Warnung

Abmahnungen Google Fonts

Zurzeit kursiert eine Vielzahl an Abmahnungen wegen der Nutzung von Google Fonts. Dies geschieht insbesondere durch zwei verschiedene Anwälte.
Zum einen sind dies Abmahnungen durch einen RA Kilian Lenard für einen Mandanten Martin Ismail. Hier werden 170,- Euro Schadenersatz gefordert.
Zum anderen gibt es eine weitere Welle an Abmahnungen durch eine RAAG-Kanzlei RA Kairis aus Meerbusch für Wang Yu.
Wir gehen von einer extrem hohen Anzahl an Abmahnungen aus, so dass wir vermuten, dass durch diese Anwälte bei einem Ignorieren der Schreiben keine Klage angestrebt werden wird. Wir haben auch bisher von keinem einzigen Gerichtsverfahren durch RA Lenard oder RA Kairis gehört.
Mit absoluter Sicherheit können wir dies zum derzeitigen Stand aber nicht sagen!
Zurzeit würden wir dennoch empfehlen, das Schreiben zu ignorieren (d.h. keine Zahlung!), denn wenn Sie sich auf einen Schlagabtausch mit den Abmahnenden einlassen, könnte es sein, dass Sie – ähnlich wie bei Spam – Ihre Identität und Streitfreudigkeit offenlegen und dann Ziel eines eventuellen Musterverfahrens werden.
Im unwahrscheinlichen Fall einer Klage kann man den ohnehin nicht sehr hohen Zahlungsanspruch unter Inkaufnahme weiterer Kosten, die sich an der Höhe der Klagesumme orientieren, auch noch vor Gericht anerkennen.
Falls Sie dennoch gegenüber dem Abmahnenden reagieren möchten, sollten Sie sich hierfür bereits anwaltliche Hilfe einholen.
Zudem besteht die Möglichkeit, eine Beschwerde an die jeweils zuständige Rechtsanwaltskammer (RA Lenard/Berlin; RA Kairis/Düsseldorf) zu senden.
Im Allgemeinen gilt darüber hinaus, die eigene Webseite bzgl. Google Fonts zu prüfen und zu korrigieren. Das Unternehmen sollte mit seinem Dienstleister, der die Internetseite erstellt hat, prüfen, ob tatsächlich Google Fonts verwendet werden. Falls dies der Fall ist, sollte diese Funktion möglichst schnell stillgelegt werden, so dass keine Schriften mehr ohne die Zustimmung des Nutzers geladen werden können. Dies ist wohl unproblematisch möglich, die Internetseite funktioniert dennoch weiter. Jeder Website-Betreiber sollte auf die lokal gehostete Version von Google Fonts umsteigen.
Betroffene Hamburger Mitgliedsunternehmen können gerne eine Meldung an uns machen, wenn sie eine solche Abmahnung erhalten haben. Hierbei würden uns folgende Daten helfen: RA, Mandant, Aktenzeichen und Datum der Abmahnung.
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website des DSW (Deutscher Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V.) unter folgendem Link.
Hinweis: Diese Informationen sollen Ihnen nur einen ersten Hinweis geben und erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl sie mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, kann eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden.