SIHK-Pressemeldung

Konjunkturerwartungen brechen ein

Der SIHK-Geschäftsklimaindex ist im Sinkflug und fällt im Frühsommer 2022 von 117 Punkten im Januar auf aktuell 93 Punkte. „Bei leicht verbesserter aktueller Geschäftslage haben sich die Geschäftserwartungen, die Beschäftigungs- und Investitionspläne sowie die Exporterwartungen der Unternehmen drastisch verschlechtert und sind im freien Fall.
Die Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) (PDF-Datei · 3796 KB) zeigt die heimischen Unternehmen im „Ausnahmezustand“, fasst SIHK-Präsident Ralf Stoffels die Ergebnisse der Umfrage zusammen. An der SIHK-Konjunkturumfrage haben sich vom 4. bis zum 24. April 358 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis, im Märkischen Kreis und in Hagen beteiligt.
Die Corona-Einschränkungen der vergangenen beiden Jahre, das Hochwasser vom Juli 2021 und die A45-Vollsperrung im vergangenen Dezember seien für die Unternehmen harte Schläge gewesen. „Mit der russischen Ukraineinvasion muss die regionale Wirtschaft nun die vierte Krise beziehungsweise deren Auswirkungen verkraften. Das sind in erster Linie die nach oben schießenden Energie- und Rohstoffpreise und reißende Lieferketten“, ergänzt Stoffels.
Im Märkischen Südwestfalen hat sich die Zahl der Betriebe, die skeptisch in die Zukunft blicken, seit Januar fast verdreifacht (von 16 auf 47 Prozent). Im selben Zeitraum ist der Anteil der Optimisten auf die Hälfte geschrumpft (von 22 auf elf Prozent).
„Die Unternehmen sehen auch weiterhin die Politik in der Pflicht, die Standortbedingungen rasch zu verbessern“, betont SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat. „Mit Blick auf die Landtagswahlen fordern 55 Prozent der Unternehmen die Sicherung einer wettbewerbsfähigen Energieversorgung. 52 Prozent fordern die Verbesserung der Infrastruktur. Das zeigt, wie wichtig ein schneller und möglichst unbürokratischer Neubau der A45-Brücke ist.“ Für 94 Prozent der Industriebetriebe sind die Energie- und Rohstoffpreise der größte Hemmschuh.“ Mit großer Sorge betrachten die Unternehmen auch den wachsenden Fachkräftemangel (58 Prozent) und die nachlassende Inlandsnachfrage (54 Prozent).
Diese und weitere Informationen sind der aktuellen SIHK-Konjunkturumfrage zu entnehmen, die unter www.sihk.de/konjunktur heruntergeladen werden kann. Die SIHK führt drei Konjunkturumfragen pro Jahr durch. Bei Interesse an einer Teilnahme können sich SIHK-Mitglieder gerne per Mail unter konjunktur@hagen.ihk.de melden.
11. Mai 2022