03.05.2022

Gründer- und Unternehmerwoche mit hohem Zuspruch gestartet

Für Oliver Naumann, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, ist die noch bis Freitag laufende Gründer- und Unternehmerwoche „nötig, richtig und wichtig“. Zum zweiten Mal hat das „Forum Existenzgründung Main Kinzig“ über 30 Fachveranstaltungen in nur einer Woche quer durch den Kreis auf die Beine gestellt – mit dem klaren Ziel, Gründern und Unternehmern bei ihren Vorhaben bestmöglich zu helfen. Das einzigartige Format für alle unternehmerisch denkenden Menschen im Landkreis und in Hanau bietet praxisgerechte Tipps und Anregungen rund um für eine erfolgreiche Unternehmensführung.
Anlässlich der offiziellen Eröffnung unterstrich IHK-Präsident Naumann, dass „Unternehmertum etwas Wunderbares ist. Mit Ideenreichtum und Tatendrang Neues schaffen, Menschen Beschäftigung bieten, Verantwortung übernehmen. Das ist sinnstiftend. Unternehmertum heißt aber auch: Früher aufstehen, eventuell auch länger arbeiten und vor allem schneller sein als andere. Gebraucht werden Menschen, die genau das wollen.“ Jeder Mensch müsse für sich selbst entscheiden, ob er eine Bremse, ein Beifahrer oder ein Motor sein wolle.
Naumann blickte in seiner kurzen Ansprache auch auf die anstehenden Herausforderungen rund um den demografischen Wandel: Es fehlen schon jetzt nicht nur einige tausend Fach- und Führungskräfte im Main-Kinzig-Kreis, sondern auch rund 800 Unternehmerinnen und Unternehmer. Vor diesem Hintergrund lobte er die neun Gründerzentren, die es mittlerweile über den gesamten Landkreis verstreut gibt. „Da diese Einrichtungen mit Erfolg privatwirtschaftlich betrieben werden, erscheint es nicht nötig, dass die öffentliche Hand ebenfalls solche Zentren gründen möchte“, betonte der IHK-Präsident. Damit der Landkreis und Hanau als Oberzentrum auch in Zukunft ein dynamisches und innovatives Umfeld bieten, sei die politische Unterstützung bei den Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und sichere Energieversorgung „unverzichtbar“, unterstrich Naumann.
Diesen Ball griffen Winfried Ottmann, Kreisbeigeordneter Main-Kinzig-Kreis, und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Eröffnung dankbar auf. Beide betonten, wie wichtig Gründerzentren in privater Trägerschaft sind, unterstützt durch die richtigen Rahmenbedingungen vor Ort. Exemplarisch genannt wurde der neue „PioneerMakers-Campus“ in Hanau, der in diesen Tagen seine Pforten öffnet.
Nicht zuletzt durch die Co-Working-Spaces werde sich die Wirtschaftswelt ändern. Neue Geschäftsideen und moderne Arbeitswelten könnten in diesen Einrichtungen in optimaler Umgebung getestet werden. Ebenso vor dem Hintergrund der stark wachsenden Rechenzentren im Westen des Landkreises und in Hanau dürften sich erhebliche Synergieeffekte und neue Geschäftsfelder ergeben – bis hin zu neuen Aufgaben für die Berufsschulen. Auch die bevorstehende, flächendeckende Verlegung der Breitbandanschlüsse in alle Gewerbegebiete, Schulen und Privathäuser werde zusätzliche Impulse für das Gründergeschehen bewirken, betonte Ottmann.
Neben digital-basierten Gründungen bleiben auch die klassische Handel und die Gastronomie im Fokus: So will die Stadt Hanau mit ihren Maßnahmen zur Innenstadtbelebung das bevorstehende „Schicksalsjahrzehnt der Innenstädte“ proaktiv begleiten, so Hanaus OB. Es gehe darum, mit gezielten Anreizen die „Zukunftsfähigkeit der Innenstädte zu bewahren und zu stärken“. Mit dem städtischen Programm „Hanau aufLADEN“ bündele das Oberzentrum bereits jetzt alle Dienstleistungen, die als Starthilfe benötigt würden. Kaminsky betont weiter, dass „auch der Ausübung der Vorkaufsrechtsatzung eine wichtige, strategische Bedeutung zukommt, beispielsweise um somit gezielt eine Nachfolge unterstützen zu können“
Für Michal Roth, Regionaldirektor und Leiter Regionalmarkt Hanau der Frankfurter Volksbank eG, gehört die Beratung von Firmengründern und -übergebern längst „zur DNA“ seines Geldhauses. „Wir beherrschen das Thema und freuen uns, dass wir zur Auftaktveranstaltung gemeinsam mit unseren Partnern einladen konnten.“ Die Gründer- und Unternehmerwoche ist am Montag mit einem ersten Glanzlicht gestartet: Über 50 Firmenchefs und ihre möglichen Nachfolger haben die Auftakt-Diskussion mit Impulsvorträgen verfolgt. Das Thema: „Unternehmensnachfolge erfolgreich gestalten“.
Für die Bürgschaftsbank Hessen kündigte deren Geschäftsführer Sven Volkert anlässlich der Eröffnung der „2. Gründer- und Unternehmerwoche“ an, dass schon bald über neue Sonderprogramme zusätzliche Sicherheiten für Unternehmen und Firmengründer bereitstehen werden. Volkert weiß, dass viele Firmenkunden nach der Pandemie wirtschaftlich geschwächt sind. Der Krieg in der Ukraine und seine Begleitfolgen, etwa auf die Rohstoff- und Energiepreise, dürfte diese geschwächten Unternehmen zusätzlich schwächen. Mit neuen Programmen könne sein Haus schon sehr bald gemeinsam mit den Banken und Sparkassen vielfach helfend eingreifen. Zu den Details wollte sich Volkert noch nicht äußern: „Wir warten auf die Unterschrift des Ministers.“
Zum Hintergrund
Seit über 20 Jahren hilft das „Forum Existenzgründung Main Kinzig“ der Zielgruppe Start-up-Unternehmen. Der Kreis ist mittlerweile angewachsen auf die Partner Agentur für Arbeit Hanau, Die Wirtschaftspaten e.V., Hanau Wirtschaftsförderung GmbH, Kommunales Center für Arbeit, Kreishandwerkerschaft Hanau, Main-Kinzig-Kreis, Amt für Wirtschaft, Arbeit, digitale Infrastruktur, Wirtschaftsförderung der Stadt Maintal, Wirtschaftsförderung der Stadt Nidderau, Wirtschaftsjunioren bei der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und natürlich die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.
Anfangs führte das Forum kostenfreie Gründermessen mit Ständen und Fachvorträgen ausschließlich für Gründerinnen und Gründer durch. Im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte wurde das Konzept stets angepasst. Die „Gründermesse“ wandelte sich vor gut zehn Jahren in die „Gründer- & Unternehmermesse“. Die Partner im Forum hatten erkannt, dass viele Fragen (und Antworten) nicht nur für Start-ups wichtig sind, sondern auch für expansionswillige Firmen mit hohem Informationsbedarf rund um ihre Investitionen. Das gilt nicht nur für das Schreiben von Businessplänen, für die Bankengespräche oder die Recherche nach öffentlichen Fördergeldern. Dieses Know-how vor Ort im Main-Kinzig-Kreis zu bündeln, damit alle Unternehmerinnen und Unternehmer in spe oder mit Erweiterungswillen sich kompetent informieren können – dieses Ziel war und ist die Anstrengungen wert.
Vor zwei Jahren wurde das Format „Messe“ erneut modernisiert – in eine „Gründer- & Unternehmerwoche“, die mit über 30 Fachvorträgen an über zehn Orten in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis läuft. Das Format Messe hatte sich überlebt, aber die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse bleiben gleich: Gründer und Unternehmer.
Die „2. Gründer- & Unternehmerwoche“ endet am kommenden Freitag.