Fachkräfte
Kompetenzen für die Zukunft richtig verstehen
Ein Bericht des ifo-Instituts zeigt: Zukunftskompetenzen lassen sich nur begrenzt prognostizieren. Für die Entwicklung ist eine strategische Verzahnung von Bildung, Technologieverständnis und betrieblicher Praxis entscheidend.
Zentrale Aussagen des ifo-Artikels „Zukunftskompetenzen – Was wissen wir darüber wirklich, auf was können wir uns vorbereiten?“:
Zukunftskompetenzen zwischen Unsicherheit und Handlungsbedarf
- Die Frage nach relevanten Kompetenzen gewinnt im Zuge von Digitalisierung, Strukturwandel und Innovation stetig an Bedeutung.
- Bildung ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor und eine der wenigen strategisch steuerbaren Ressourcen für Deutschland.
- Gleichzeitig kann Bildung nicht nur reagieren, sondern muss Innovation aktiv mitgestalten.
Prognosen zu Kompetenzanforderungen nur begrenzt valide
- Konkrete Kompetenzanforderungen lassen sich langfristig kaum verlässlich vorhersagen.
- Technologische Sprünge – etwa durch generative KI – verändern Kompetenzprofile schnell und grundlegend.
- Trendanalysen auf Basis von KI-gestützten Auswertungen von Stellenanzeigen liefern belastbare Hinweise auf wachsende Kompetenzfelder und Veränderungen innerhalb von Berufsprofilen.
Unternehmen als zentrale Akteure
- Konkrete Kompetenzanforderungen ergeben sich primär aus Geschäftsmodellen, Produkten und betrieblichen Prozessen.
- Zukunftskompetenzen sind daher weitgehend unternehmensspezifisch.
- Weiterbildung bleibt nur wirksam, wenn sie eng an reale Tätigkeiten gekoppelt ist.
- Unternehmen investieren intensiv (31 Mrd. € jährlich in Ausbildung, 46 Mrd. € jährlich in Weiterbildung)
Grundlage für die Entwicklung von Zukunftskompetenzen ist eine Vielzahl unterschiedlicher Kompetenzbereiche
Basiskompetenzen
- Lesen, Schreiben, Rechnen sowie Englisch bleiben unverzichtbar.
- Defizite sind kritisch: Ein Viertel der Schülerinnen und Schüler erreicht Mindeststandards nicht.
Digitale Kompetenzen
- Verständnis und Anwendung digitaler Technologien ist als Bestandteil der Allgemeinbildung notwendig.
- Fokus liegt auf kritischer Einordnung von Ergebnissen digitaler Tools und KI.
KI-Kompetenz
- Fähigkeit zur effektiven Nutzung („Prompting“) wird zur Schlüsselqualifikation.
- Bewertung und Reflexion KI-generierter Inhalte bleibt essenziell.
- Lernen verschiebt sich: weniger reines Wissen, mehr Anwendung und Interpretation.
MINT-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)
- MINT-Kompetenzen sind zentrale Grundlage für technologie- und datengetriebene Wirtschaft.
- Trotz konjunktureller Effekte besteht weiterhin Fachkräftemangel - MINT-Lücke: 148.500 Personen (Oktober 2025)
Außerdem sind überfachliche Kompetenzen als Erfolgsfaktor im Wandel zunehmend relevant und das Mindset ist entscheidend. Dazu zählen:
- Kreativität und Problemlösungskompetenz
- Leistungsbereitschaft, Eigenverantwortung und Resilienz
- Empathie und Kooperationsfähigkeit
- Veränderungsbereitschaft
- Flexibilität
- Prozessdenken sowie
- lebenslanges Lernen als Grundhaltung
Der komplette ifo-Aufsatz „Zukunftskompetenzen – Was wissen wir darüber wirklich, auf was können wir uns vorbereiten?“ steht auf der ifo-Website zum Download zur Verfügung.
Der Aufsatz ist auch zu finden im ifo Schnelldienst Heft 3/2026 „Skills for Tomorrow: (Berufs-)Bildung als Innovationsmotor“, das ebenfalls auf der ifo-Website heruntergeladen werden kann.
Der Aufsatz ist auch zu finden im ifo Schnelldienst Heft 3/2026 „Skills for Tomorrow: (Berufs-)Bildung als Innovationsmotor“, das ebenfalls auf der ifo-Website heruntergeladen werden kann.
Projekt Digitale Lernallianzen zur Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zusammen mit Unternehmen
Um junge Menschen bereits in der Schule beim Thema Digitalisierung zu unterstützen und sich junge, frische Ideen ins Unternehmen zu holen, gibt es z. B. das Angebot der „Digitalen Lernallianzen“. Hierbei lösen Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs zusammen mit einem Ausbildungsunternehmen eine Aufgabe aus dem Betriebsalltag. Die Aufgaben werden von den beteiligten Unternehmen gestellt und können von der Gestaltung des Onboardings, der kreativen Unternehmenskommunikation bis zur Produktentwicklung reichen.
Die „Digitalen Lernallianzen“ gibt es in der Region Hannover und den Landkreisen Nienburg, Diepholz, Schaumburg und Hameln-Pyrmont. Teilnehmen können somit ausbildende Mitgliedsunternehmen der IHK Hannover aus diesen Gebieten.
Details und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Website der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Servicegesellschaft mbH zu finden, die das Projekt durchführt.
Stand: 22.05.2026
