Wirtschaftsmagazin
Nr. 7189042
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Trick-Art: Erleben, staunen und lernen im Seltersweg

Seit einem Jahr ist das hessenweit einzigartige Indoor-Erlebniszentrum S-Lab 83 mitten in der Gießener Innenstadt für ein breites Publikum geöffnet. Besucher finden hier ein interaktives Museum verbunden mit originellen Freizeiteinrichtungen.
Wer durch die Gießener Haupteinkaufsstraße Seltersweg läuft, trifft unmittelbar neben dem „Elefantenklo“, umgeben von Einzelhandel und Gastronomie, auf den Eingang zum S-Lab 83. Das interaktive Erlebniszentrum wurde im August 2025 mit dem Ziel eröffnet, die Innenstadt durch ein kreatives Angebot attraktiv zu machen. „Wir sehen darin einen guten Grund, mal wieder in die Stadt zu fahren, um etwas Neues zu erleben“, sagt Marie Bobek, Projektleiterin des S-Lab 83.
Den Besuchern stehen fünf unterschiedliche Erlebnisbereiche zur Verfügung, die von Gruppen und Einzelpersonen gebucht werden können. Die Idee für das S-Lab 83 kam Matthias Möhl, im Hauptberuf Geschäftsführer bei Faber + Schnepp, beim Besuch einer Trick-Art-Ausstellung in Norddeutschland.
Zurück in Mittelhessen konnte er seine Freunde Moritz Huys und Uli Benedum für das Projekt begeistern. Beide sind nun gemeinsam mit Möhl Gesellschafter des interaktiven Museums.

Optische Illusionen und Pixelspiele

Der japanische Künstler Masashi Hattori bekam den Auftrag, 27 Motive zu entwickeln, die optische Illusionen erzeugen. Zu den Bildern zählen neben Action-Motiven auch zwei Drohnenaufnahmen von Gießen. Projektleiterin Bobek zufolge fördert die 3-D-Trick-Art-Ausstellung die Kreativität und schult das Auge für optische Täuschungen. Und das funktioniert so: Wer sich auf eine markierte Stelle begibt, wird Teil der 3-D-Bildillusion. Die Illusion lässt sich als Souvenir per Smartphone oder herkömmlicher Kamera festhalten.

Eine 3-D-Trick-Art-Ausstellung gibt es nur an fünf Standorten in ganz Deutschland.
Marie Bobek, Projektleiterin S-Lab 83
Gruppen können so gleich Teamarbeit trainieren. Es ist aber auch möglich, die Ausstellung allein zu besuchen, da Mitarbeiter bereitstehen, um Besucher zu fotografieren. Besonders beliebt ist die Ausstellung bei Schulklassen, die das S-Lab häufig an Projekttagen besuchen. „Wir hatten sogar schon eine Klasse aus Luxemburg vor Ort“, verrät Bobek. „Eine derartige Ausstellung gibt es derzeit nur an fünf Standorten in ganz Deutschland“, führt die Projektleiterin aus.
Für Schulklassen gibt es im Museum einen interaktiven Vortrag, der die Teilnehmer für gefälschte Bilder auf Social Media sensibilisiert. Dabei werde vor allem vermittelt, dass nicht allen Bildern im Internet direkt vertraut werden sollte. Im Durchschnitt rechnet Bobek für die nahe Zukunft mit zwei bis drei Klassen pro Woche, die mit ihren Schülern in den Seltersweg kommen werden.

Auch 90-Jährige waren schon da

Das Erlebniszentrum richtet sich jedoch keineswegs nur an Kinder und Jugendliche. „Durch unsere unterschiedlichen Angebote sprechen wir jede Altersgruppe an“, erläutert Bobek. Selbst 90-jährige Großeltern hätten ihre Enkel bereits begleitet. Besonders für Events biete sich ein gemeinsamer Besuch im S-Lab an. „Kunden kommen auch zu Firmenausflügen, Junggesellenabschieden oder Dates hierher.“ Auch die Gießener Taubstummen-Community habe das Museum bereits besucht.
Neben der 3-D-Trick-Art-Ausstellung ist das Pixelspiel besonders beliebt. Bei diesem kurzen Actionspiel müssen die Teilnehmer möglichst schnell auf LED-Felder treten.

Selbst zur Farbe greifen

Wer sich kreativ noch freier ausleben möchte, kann den Action-Painting-Erlebnisraum „Colours“ buchen und dort die Wände mit zur Verfügung gestellten Pinseln und Schwämmen bemalen. An einer der Wände ist eine weiße Leinwand angebracht. Diese können die Teilnehmer gestalten und im Anschluss mit nach Hause nehmen. Dasselbe gilt für das Bemalen von kleinen Bären, ein Trend in den sozialen Medien.
Außerdem bietet das Erlebniszentrum zwei unterschiedliche Escape-Rooms mit den Themen „Atlantis“ und „Da Vinci“ an.

Viel Betrieb an Wochenenden

Am häufigsten werden die Erlebniswelten laut Bobek an Wochenenden besucht, wenn Kinder und Erwachsene mehr Zeit haben. Die Spiele verteilen sich auf zwei Stockwerke, das gesamte Freizeitangebot ist barrierefrei gestaltet. Für Marie Bobek und ihr Team ist es eine Bestätigung ihrer Arbeit und des Angebots, wenn einzelne Besucher mehrmals kommen. „Kinder, die uns mit ihrer Klasse besucht haben, sind danach mit ihrer Familie wiedergekommen“, freut sich die Projektleiterin.
Das Angebot wird immer wieder erneuert, um den Besuchern mehr Abwechslung zu bieten. Derzeit ist die „Battle Arena“ in Planung. In Anlehnung an Fernsehshows sollen hier in Zukunft verschiedene Minispiele mit unterschiedlichen Kategorien wie Allgemeinwissen und Geschicklichkeit zur Verfügung stehen. Ein Quizmaster wird dabei moderieren.

Erinnerungsbilder werben neue Besucher

Auf die Indoor-Erlebniswelt werden die Teilnehmer durch unterschiedliche Kanäle aufmerksam. Über Marketing per Social Media und auf der Webseite erhalten die Besucher einen visuell unterstützten Eindruck dessen, was sie erwartet. „Der Hessische Rundfunk hat in einem Beitrag über uns berichtet, wodurch noch einmal mehr Kunden von den Möglichkeiten vor Ort gehört haben“, erzählt Bobek.
Auch Mundpropaganda spiele eine große Rolle, da die Teilnehmer von ihren Erlebnissen berichteten und die Bilder im Freundeskreis zeigten beziehungsweise teilten. Ältere Besucher würden sich teils telefonisch erkundigen und seien zunächst skeptischer, doch auch sie kämen nach dem ersten Besuch gern wieder.

Erst Corona-Zentrum, dann Leerstand

Vor einigen Jahren waren die Räume des S-Labs 83 zeitweise als Corona-Testzentrum genutzt worden und hatten seitdem leer gestanden. Durch die Nähe zu Parkhäusern und Bahnhof ist das S-Lab 83 gut angebunden. „Wir haben gezielt hier eröffnet, um die Frequentierung der Innenstadt zu erhöhen, da wir etwas bieten, das in dieser Form einzigartig ist“, hebt Marie Bobek hervor.
Ihrer Erfahrung nach leiste das S-Lab 83 bereits nach einem Jahr einen Beitrag, neue Kunden in die Stadt zu bringen. „Die Teilnehmer kommen überregional zu uns, teils sogar aus Dortmund oder aus Bayern“, erzählt die Projektleiterin. „Sie fragen uns dann, was es noch in der Gegend gibt, und wir verweisen auf den lokalen Einzelhandel sowie die Gastronomie um die Ecke.“
Marie Bobek ist nach eigener Aussage sehr zufrieden mit dem Austausch unter den umliegenden Betrieben. „Im Gegenzug profitieren wir vom Einzelhandel vor Ort.“ So würden einzelne Geschäfte Flyer, die auf das Erlebniszentrum hinweisen, in ihren Filialen auslegen.
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Stand: 30.09.2026