.de
Stand: 03.11.2025
