Stagnation hält an – Beschäftigung unter Druck

Die aktuelle Geschäftslage hat sich weiter verschlechtert, und auch die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate bleiben überwiegend pessimistisch. Nach wie vor berichten viele Betriebe von einer schwachen Nachfrage, steigenden Kosten und einer anhaltend großen Unsicherheit. Vielfach prägen strukturelle Probleme die Stimmung.
Ein Blick auf die größten Geschäftsrisiken bestätigt dieses Bild:
  • Fast zwei Drittel der Unternehmen nennen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Hemmnis für ihre Entwicklung.
  • Direkt dahinter folgen die Belastungen durch steigende Arbeitskosten (57 Prozent) sowie
  • hohe Energie- und Rohstoffpreise (56 Prozent).
Die Kombination aus wachsenden Kosten und einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld hat inzwischen deutliche Auswirkungen auf die Beschäftigungserwartungen. Diese sind weiter gesunken und liegen per Saldo nun klar im negativen Bereich.
Viele Unternehmen planen Neueinstellungen nur noch sehr zurückhaltend und Entlassungen nehmen infolge von Umstrukturierungen oder Insolvenzen zu. Bereits jetzt zeigt sich ein Rückgang der Beschäftigung in Sachsen-Anhalt, während die Arbeitslosigkeit steigt.
Eine schnelle Trendumkehr ist derzeit nicht absehbar. Auch die aktuellen Wachstumsprognosen deuten nicht auf ein spürbares BIP-Wachstum im Jahr 2026 hin. Für Deutschland wird lediglich ein Zuwachs von rund einem Prozent erwartet, für Sachsen-Anhalt sogar noch weniger. Damit wäre keine echte Trendwende möglich – zumal die Prognosen der vergangenen vier Jahre durchgehend enttäuscht wurden.
Um die Wachstumsflaute zu überwinden, sind Reformen erforderlich, welche die Wettbewerbsfähigkeit wieder stärken. Insbesondere die preisliche wie auch die administrative Belastung der Unternehmen muss reduziert werden.
Die schlechte Bewertung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zeigt deutlich, wie groß die Unzufriedenheit in der Wirtschaft ist. Ein erster Schritt wäre der Abbau unnötiger bürokratischer Anforderungen.
Eine aktuelle Zusatzbefragung zeigt, wo Unternehmen den größten Aufwand sehen. Besonders häufig werden Vorgaben aus folgenden Bereichen als belastend empfunden:
  • Finanzen und Steuern
  • amtliche Statistik
  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit