Südwestfälische Wirtschaft
Nr. 7046016
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Forschungsprojekt

Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer: Wie ,KIMADU‘ den Unterricht verändert

Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll im Schulalltag eingesetzt werden – gerade dort, wo die Herausforderungen besonders groß sind? An der Geschwister-Scholl-Schule in Hagen wird genau das erprobt. Im Rahmen des Forschungsprojekts ‚KIMADU‘ kommt KI gezielt im Mathematik- und Deutschunterricht zum Einsatz – mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler individueller zu fördern und Lehrkräfte zu entlasten.

Lernprozesse unterstützen

Die Hagener Hauptschule ist Teil eines wissenschaftlich begleiteten Projekts der Didaktik der Mathematik und der deutschen Sprache. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI-gestützte Systeme Lernprozesse unterstützen können. Ziel ist nicht Technik um ihrer selbst willen, sondern eine konkrete Verbesserung des Unterrichts: individuell zugeschnittene Aufgaben, unmittelbares Feedback und eine stärkere Orientierung am jeweiligen Lernstand.
Gerade in heterogenen Lerngruppen, wie sie an vielen Schulen in Ballungsräumen Alltag sind, eröffnet KI neue Möglichkeiten. Schülerinnen und Schüler arbeiten mit digitalen Anwendungen, die Aufgaben automatisch an ihr Leistungsniveau anpassen. Dabei werden keine Lösungen vorgegeben. Stattdessen nähern sich die Lernenden mithilfe von Fragen Schritt für Schritt der Antwort – bei Bedarf auch in ihrer Herkunftssprache. So können ausgehend von der individuellen Ausgangs- und Wissenslage neue Lernfelder erschlossen und erprobt werden.
„Wir erleben, dass die Schülerinnen und Schüler deutlich motivierter arbeiten, wenn sie unmittelbares Feedback bekommen und in ihrem eigenen Tempo lernen können“, sagt Jasmin Benra, projektbetreuende Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule. „Die KI hilft uns, individueller auf die Lernstände einzugehen – gerade in Klassen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen.“
Auch im Deutschunterricht eröffnet der Einsatz von KI neue Perspektiven. Texte können analysiert, Schreibprozesse begleitet und sprachliche Kompetenzen gezielt gefördert werden. Lehrkräfte behalten dabei eine zentrale Rolle: Sie steuern den Einsatz der Systeme, geben durch Aufgaben und Konfiguration der KI-Agenten den Lernweg vor, ordnen Prompts und Ergebnisse ein und begleiten die Lernenden pädagogisch.

Digitale Kompetenzen vermitteln

Thomas Haensel, Leiter des SIHK-Geschäftsbereichs ‚Menschen bilden‘, betont: „Das KIMADU-Projekt berührt zentrale Fragen der Fachkräftesicherung. Unternehmen erwarten zunehmend, dass Schulabgänger neben grundlegenden Kenntnissen in Mathematik und Sprache auch digitale Kompetenzen und ein Verständnis für den Umgang mit neuen Technologien mitbringen.“
Die Geschwister-Scholl-Schule in Hagen zeigt damit beispielhaft, wie digitale Innovation im Unterricht ankommen kann. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus pädagogischem Konzept, wissenschaftlicher Begleitung und praktischer Umsetzung. (He)