Standortumfrage 2025 - Wetteraukreis
Die Stimmungslage: Deutlicher Rückgang
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Gesamtzufriedenheit im Wetteraukreis ist von 68 Prozent (2019) über 69 Prozent (2021) auf nun 61 Prozent (2025) gesunken. Ein Rückgang um sieben Prozentpunkte in nur vier Jahren – das ist spürbar.
Die emotionale Bindung bleibt zwar hoch, nimmt aber ebenfalls ab. „Heimat", Umweltqualität, Sicherheit und Familienfreundlichkeit sind weiterhin die wichtigsten Image-Anker für die Unternehmen. Doch alle diese Faktoren verlieren gegenüber den Vorjahren an Strahlkraft.
Die Stärken: Lage, Lage, Lage
Der Wetteraukreis punktet dort, wo es für viele Betriebe zählt – bei Erreichbarkeit und Infrastruktur:
Marktnähe und Verkehrsanbindung stehen ganz oben auf der Positivliste. Die Erreichbarkeit der Absatzmärkte und die Anbindung an das Fernstraßennetz werden besonders geschätzt. Auch das Mobilfunknetz und die Nahversorgung überzeugen.
Strukturelle Pluspunkte sind darüber hinaus die Anbindung an den Flugverkehr, die Nähe zu Logistikdrehscheiben, das Radverkehrsnetz sowie das Betreuungsangebot für Senioren und Pflegebedürftige.
Die Lebensqualität stützt das Gesamtbild und sorgt dafür, dass der Wetteraukreis trotz sinkender Zufriedenheitswerte attraktiv bleibt.
Schwach bewertet werden dagegen die Anbindung an den Schienengüterverkehr sowie kosten- und arbeitsmarktnahe Faktoren.
Die Schwächen: Bürokratie und Fachkräfte
Auf der Problemseite zeigt sich ein vertrautes Bild – mit verschärften Akzenten:
Bürokratie auf Platz eins - 62 Prozent der Unternehmen nennen sie als größte Herausforderung. In der kommunalen Verwaltung belasten lange Bearbeitungsdauern, geringe Transparenz und fehlende Verlässlichkeit den Geschäftsalltag. Der Ruf nach schnelleren Prozessen, nachvollziehbaren Entscheidungen und besseren digitalen Angeboten ist entsprechend laut.
Fachkräftemangel bleibt drängend - Mit 55 Prozent folgt der Fachkräftemangel dicht dahinter. Die Verfügbarkeit von Fachkräften sowie von Berufseinsteigern und Azubis zählt zu den Top-Baustellen im Kreis.
Kostendruck wächst - Energiekosten, Steuern und Abgaben sowie Personalkosten erzeugen hohen Handlungsdruck. Regulatorische Anforderungen, Wettbewerb, Finanzen und technologischer Wandel folgen mit etwas Abstand.
Standortwechsel: Flächenfrage dominiert
Die gute Nachricht: 67 Prozent der Betriebe planen keinen Standortwechsel. Die Mehrheit bleibt also trotz aller Herausforderungen standorttreu.
Wenn ein Umzug erwogen wird, dann vor allem wegen besserer Flächenverfügbarkeit – 59 Prozent nennen diesen Grund. Es folgen bessere Infrastruktur, Kosteneinsparungen und eine stärkere Verkehrsanbindung. Steuerliche Vorteile und der Zugang zu Fachkräften spielen seltener die Hauptrolle, Kundennähe ist nur nachrangig ausschlaggebend.
Fazit
Der Wetteraukreis punktet mit guter Erreichbarkeit, Marktnähe und solider Lebensqualität. Gleichzeitig drücken Bürokratie, Fachkräfteknappheit und steigende Kosten die Zufriedenheit spürbar. Ohne gezielte Maßnahmen – vor allem bei der Verwaltungsmodernisierung und der Flächenbereitstellung – dürfte sich dieser Trend fortsetzen.
Stand: 26.02.2026