Die Validierung als berufliches Sprungbrett

Frank Henze ist seit über 30 Jahren als Sicherheitsmitarbeiter und Personenschützer tätig – bislang allerdings ohne formalen IHK-Berufsabschluss. Das wollte der 54-Jährige ändern und entschied sich für eine Validierung. Das Verfahren ermöglicht es, fachliche Fähigkeiten offiziell prüfen und bestätigen zu lassen. Henze tat dies im Referenzberuf der Fachkraft für Schutz und Sicherheit und ist damit auch bundesweit der Erste, der in diesem Beruf validiert wurde. Die Überprüfung und offizielle Bestätigung seiner Fähigkeiten übernahm die IHK Hannover, das dazugehörige Welcome & Business Center IHK unterstützte ihn im gesamten Prozess.

Sich in der Branche nochmal neu orientieren

„Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln“, erklärt Henze seine Entscheidung bei der feierlichen Zeugnisübergabe. Die Validierung sei für ihn eine Art „Krönung“ für seinen bisherigen und ein „Sprungbrett“ für seinen weiteren beruflichen Weg. „Ich kann mir gut vorstellen, ab meinem sechzigsten Lebensjahr noch etwas anders innerhalb der Schutzbranche zu machen.“ Dafür wollte er einen Grundstein legen – und wählte die Validierung.
Diese fußt auf der bisherigen Laufbahn Henzes, der nach seiner Zeit bei der Bundeswehr zunächst eine einjährige Ausbildung an der Fachschule für Industrie- und Wirtschaftssicherheit absolvierte. „Ich wollte mich speziell im Bereich Personenschutz qualifizieren“, erklärt er diese Entscheidung. Die Fachausbildung diente als Fundament seiner späteren Arbeit für Vorstände aus dem Banken- und Finanzdienstleistungssektor, sowie der Wirtschaft.
„Der Weg, den Herr Henze gewählt hat, ist ein guter Schritt, um die berufliche Weiterentwicklung zu beginnen“, bestätigt auch Silke Richter, Abteilungsleiterin für berufliche Bildung und Fachkräfte, zu der das Welcome & Business Center gehört. Der eigene Beruf präge das gesellschaftliche Miteinander und sei Richter zufolge somit auch ein wichtiger Baustein für die eigene Persönlichkeit.
„Sie sind sozusagen der Pilot für alle, die sich in diesem Bereich validieren wollen“, lobt Richter, denn Frank Henze ist der erste Arbeitnehmer in ganz Deutschland, der sich im Referenzberuf der Fachkraft für Schutz und Sicherheit validiert hat.

Mitarbeitenden begleiten

Weiteres Lob kommt auch von Florian Böse, der Henze als Prüfer durch die Validierung begleitete. „Die Validierung von Herrn Henze war einmal etwas anderes“, so der 30-Jährige, der sich seit 2022 ehrenamtlich als Prüfer engagiert und seit 2024 zusätzlich auch Prüfungsausschussvorsitzender ist. Es sei für ihn „erfrischend“ gewesen, alle Prüfungsinhalte an einem Tag abzubilden und zu prüfen.
Böse sieht den Vorteil einer Validierung vor allem dann, wenn man beruflich vorankommen wolle. Außerdem: „Für die persönliche Weiterentwicklung ist es ein toller Schritt.“
Für Arbeitgeber sei es ebenfalls gewinnbringend, eigene Mitarbeitende auf dem Weg der Validierung zu unterstützen. „Sie haben die Möglichkeit, qualifiziertes Personal zu entwickeln und hochwertige Positionen zu besetzen“, meint der ehrenamtliche Prüfer.

Gute Vorbereitung nötig

Die praktische Feststellung seiner Kompetenzen hat Henze auch nach ein paar Wochen noch lebhaft in Erinnerung. „Das war schon anspruchsvoll“, resümiert er. Gefordert wurden unter anderem ein Verkaufsgespräch zu einem vorab geschriebenen Konzept und eine Objektbegehung, bei der Fragen und Sicherheitslücken besprochen wurden. Darauf müsse man sich Henzes Erfahrung nach gut vorbereiten.
Die Validierung soll ihm nun neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten. „Die Schutzbranche wird sich immer weiter entwickeln und zunehmend technisierter werden“, schätzt er. Ein validierter Beruf sei dabei ein wichtiger Baustein, um sich auch zukünftig in der Branche zu positionieren. „Ich möchte die Validierung ausdrücklich allen Kollegen empfehlen, die über langjährige Erfahrung verfügen“, so Henze. Dieser Weg mache das berufliche Profil „rund“. Wer gut vorbereitet an die Sacher herangehe und bereit ist, Zeit in das Lernen und Vorbereiten zu investieren, erhalte „eine anspruchsvolle Bestätigung der eigenen Leistungen, die einem nicht geschenkt wird“, schließt er ab, während er sein IHK-Zertifikat in den Händen hält.
Foto: Frank Henze zusammen mit (von links nach rechts) Silke Richter, Alexandra Wanke und Annika Thuns aus dem Welcome & Business Center bei der feierlichen Übergabe.

Stand: 11.06.2026