Südwestfälische Wirtschaft
Nr. 7047334
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Zukunftszentrum KI NRW

KI, die passt? Einfach machen!

Was tun, wenn man KI im Unternehmen nutzen möchte – die eigenen Daten aber auf keinen Fall in eine Cloud geben will? Mit solchen Fragen wenden sich aktuell viele Betriebe an das Zukunftszentrum KI NRW. Nicht aus Skepsis gegenüber KI, sondern weil sie Potenziale erkennen. Es geht nicht mehr um ein „Ob“, sondern um ein passgenaues „Wie“.
Ein gutes Beispiel liefert die Zusammenarbeit mit der Creditreform Hagen Berkey & Riegel KG. Sie zeigt, wie ein pragmatischer Einstieg in KI gelingen kann: nicht über große Strategien, sondern über einen konkreten Fall aus dem Arbeitsalltag.
Der Einstieg erfolgte über die KI-Guide-Workshopreihe in der Märkischen Region. Dieses Qualifizierungsangebot des Zukunftszentrums unterstützt Betriebe und Beschäftigte dabei, KI zu verstehen und Einsatzfelder zu erkennen. Neben Grundlagen zu prädiktiver und generativer KI steht die Praxis im Mittelpunkt: Die Teilnehmenden arbeiten mit Daten, testen Anwendungen und übertragen das Gelernte auf konkrete Fragestellungen. Der Austausch untereinander eröffnet zusätzliche Perspektiven.

KI mit voller Datenhoheit

Auch Creditreform erkannte schnell: KI kann entlasten, aber der Schutz sensibler Daten ist entscheidend. Konkret ging es bei Ihnen um die zeitaufwändige, manuelle Erfassung eingehender Dokumente. Die Idee: mit KI Informationen automatisiert auslesen und anschließend nur noch prüfen. Cloud-Lösungen kamen dabei nicht infrage. Die Anforderung war klar: KI ja, aber mit voller Datenhoheit im eigenen System.
Aufbauend auf die Workshopreihe folgte eine Intensivberatung durch das Zukunftszentrum. Im Fokus stand die automatisierte Verarbeitung eingehender Dokumente per Fax, Post oder PDF. Relevante Informationen sollten zuverlässig erkannt, strukturiert und für Folgesysteme nutzbar gemacht werden. Klassische OCR-Lösungen reichen oft nicht aus, da die Informationen im Text verteilt und oft nicht eindeutig positioniert sind. Gemeinsam wurde daher ein alternativer Ansatz erprobt: Eine lokale KI-Lösung auf eigener Hardware. Mithilfe eines kompakten Visual-Language-Modells konnten Dokumente analysiert und Inhalte strukturiert, bspw. als JSON ausgegeben werden. Das Ergebnis überzeugte: Inhalte wurden zuverlässig erkannt und weiterverarbeitet. Die Daten blieben vollständig im Unternehmen und der technische Aufwand war überschaubar.

Eigenständig durch Know-how

Neben dem technischen Ergebnis war auch der Lernprozess bedeutend. Die Creditreform hat Know-how aufgebaut, um eigenständig weiterzuarbeiten. „Die Nutzung von KI ist für uns ein echter Gamechanger, da sie uns ermöglicht, Lösungen zu entwickeln, die mit unserem kleinen Team vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.“ sagt Credit-reform. „Das Zukunftszentrum hat uns geholfen, den Überblick zu behalten und gezielt die richtigen Schritte für unser Projekt zu gehen – ein wichtiger Guide im KI-Dschungel.“ Solche Beispiele zeigen, wie wichtig praxisnahe Unterstützung bei der Einführung von KI ist. Das Zukunftszentrum KI NRW begleitet Betriebe dabei, passgenaue KI-Lösungen zu entwickeln, Mehrwert zu schaffen und Beschäftigte mitzunehmen – von der technischen Umsetzung bis zur innerbetrieblichen Strategie und Veränderungsbegleitung. (Marco Fries)
Marco Fries
Universität Siegen
marco.fries@uni-siegen.de
Fatma Mendoza
agentur mark GmbH
mendoza@agenturmark.de