PRESSEMELDUNG

Werbung „klimaneutral“ ohne Aufklärung unzulässig

Immer häufiger werben Firmen damit, dass sie ein „klimaneutrales Unternehmen" sind. Ein solcher Hinweis auf der Homepage eines Unternehmens ist jetzt vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG)  als irreführend beurteilt worden, weil der Begriff klimaneutral nicht näher erläutert wurde. Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) warnt vor der werbenden Verwendung des Wortes „klimaneutral“, wenn die Aussage nicht entsprechend belegt bzw. erläutert werden kann.
Die Werbung mit dem Logo „klimaneutral“ kann erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung von Kunden haben. Über grundlegende Umstände der von dem Unternehmen beanspruchten Klimaneutralität ist deshalb aufzuklären. „Das OLG hat einem Unternehmen untersagt, seine Produkte mit dem Logo ‚klimaneutral‘ zu bewerben, da diese Aufklärung fehlt. Geklagt hatte ein direkter Wettbewerber, weil er den Begriff ‚klimaneutral‘ für erläuterungsbedürftig und die Werbung deshalb für intransparent und irreführend hält“, erklärt SIHK-Klimaexperte Frank Niehaus. Das OLG hat das beklagte Unternehmen verurteilt, die Verwendung des Logos „klimaneutral“ zu unterlassen. (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 10.11.2022, Az. 6 U 104/22)
20.01.2023