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Flächendeckende Solarenergie für die Wetterau
Mit mehr als 1.000 Megawatt umgesetzten Solar-Projekten hat sich die 2021 gegründete MMR Projekt GmbH in Ranstadt zu einem der größten Anbieter in der Wetterau entwickelt. Im vergangenen Jahr wurde das inhabergeführte Unternehmen vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft mit dem Titel „Gründer Wetterau 2025“ ausgezeichnet.
Nahe der B 275 soll der Ranstädter Solarpark entstehen. Robin Lehmberg (r.) und sein Kollege Jürgen Rollmann schauen sich das Gelände an.
Flächendeckend Solarenergie in die heimische Region zu bringen und damit die Energiewende voranzutreiben, ist das Ziel der MMR Projekt GmbH. 2021 von Robin Lehmberg und Michael Papenfuß gegründet, hat das Unternehmen seinen Tätigkeitsschwerpunkt in der Wetterau und im Großraum Hannover. Während der niedersächsische Projektentwickler Michael Papenfuß den Unternehmensstandort in Celle betreut, ist der gelernte Bankkaufmann Robin Lehmberg, der jahrelang im Bereich Finanzierung erneuerbarer Energien tätig war, für die Wetterau und weitere hessische Standorte zuständig. Den Beginn machte der Bau einer Photovoltaikanlage mit 95.000 Photovoltaikmodulen in Lachendorf bei Celle.
Im Ausbau erneuerbarer Energien ist Schwung drin.
Robin Lehmberg, Inhaber der MMR Projekt GmbH
In Lachendorf bei Celle hat die MMR Projekt GmbH eine Anlage mit 95.000 Photovoltaikmodulen gebaut.
Das zweite Großprojekt steht mit dem Bau eines 7,2 Hektar umfassenden Solarparks in Ranstadt Ende 2027 an. Um nah dran zu sein, verlegte MMR bereits im Mai 2024 seinen hessischen Firmensitz an den Ranstädter Ortsrand. „Von der Idee bis zur Umsetzung eines Solarparks dauert es in der Regel drei bis vier Jahre“, erklärt Lehmberg, zumal es sich bei dem Gelände an der B 275 nicht um eine privilegierte Fläche handele. Als „privilegiert“ definiert der Gesetzgeber bestimmte Flächen an Autobahnen, zweigleisigen Bahnstrecken und alten Deponien, auf denen der Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen unter vereinfachten Genehmigungsverfahren möglich ist.
Finanzielle Beteiligung an Solarparks möglich
Wichtig ist Lehmberg eine frühe Einbeziehung der Gemeinden, um Solarprojekte für alle Beteiligten gewinnbringend zu gestalten. „Eine enge Zusammenarbeit fördert nicht nur die Akzeptanz, sondern bringt auch wirtschaftliche Vorteile sowie eine nachhaltige Entwicklung vor Ort mit sich.“ Das Genehmigungsverfahren erfolge stets unter enger Einbindung der kommunalen Entscheidungsträger, wodurch eine hohe Planungssicherheit und Standortverträglichkeit gewährleistet seien. Auch auf die Belange der Bürger habe man stets „Augen und Ohren gerichtet“, sagt Lehmberg und ergänzt: „Um die Teilhabe aktiv zu fördern, bieten wir attraktive Möglichkeiten zur finanziellen Beteiligung an unseren Solarparks sowie spezielle lokale Stromtarife.“
Kontakt zu jeder Kommune in der Wetterau geplant
Geplant sei, mit jeder Kommune in der Wetterau in Kontakt zu treten, um durch den Bau von großflächigen Solardach- oder Freiflächenanlagen einen Mehrwert für die Region zu schaffen. „Die Energiewende kann man nur erreichen, wenn jeder mitmacht“, ist sich Lehmberg sicher.
Die MMR Projekt GmbH hat ihren hessischen Sitz in Ranstadt.
Aktuell laufe das Genehmigungsverfahren für einen acht Hektar großen Solarpark an der A 45. Da es sich dabei um eine privilegierte Fläche handele, sei das Verfahren weniger kompliziert. Mit einer Anlage im Ortenberger Ortsteil Eckartsborn sowie einer weiteren nahe der Stockheimer Deponie stünden weitere große Projekte in der Wetterau an. Letztere sei bereits von allen Gremien bewilligt und befände sich im Bauleitverfahren.
Gemeinden autark machen
„Im Ausbau erneuerbarer Energien ist Schwung drin“, führt Robin Lehmberg aus. Parallel zum Strombedarf wachse auch die Anzahl von Personen, die in Deutschland im Bereich erneuerbarer Energien tätig seien: von etwa 100.000 im Jahr 2000 auf rund 436.000 im Jahr 2025.
Um den vor Ort generierten Strom sinnvoll zu nutzen, plant MMR in Ranstadt unter anderem einen Lkw-Parkplatz inklusive Ladepark für regional ansässige Betriebe. Vorstellbar seien Rahmenverträge mit Logistikunternehmen, sagt Lehmberg. Auch ein Repowering für Altanlagen steht auf der Agenda des Unternehmens.
„Rendite ist natürlich wichtig, steht bei uns aber nicht an erster Stelle“, betont Robin Lehmberg. Oftmals sei es nötig, regionale Kompromisse einzugehen, auch wenn diese zulasten des Profits gingen. „Wir möchten dafür sorgen, dass der Beschaffungspreis des Stroms in der Wetterau günstiger wird“, fasst der Firmeninhaber zusammen. Im besten Falle sollte es möglich sein, dass jede Kommune energieautark wirtschaften könne.
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Stand: 30.09.2026