SIHK-Pressemeldung

SIHK fordert Gesamtkonzept für Hagen: Keine Verkehrswende mit der Brechstange

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) betrachtet die innerstädtischen Verkehrspläne in Hagen mit großer Sorge. Das Auto aus dem innerstädtischen Verkehr zu verdrängen ohne parallel Alternativen zu entwickeln, kann nicht das Ziel einer integrierten Stadtentwicklung sein.
Die deutliche Verbesserung für den Radverkehr ist sinnvoll, die Realität darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Nicht jeder Individualverkehr kann auf das Fahrrad verlagert werden. Gleichzeitig müssten Umsteigepunkte auf einen attraktiven lokalen und regionalen Öffentlichen Personennahverkehr, Cityfahrräder oder einen Shuttleservice eingerichtet werden, insbesondere für Besucher der Stadt Hagen aus dem regionalen Einzugsbereich.
„Die aktuellen Überlegungen beziehen sich wieder nur auf Einzellösungen. Stattdessen brauchen wir ein innerstädtisches Verkehrskonzept, auf dessen Grundlage dann die Einzelfallentscheidungen getroffen werden können. Beispielsweise werden doch die Fahrbahnen benötigt, wenn die Eckeseyer Brücke und die Brücke Badstraße erneuert werden“, macht Burkhard Blesel, der Vorsitzende des SIHK-Ausschusses für Handel und Dienstleistungen deutlich.
„Die Innenstadt muss für alle Personengruppen attraktiv erreichbar bleiben insbesondere als Grundlage für die Geschäftstätigkeit der Unternehmen in der Hagener City“, ergänzt Blesel und betont. „Die sich derzeitig darstellende entspanntere Verkehrslage trotz der vorhandenen Sperrungen ist einerseits auf die Corona-bedingten Einschränkungen für Kunden und andererseits auf die weiterhin zum Großteil geschlossenen Malls zurückzuführen. Zudem wird die Verkehrssituation durch die intensive Homeoffice-Nutzung beeinflusst. Diese Situation macht den Geschäftsleuten ohnehin schon zu schaffen. Wenn erklärtes Ziel der Hagener Stadtentwicklung eine attraktivere Innenstadt ist, arbeitet man mit den aktuellen Planungen dagegen.“
28. Januar 2022