SIHK-Pressemeldung

SIHK-Verkehrsausschuss fordert Zeitplan für den Rahmede-Brücken-Neubau

Die Vollsperrung der A45 stand im Mittelpunkt des Verkehrsausschusses der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK). Bereits in seiner Begrüßung bemängelte Ausschussvorsitzender Marc Simon, dass vier Monate nach dem Bekanntwerden der Probleme mit der einsturzgefährdeten Talbrücke Rahmede immer noch kein verlässlicher Zeitplan für die Sprengung und die weitere Vorgehensweise des Brückenneubaus bekanntgegeben worden sei. Diese Unsicherheit mache den Unternehmen in der Region sehr zu schaffen.
Diesen Punkt griff auch Hanno Kempermann, Geschäftsführer der Kölner IW Consult, auf. Im Auftrag des Verkehrsverbandes Westfalen e.V. hatte das Kölner Beratungsunternehmen die volkswirtschaftlichen Schäden der Sperrung errechnet. Im Ergebnis bezifferten die Kölner Ökonomen den Schaden bei einer fünfjährigen Sperrung auf 1,8 Milliarden Euro. Dabei wurden für den Zeitraum sowohl ökonomische Kosten der Verkehrsverzögerung in Höhe von 1,153 Mrd. Euro als auch durch die schlechtere Erreichbarkeit verursachte Standortkosten, die sich verlässlich errechnen ließen, in Höhe von 617 Mio. Euro ermittelt.  Dabei sei dies eine konservative Schätzung. Hinzu kämen zum Beispiel unterlassene Investitionen vor dem Hintergrund der hohen Unsicherheit, wie lange die Sperrung denn nun wirklich dauere.
Dies bestätigten auch verschiedene Ausschussmitglieder, die nicht nur von einer Verunsicherung der Unternehmerschaft, sondern auch insbesondere von den Mitarbeitern und Auszubildenden berichteten. Um diesem Personenkreis eine vernünftige, transparente Perspektive geben zu können, sei eine verlässliche Planung mit Zeitangaben zwingend erforderlich. Anderenfalls würde sich der Abwanderungsprozess bei den Mitarbeitern und den Auszubildenden, der ansatzweise schon jetzt zu beobachten sei, fortsetzen.
Vor diesem Hintergrund forderten die Ausschussmitglieder zudem deutlich geringere Bauzeiten als die von verschiedenen Seiten angedeuteten fünf Jahre. Nur so ließen sich die hohen Standortkosten und ausbleibende Investitionen in der Region reduzieren.
11. April 2022